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Workstation/PCVerlängerter Lebenszyklus für Computer

In nahezu jedem Unternehmen und in jeder Behörde müssen PCs und Notebooks nach Ablauf ihres Lebenszyklus ausgetauscht werden. Das kostet und belastet das Klima durch Emissionen, die bei Herstellung und Transport entstehen. Ältere Geräte können jedoch als Software Thin Clients weiterbetrieben werden. Dadurch könnten Kosten eingespart und ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz geleistet werden – wie die Studie „Ökologische und ökonomische Aspekte von Software Thin Clients“ von Fraunhofer Umsicht zeigt.

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Workstation/PC: Verlängerter Lebenszyklus für Computer

Bei Verbrennungs- und anderen industriellen Prozessen werden Treibhausgase freigesetzt, deren erhöhte Konzentration die Strahlungsbilanz der Erde und somit den Treibhauseffekt beeinflussen. Langfristig kann dieser nur durch eine signifikante Reduzierung der Emissionen an CO2 oder CO2-Äquivalenten stabilisiert werden. Mögliche Maßnahmen können in nahezu allen Branchen verankert werden. In der IT beispielsweise, indem eine energieintensive Rechnerarchitektur durch CO2-arme Lösungen ersetzt wird – Stichwort „Green IT“.

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Das Forschungsinstitut Fraunhofer Umsicht hat in der Vergangenheit bereits mehrfach die ökologischen und ökonomischen Aspekte von IT-Arbeitsplätzen untersucht. In einer aktuellen von Igel Technology beauftragten Studie standen Software Thin Clients im Fokus. Bereits vorhandene Desktop-PCs oder Notebooks werden dabei in reine Benutzerschnittstellen umgewandelt, was ihre Lebens- und Nutzungsdauer verlängert. Die eigentliche Datenverarbeitung erfolgt über Server.

136.000 Pkw-Kilometer einsparen
Die Fraunhofer-Forscher stellten den Neukauf eines aktuellen PC-Modells der Nutzung eines vorhandenen und als Software Thin Client weiterverwendeten gegenüber. Die ermittelten Daten fußen auf einer vollständigen Ökobilanzierung, die den kompletten Lebenszyklus eines Produkts von der Produktion über Distribution bis zu Entsorgung beziehungsweise Recycling bewertet. Es zeigte sich, dass über den Betrachtungszeitraum von drei Jahren ein Software Thin Client die Treibhausgasemissionen um gut 60 Prozent minimiert. Das entspricht einer Reduktion um 198,8 kg CO2eq (Kilogramm CO2-Equivalent, Abkürzung für Treibhauspotenzial1) pro Arbeitsplatz. Würde beispielsweise ein Unternehmen sämtliche seiner 100 Arbeitsplätze in Thin Clients umwandeln, läge die Einsparung demnach bei 19,88 t CO2eq. So viel CO2eq entsteht im Durschnitt bei 136.000 gefahrenen PKW-Kilometern. „Die Weiterverwendung älterer Geräte als Software Thin Clients und der gleichzeitige Verzicht auf Neuanschaffungen leisten einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz“, erklärt Christian Knermann, Projektleiter der Studie und Leiter IT-Services bei Fraunhofer Umsicht.

Gesamtkosten pro Client

Attraktiver Einstieg in Server Based Computing
Dass ein Überdenken der bisherigen IT-Infrastruktur auch aus ökonomischer Sicht Sinn macht, zeigt die Studie ebenfalls. Fraunhofer Umsicht errechnete für ein Szenario mit 100 Arbeitsplätzen über deren kompletten Lebenszyklus eine Kostenersparnis von 1008,00 Euro je Arbeitsplatz, wenn anstatt eines neu angeschafften Desktop-PCs ein Software Thin Client zum Einsatz kommt. „Neben den ökologischen machen auch die ökonomischen Vorteile den Einstieg in die strategische Anwendung von Server Based Computing attraktiv“, so Knermann weiter. Kosten fallen nur für Anschaffung und Inbetriebnahme der Thin Client Software sowie gegebenenfalls den Aufbau von weiteren Terminal Servern zur Unterstützung der Clients an.

Neigt sich der erweiterte Lebenszyklus der Altgeräte seinem Ende, können diese in einem nächsten Schritt durch Hardware Thin Clients ersetzt werden. Deren Produktion und Distribution ist mit weitaus geringeren Treibhausgasemissionen verbunden als dies bei Desktop-PCs oder Notebooks der Fall ist. Zudem sind Investitionskosten geringer.

Online-Verbindung ein Muss
Wieso jedoch stellt nicht jedes Unternehmen sofort Hard- und Software um? Knermann: „Viele Unternehmen scheuen den Einstieg in Server Based Computing, weil dazu gegebenenfalls intensiver Know-how-Aufbau notwendig ist, wenn man sich zuvor noch überhaupt nicht mit diesem Thema und Desktop-Virtualisierung beschäftigt hat.“ Im Vergleich zu den technischen Randbedingungen vor fünf oder zehn Jahren sei das Ganze aber schon deutlich einfacher geworden.

Ein Nachteil des Server Based Computings besteht aber immer noch: Es muss zu jeder Zeit eine Online-Verbindung zum Rechenzentrum bestehen. Mitarbeitende, die mobil arbeiten und beispielsweise viel mit Bahn oder Flugzeug unterwegs sind, sind daher weiter auf Notebooks mit lokaler Datenhaltung und -verarbeitung angewiesen.

Stefan Graf

Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik, Oberhausen, Tel. 0208/8598-1303, www.umsicht.fraunhofer.de

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