smart engineering - Industrie 4.0 aus einer Hand
Home> IT Solutions> Big Data/Smart Data> Technische Dokumentation>

Technische Dokumentation - Technische Produktdokumentation im Maschinenbau

Technische DokumentationTechnische Produktdokumentation im Maschinenbau

Die zunehmende Produktkomplexität und Produktindividualität stehen derzeit an erster Stelle der Herausforderungen der Unternehmen im Maschinenbau. Der Kunde ist König und der hat seine Vorstellungen und Wünsche an die Funktionalität der neuen Maschine oder Anlage. Dies wirkt sich unmittelbar auf die zugehörige Produktdokumentation und ihrer Erstellung aus.

sep
sep
sep
sep
Dokumentationserstellung im Maschinenbau

Der Wert und die Wichtigkeit der Technischen Produktdokumentation werden noch immer unterschätzt. Sie ist Bestandteil des Produktes und hat nachweislich schon zu Folgegeschäften geführt. Aber: eine verzögerte Auslieferung der Dokumentation kann erhebliche Zahlungseinbußen nach sich ziehen. Zusätzlich muss sie von hoher Qualität sein. Mangelhafte Beschreibungen oder fehlende (Sicherheits-)Hinweise können zu Haftungsfällen führen.

Dokumentation und Konstruktion im Schulterschluss
Der Grundstein für eine gute und im zeitlichen Rahmen bleibende Dokumentation wird in der Konstruktion gelegt. Hier werden Produkte so aufbereitet, dass sie aus einem Baukasten zusammengestellt werden können. Nur so lässt sich dem individuellen Kundenwunsch nachkommen und dabei die Produktkomplexität sowie die Variantenvielfalt beherrschen. Dieses Vorgehen ist so direkt auf die Arbeitsweise für die Technische Dokumentationserstellung übertragbar, denn zu einer kundenindividuellen Maschine gehört eine maschinenindividuelle Dokumentation. Sie muss eindeutig beschreiben was der Kunde hat – nicht, was er nicht hat.

Anzeige

Der Technische Redakteur strukturiert analog zu dem in der Konstruktion erstellten Baukasten die Technische Produktdokumentation modular und ordnet die jeweiligen Dokumentations-Module den Bauteilen und Baugruppen zu. So lässt sich schon die Stückliste mit der Produktbeschreibung verknüpfen und die Dokumentation ergibt sich aus Zusammenstellung der Stückliste.

Dokumentation im unternehmensweiten Informationsfluss
Die Modularisierung der Technischen Dokumentation eröffnet weitere Möglichkeiten hinsichtlich der Verbesserung von Qualität und Abläufen. Die heutige Technik, die Organisation der IT-Systeme und die abteilungsübergreifende Zusammenarbeit ermöglichen eine Zusammenstellung der Betriebsanleitung so, dass sie die Maschine (Typ, Baureihe, et cetera) die zum Kunden ausgeliefert wird, exakt beschreibt.

Die Qualität der Dokumentation verbessert sich durch Wiederverwendung der Module gegenüber dem regelmäßig neu erstellten Dokumentationstext – zudem reduzieren sich die Erstellungskosten. Dies ist weithin bekannt und lässt sich schnell und einleuchtend erklären: Jeder neu erstellte Text kostet Zeit und damit Geld und ist in der Regel fehlerbehaftet. Deshalb durchläuft er vor seiner Auslieferung an den Kunden oder die Übersetzung einer Qualitätsprüfung. Bei der Wiederverwendung entfallen die zeit- und kostenaufwendige Texterstellung sowie Prüfung. Es werden nur neu erstellte Texte geprüft und übersetzt. Dies reduziert zudem Übersetzungskosten.

Aufgrund einer derartigen Organisation und Strukturierung der Dokumentation und der Nutzung heutiger im Kommunikations-Verbund befindlicher IT-Werkzeuge ist es möglich, dieselben Bausteine für die altbekannte Papierdokumentation sowie für moderne Medien wie Tablet oder Smartphone zu verwenden. Ja, schon in einem frühen Stadium der Produktentwicklung werden Prozessverbesserungen eingeleitet, weil der Baukastenbetrieb in der Konstruktion nachbereitet werden kann, um Dokumentationsmodule zu optimieren. Außerdem belegen Kennzahlen, dass Dokumentationsmodule überarbeitet werden müssen – dies aber nur nach Rücksprache mit der Konstruktion und dem Überarbeiten des Baukastensystems möglich ist. Hier wird ein gemeinsamer durchgängiger kontinuierlicher Verbesserungsprozess KVP eingeleitet. Und: Die Dokumentation - besonders die Betriebsanleitung - keinen Interpretationsspielraum lassen darf.

Kennzahlen und Module
Kennzahlen sind ein objektives Mittel der Qualitätsbewertung. Dies ist mit der Toleranzangabe in der Fertigung zu vergleichen. Die Toleranzangabe ist eine Vorgabe zur Qualitätsbeurteilung die über gut, schlecht (Nacharbeit) oder Ausschuss entscheidet. Textmodule werden vorrangig nach der Häufigkeit Ihrer Verwendung bewertet. Relationen wie Modulgröße, Anforderungen an die Produktbeschreibungen nehmen natürlich Einfluss auf eine Bewertung. Da die Module analog zum Konstruktionsbaukasten für die Produktvarianten aufgebaut werden, lassen sich hier die ersten Schlüsse zum Gesamtkonzept ziehen und gegebenenfalls frühe Korrekturen durchführen. Ein zusätzlicher Nutzen ist durch die Klassifizierung gegeben. Hierdurch lassen sich varianten- oder baureihenübergreifend Kriterien festlegen, welche zur Gesamtstrukturierung beitragen. Dies können Ausschlusskriterien sein, die besagen, dass ein Bauteil in besonderen Fällen nicht verwendet werden darf – oder muss. Ferner können bei Funktionsbeschreibungen Bauteile direkt einer Funktion zugeordnet werden – dies unterstützt zum Beispiel den Kundendienst bei der Vorbereitung eines Servicefalls.

Internet(portal)
Die Modularisierung vereinfacht zudem die Verwendung des Internets durch Verlinkung der einzelnen Module anstatt riesige Text zu scrollen. Die Vereinfachung drückt sich dadurch aus, dass die Informationen mit Zugriffsrechten versehen eingestellt werden. So sind die Informationen online jeweils für bestimmte Personen verfügbar. Ab diesem Moment wird der Nutzen mobiler Geräte, auf denen in der Regel keine großen Datenvolumina abgespeichert werden, deutlich sondern mit denen die Informationen aus dem Firmenportal zum Einsatz kommen. Der Nutzer der Information erhält so Zugriff auf den stets aktuellen Informationsstand.

Zielgruppen
Die Zielgruppen der Dokumentation sind sehr mannigfaltig. Sie erstrecken sich von den internen Nutzern wie Einkauf, Vertrieb, Schulung und Service zu den externen Kunden, Vermittlern oder auch Beratern und Resellern. Jeder erhält nur den für ihn notwendigen Teil der Dokumentation. Dies wird schnell durch den Einsatz von Metadaten erreicht, mit denen die Gesamtheit der Informationen zur Dokumentation genau und zielgruppengerecht aufbereitet sind.
Wichtig sind aber auch die Informationen, die firmenintern verbleiben sollen. Sie werden ebenfalls von der Dokumentationsabteilung zusammengetragen und finden ihre Verwendung für interne Zwecke wie Produktüberarbeitung oder -verbesserung, aus Gründen der Nachweispflicht oder auch Patentbeschreibungen.

Fazit:
Die Technische Produktdokumentation ist der "Technische Informationspool" im Unternehmen. Hier zeigt sich, dass nur das homogene Zusammenwirken und die Integration von Personen, Prozessen und Informationen Effizienz und Transparenz gesteigert werden können. Nur so können Unternehmen den Anforderungen aus dem Markt begegnen.
Für die derzeit so groß geschriebene Nachhaltigkeit muss der Dokumentation auch gezollt werden, dass hier eine Wissensbasis aufgebaut und in Systemen hinterlegt ist, auf die noch nach Jahren verlässlich zurückgegriffen werden kann. -sg-

VDMA, Frankfurt, Tel. 069/6603-0, www.vdma.org

Diesen Artikel …
sep
sep
sep
sep
sep

Weitere Beiträge zum Thema

Technische Dokumentation: Automatisch, praktisch, gut

Technische DokumentationAutomatisch, praktisch, gut

Eine umfangreiche Technische Dokumentation für jede erdenkliche Maschinenvariante in wenigen Stunden fertigstellen: automatische Ausgabe der Informationen in perfektem, CI-konformem Layout, egal ob auf mobilem Endgerät oder als PDF… So ähnlich klingt die Idealvorstellung eines Technischen Redakteurs von seiner Arbeit. 

…mehr
Digitalisierung: Digitaler Informations-Zwilling sichert Überblick

DigitalisierungDigitaler Informations-Zwilling sichert Überblick

Maschinen und Anlagen werden in ihrer Struktur immer komplexer; der Produktanteil von Elektronik und Software gegenüber reiner Mechanik steigt angesichts von Digitalisierung und Industrie 4.0 permanent an. Ein 1:1-Abbild aller Informationen einer an den Kunden ausgelieferten Anlage sichert den Überblick. 

…mehr
Technische Dokumentation: Großes Software-Update bei Heidelberg

Technische DokumentationGroßes Software-Update bei Heidelberg

Prozesse der Technischen Dokumentation mit SAP PLM und Engineering Control Center abbilden – von der Dokumentenerstellung und der Übersetzung bis zur Publikation: Genau das macht die Heidelberger Druckmaschinen AG, der weltweit führende Partner für die Druckindustrie. Mit ECTR 4.6 wurde die Redaktionslösung des Unternehmens zukunftssicher gemacht. 

…mehr
Technische Dokumentation: Wissenspool und Augmented-Reality-Quelle

Technische DokumentationWissenspool und Augmented-Reality-Quelle

Mithilfe der Softwarelösungen von DOCUFY werden Unternehmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau auf einen Schlag digital und folglich Industrie 4.0-fähig. Auch Augmented Reality-Anwendungen sind einfach und schnell umsetzbar.

…mehr
Redaktionssysteme

RedaktionssystemeGut dokumentiert

Die Erstellung und Verwaltung einwandfreier Technischer Dokumentationen ist für Maschinenbauer so obligatorisch wie anspruchsvoll. Der Teufel steckt hierbei wie so oft im Detail.

…mehr
Anzeige
Anzeige

Anzeige - Highlight der Woche

Aras Whitepaper: Internet of Things - Kontext statt Chaos


Hier stellt Ihnen das Unternehmen Aras das Highlight der Woche vor.

White Paper jetzt kostenlos herunterladen!

Mediadaten 2018

Anzeige

White Papers auf smart engineering


In unserer neuen White Paper Sektion finden Sie lösungsorientierte White Paper unserer Partner zu IT-Standards, Anwendungshinweisen, Leistungsübersichten uvm. Jetzt kostenfrei downloaden.

Künstliche Intelligenz: Forschungsroboter “Roboy“ und Martina Mara

Video- Künstliche Intelligenz: Forschungsroboter “Roboy“ und Martina Mara


Welche Wirkung hat der Anblick von Robotern auf Menschen? Mit dieser Frage befasst sich das Team um Professor Markus Appel vom Campus Landau in einem aktuellen Forschungsprojekt. Mit ihrer Studien wollen die Forscher herausfinden, inwieweit wir Menschen künstliche Intelligenz als helfende Hand im Alltag akzeptieren oder ablehnen.

smart engineering in Social Networks

smart engineering Newsletter

smart engineering Newsletter kostenfrei abonnieren

Unser Newsletter informiert Sie über die wichtigsten Neuigkeiten, Produktentwicklungen und Trends aus der Branche. Jetzt kostenlos registrieren.

SCOPE Newsticker