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Simulation statt Bauchgefühl

APSAdvanced Planning statt Bauchgefühl

Ist ein angekündigter Auftrag realisierbar? Was muss getan werden, damit er umzusetzen ist? Wann wird das Produkt geliefert? Während persönliche Erfahrungen und das Bauchgefühl die Antworten beeinflussen, kann sich der Elektronikfertiger MEN Mikro Elektronik heute auf die prozessorientierten Simulation stützen, die das APS-System Felios von Inform liefert.

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APS: Advanced Planning statt Bauchgefühl

Hohe Temperaturschwankungen, Staub, Vibrationen oder Feuchtigkeit – für elektronische Bauteile können das echte Herausforderungen werden. Das gilt besonders für sicherheits- und missionskritische Funktionen in der Steuer-, Regelungs- und Messtechnik. Genau auf solche schwierigen Bedingungen hat sich MEN Mikro Elektronik spezialisiert. Seit über 30 Jahren entwickelt und produziert das Unternehmen ausfallsichere elektronische Baugruppen und Geräte für sicherheitskritische Anwendungen in rauer Umgebung. Zu den Kunden gehören unter anderem die Deutsche Bahn, Bombardier, Siemens, Lufthansa Technik, Bosch und Thales.

Zur eigenen immer kritischeren Mission wurde für MEN in den vergangenen Jahren die stete Verkürzung von Lieferzeiten. „Für uns sind, neben der Produktqualität, kurze Durchlaufzeiten und eine hohe Liefertreue entscheidend für unseren Markterfolg“, erklärt Rainer Vogler, Chief Information Officer (CIO) bei MEN Mikro Elektronik. „Die Kunden erwarten immer kürzere Lieferzeiten und dementsprechend werden unsere Reaktionszeiten für die Realisierung der Material- und Kapazitätsdisposition kürzer. Gleichzeitig ist die Fertigungskomplexität sehr hoch, da wir Rechner definieren, die immer auf die individuellen Anforderungen zugeschnitten sind. Unsere Baugruppen haben bis zu 6.000 Bauelemente. Hinzu kommen zum Teil lange Wiederbeschaffungszeiten von bis zu 56 Kalenderwochen für manche Einkaufsmaterialien.“

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Für MEN bedingt das eine hohe Planungs- und Durchführungskomplexität. Die Möglichkeiten der Planung innerhalb des im Unternehmen genutzten ERP-Systems reichten allerdings nicht mehr aus, um diese Komplexität zu meistern, ohne den eigenen Anspruch an Zuverlässigkeit dem Kunden gegenüber aufzugeben. Der Elektronikfertiger entschloss sich daher zum Einsatz einer Advanced-Planning-and-Scheduling-Software.

Realistische Liefertermine
Die Empfehlung eines langjährigen Partners brachte MEN auf das APS-System Felios von Inform. Letztendlich ausschlaggebend war eine Schnittstelle zwischen dem bestehenden ERP-System und der neuen Felios-Lösung. MEN entwickelte sie mit dem Ziel, den Projektverantwortlichen die APS-Software auf Basis von echten Unternehmensdaten zu präsentieren. „Das war ein wirkliches Wow-Erlebnis“, erinnert sich Vogler. „Wir haben sofort gesehen, welche Termine eingehalten werden können und welche nicht – und das auch noch mit entsprechenden Artikelnummern. Wir wussten bei manchen Aufträgen, dass es zeitlich eng wird, und genau diese hat Felios auch korrekt als kritisch eingestuft. Gleichzeitig hat es uns positiv überrascht, dass Felios einige Aufträge als machbar bewertet hat, bei denen wir aus dem Bauch heraus gesagt hätten, dass sie nicht zu schaffen sind – und damit auch recht hatte. Ebenso zeigte uns das System sofort, an welchen Stellen wir unnötig Überstunden aufgebaut hatten, weil wir die Kapazitäten geschickter hätten einsetzen können.“ Die Verantwortlichen bei MEN waren überzeugt: Felios ist seit 2014 bei dem Elektronikfertiger im Einsatz.

Aktuell werden mit der Software zwischen 3.000 und 4.000 Fertigungsaufträge parallel verplant. Das System synchronisiert dabei vom Kundenauftrag ausgehend die Fertigung mit den jeweiligen Markt- beziehungsweise Kundenanforderungen. Ist das Kundensystem definiert und bestellt, verbindet Felios alle Abläufe des Produktionsprozesses zu einem Auftragsnetz, mit dem der Kundenauftrag in möglichst kurzer Zeit realisiert werden kann – unter Berücksichtigung der aktuellen Maschinenkapazitäten und der Beschaffungszeiten für alle zum Einsatz kommenden Werkstoffe. Auf Basis der Daten aus dem ERP-System erfolgt mittels APS die gesamte Planung sowohl kurz- als auch mittel- und langfristig. Bei der Berechnung des Arbeitsvorrats an den Maschinen berücksichtigt das System realistische Maschinenkapazitäten und erstellt Termine für die Anlieferung von Material, Teilen und Komponenten. Die Software verteilt die Kapazitäten so, dass für alle vorliegenden Kundenaufträge die prognostizierten Liefertermine eingehalten werden. Ergeben sich im Tagesverlauf Änderungen oder Störungen bei relevanten Fertigungsparametern oder wird der Arbeitsvorrat nicht vollständig abgearbeitet, berücksichtigt die Software dies ebenso bei der Berechnung des Arbeitsvorrats für den Folgetag wie neue oder geänderte Kundenaufträge.

„Das ERP-System hat standardmäßig gegen unendliche Kapazitäten geplant. Hat man auf begrenzte Kapazitäten umgestellt, waren die Ergebnisse katastrophal. Das Ganze verlief mehr nach der ‚Rasenmähertaktik‘: Alles, was zu viel ist, wird einfach abgeschnitten“, so Vogler. „Mit Felios sind wir in der Lage, die Durchlaufterminierung an der tatsächlichen Kapazitätssituation zu spiegeln und somit präzise zu planen.“

Transparenz und prozessorientierte Simulationen
Um den Werksarbeitern den Blick auf das „große Ganze“ zu ermöglichen, zu dem sie mit ihrer jeweiligen Arbeit beitragen, werden in der Fertigungshalle auf großen Monitoren zudem Daten wie Kundenaufträge, Durchlaufzeiten, Arbeitsvorrat, Qualitätszahlen etc. angezeigt. „Vor Felios haben wir eine solche Transparenz nicht gehabt“, sagt Vogler. „Auch die Auditoren, die wir regelmäßig für ISO- und IRIS-Audits im Haus haben, sind von der Visualisierung der Informationen begeistert.“

Neben der prozessorientierten Simulation, die Aussagen über die Realisierbarkeit oder den garantierten Liefertermin gibt, wird Felios auch für die die Analyse abgeschlossener Aufträge genutzt, wie Vogler erklärt: „Wir schauen uns auch rückblickend an, wie lang die Fertigungszeiten der Produkte im Durchschnitt waren. Sehen wir, dass ein Produkt für die vom Markt erwarteten Lieferzeiten zu lange braucht, überprüfen wir genau die einzelnen Prozesse und überlegen dann, wo wir die Fertigung optimieren können.“

Die ursprüngliche Standardlieferzeit konnte seit Felios bei MEN im Einsatz ist von 20 Kalenderwochen auf zehn reduziert werden – und das Ende der Fahnenstange in Sachen Planungsoptimierung ist noch nicht erreicht, wie Vogler betont: „Am Markt liegt die Bestmarke in unserem komplexen Marktsegment bei fünf Wochen, die werden wir in jedem Fall erreichen. Aber wir gehen noch weiter: Wir werden unsere Kapazitäten mit Felios so präzise ausplanen, dass wir unsere Kunden in Zukunft binnen zwei Wochen beliefern können, und zwar ohne Qualitätsverlust, einfach durch intelligente Planung. Und auch unsere Termintreue wollen wir noch weiter verbessern. Wir streben ganz klar die 100 Prozent an.“

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