smart engineering - Industrie 4.0 aus einer Hand

Einstieg in den metallischen 3D-DruckLow Cost SLM-Anlage feiert Premiere auf der Formnext

Die FH Aachen und das Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT stellen auf der Formnext eine neue Low Cost SLM-Anlage vor. Sie ist vor allem für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) gedacht, für die eine kommerziell verfügbare, teure Anlagentechnik für das Laserstrahlschmelzen wegen der hohen Investitionen noch nicht wirtschaftlich ausgelastet werden kann.

sep
sep
sep
sep
Low Cost-SLM-Anlage

Konzernen fällt der Einstieg in die Additive Fertigung leicht. Sie können Experten einstellen, in neue teure Anlagentechnik investieren oder neue Unternehmensbereiche aufbauen. KMU prägen jedoch weitgehend die deutsche Industrielandschaft: Aktuelle Studien des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie zeigen, dass das Wissen der KMU über die Chancen und Potenziale der Additiven Fertigung oft noch unzureichend ist. Teilweise orientiert sich die Wissensvermittlung auch nicht an den Anforderungen der KMU.

Zugang zum 3D-Drucken erleichtert
Hier kommt das Aachener Zentrum für 3D-Druck ins Spiel, das die Fachhochschule Aachen mit dem Fraunhofer ILT 2014 gegründet hat. Prof. Gebhardt, Leiter des Zentrums: »Unsere eng kooperierende Expertengruppe ermöglicht dem Mittelständler den Zugang zum 3D-Drucken.« Das neue Zentrum unterstützt Unternehmen mit Schulungen, Beratung und Dienstleistungen im Bereich Additive Fertigung von der Bauteilkonstruktion über die Fertigung bis hin zur Nachbearbeitung.

Doch weil auch KMU neue Techniken gerne einsetzen, um Know-how im Betrieb aufzubauen, entstand in einem Projekt eine Low Cost-Anlage für das Laserstrahlschmelzen (SLM: Selective Laser Melting). In diesem ersten Demonstrator erzeugt ein 140 W-Diodenlaser (Fokusdurchmesser von 250 µm) im Zusammenspiel mit einem kartesischen Achssystem komplexe Funktionsbauteile aus Metall mit einer maximalen Höhe von 90 mm und einem maximalen Durchmesser von 80 mm. Die Anlage benötigt eine Aufstellfläche von 1,3 m * 0,8 m * 1,4 m.

Anzeige

Ideal für den Einstieg
Eine vergleichbare Anlage in der Bauraumgröße kostet laut Ziebura mindestens 100.000 €, während er bei der Low Cost SLM-Anlage mit einem späteren Verkaufspreis von 30.000 € rechnet. Für die Anlage spricht, dass ein Anfänger ihre Bedienung schnell innerhalb weniger Stunden erlernt und dass sie sich leicht bedienen lässt. Alle eingesetzten Komponenten ermöglichen Selbstservice und lassen sich leicht austauschen. »Die Low Cost-Anlage erleichtert vor allem den Einstieg in den metallischen 3D-Druck«, erläutert Dawid Ziebura, Projektingenieur am Fraunhofer ILT.

Low Cost-SLM-Anlage zum 3D-Druck

Die damit herstellbaren Bauteile eignen sich für viele typische SLM-Applikationen von Prototypen, Musterteilen bis hin zu Funktionsbauteilen. Der Anwender kann dabei selbst entscheiden, wie schnell und hochwertig die Anlage arbeitet. Sie kann zum Beispiel eine mittelgroße Komponente (55 cm³) aus Edelstahl 1.4404 mit mehr als 99,5 % Dichte innerhalb von 12 Stunden aufbauen. Zusätzlich bietet die Anlage die Option, großvolumige Bauteilbereiche mit Gitterstrukturen zu füllen, um bei weniger beanspruchten Bereichen die Bauzeit zu verkürzen. So lässt sich die Bauzeit bei einer gewählten Gitterdichte von 20 % (entspricht 20 % des ursprünglichen Volumens) um etwa 60 % verkürzen. Die Aachener wollen nun die Prozesszeit senken und die Belichtungsstrategien optimieren, um die Bauteilqualität zu verbessern. Außerdem ist auch der 3D-Druck von Bauteilen aus Aluminiumlegierungen und Werkzeugstahl geplant.

Vorführung auf der Formnext 2016
Die Arbeitsweise der neuen Low Cost SLM-Anlage können Interessenten am Fraunhofer-Stand, Halle 3.1, Stand E60 auf der formnext in Frankfurt vom 15.-18. November 2016 kennenlernen.

Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT, Telefon: 0241/8906-0, www.ilt.fraunhofer.de

Diesen Artikel …
sep
sep
sep
sep
sep

Weitere Beiträge zum Thema

3D-Druck: Mit additiver Fertigung die Grenzen des Machbaren erweitern

3D-DruckMit additiver Fertigung die Grenzen des Machbaren erweitern

Der industrielle 3D-Druck spielt eine immer größer werdende Rolle für Industrieunternehmen weltweit. In welchem Maße mit der Technologie Limitierungen konventioneller Produktionsmethoden überkommen werden können zeigt das Kolibri-Projekt von EOS – mit der Natur als Vorbild.

…mehr
Rapid.Tech + FabCon 3.D.: Eigenständige Plattform für rechtliche Aspekte der additiven Fertigung

Rapid.Tech + FabCon 3.D.Eigenständige Plattform für rechtliche Aspekte der additiven Fertigung

Je weiter die additive Fertigung Einzug in die industrielle Praxis hält, umso mehr gewinnen rechtliche Aspekte in der digitalen Prozesskette an Bedeutung. „Wir wissen, dass es auf diesem Gebiet einen großen Informationsbedarf gibt und haben deshalb entschieden, für das Thema Recht ein eigenständiges Forum zur Rapid.Tech + FabCon 3.D. zu etablieren.

…mehr
Additive Fertigung: Sicherheit im industriellen 3D-Druck

Additive FertigungSicherheit im industriellen 3D-Druck

3YOURMIND hat eine Kooperation mit Identify3D geschlossen. Die Technologie-Suite von Identify3D wird künftig integraler Bestandteil der Enterprise Plattformen von 3YOURMIND sein. Damit bietet das Berliner Software-Unternehmen höchste Sicherheit bei allen Schritten der Additiven Fertigung.

…mehr
Additive Fertigung: 3D-Druck wird Blockchain ready

Additive Fertigung3D-Druck wird Blockchain ready

Als Druckerhersteller für hochpräzise additiv hergestellte Metallbauteile integriert die 3D MicroPrint GmbH als Erster die SAMPL Technologie in ihre Anlagen. Zusammen mit Fraunhofer ENAS, der PROSTEP AG, consider it, NXP und der Universität Ulm wird ein erster Prototyp für die Secure Additive Manufacturing (SAMPL) Plattform in einen 3D-Drucker für die Fertigung von Metallbauteilen integriert.

…mehr
Additive Technologien: Mission zum Mond

Additive TechnologienMission zum Mond

Stratasys Ltd., ein Branchenführer für Lösungen der additiven Technologien, und Phoenix Analysis & Design Technologies, Inc. (PADT) haben mitgeteilt, dass die Unternehmen gemeinsam mit Lockheed Martin Space an der Konstruktion von 3D-Druck-Objekten für die Deep-Space-Raumsonde Orion der NASA arbeiten. 

…mehr
Anzeige
Anzeige

Anzeige - Highlight der Woche

Mediadaten 2018

Anzeige

White Papers auf smart engineering


In unserer neuen White Paper Sektion finden Sie lösungsorientierte White Paper unserer Partner zu IT-Standards, Anwendungshinweisen, Leistungsübersichten uvm. Jetzt kostenfrei downloaden.

Künstliche Intelligenz: Forschungsroboter “Roboy“ und Martina Mara

Video- Künstliche Intelligenz: Forschungsroboter “Roboy“ und Martina Mara


Welche Wirkung hat der Anblick von Robotern auf Menschen? Mit dieser Frage befasst sich das Team um Professor Markus Appel vom Campus Landau in einem aktuellen Forschungsprojekt. Mit ihrer Studien wollen die Forscher herausfinden, inwieweit wir Menschen künstliche Intelligenz als helfende Hand im Alltag akzeptieren oder ablehnen.

smart engineering in Social Networks

smart engineering Newsletter

smart engineering Newsletter kostenfrei abonnieren

Unser Newsletter informiert Sie über die wichtigsten Neuigkeiten, Produktentwicklungen und Trends aus der Branche. Jetzt kostenlos registrieren.

SCOPE Newsticker