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Produktvariantenkonfiguration - Produktbaukästen für den Erfolg

ProduktvariantenkonfigurationProduktbaukästen für den Erfolg

Die aktuelle Studie der ID-Consult „Der Einfluss von modularen Produktbaukästen auf den Unternehmenserfolg“ bestätigt erneut, dass Unternehmen mit einem hohen Anwendungsgrad von modularen Produktbaukästen erfolgreicher sind als andere. Das zeigen auch die Einzelauswertungen der Gewinner des diesjährigen „Modularization Readiness Awards“. Nur wer es schafft, die Baukastenphilosophie zu einem festen Bestandteil der Unternehmensstrategie zu machen und bei allen Mitarbeitern zu verankern, profitiert nachhaltig.

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Produktvariantenkonfiguration: Produktbaukästen für den Erfolg

Der Anwendungsgrad von modularen Produktbaukästen wurde anhand des Modularization Readiness Index (MRI) gemessen, der die Baukastenkompetenz in den einzelnen Wertschöpfungsstufen und den Implementierungsgrad der Baukästen in den Unternehmen widerspiegelt. Anhand von mehr als einhundert Fragen gaben mehr als einhundert unterschiedliche Unternehmen über einen Online-Fragebogen Auskunft darüber, welche Effekte sie im Rahmen des Einsatzes modularer Baukästen beobachten. Die Antworten zeigen deutlich, dass die beabsichtigten Kostenreduzierungen und Umsatzsteigerungen, die Baukästen bieten, noch nicht umgesetzt werden. Nur 2,7 von 5 Unternehmen erzielen laut Studie in ihren Projekten beispielsweise eine Reduzierung der Einmal- und Herstellkosten. Die durchschnittliche Baukastenkompetenz für alle beteiligten Unternehmen beträgt zudem nur 2,8 von 5.

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Kompetenzaufbau und Implementierung
Auch der durchschnittliche Implementierungsgrad der Baukästen in den beteiligten Unternehmen fiel mit dem Wert 2,6 von 5 vergleichsweise gering aus. So gibt es auch bei der Dokumentation der Baukastenanforderungen und der Baukastenarchitektur, der konsequenten Anwendung der Baukästen in den Kunden- und Entwicklungsprojekten und der kennzahlengestützten Überwachung der Baukastenqualität Nachholbedarf. Dies zeigt auch der durchschnittliche MRI der diesjährigen Studie, der mit 2,7 von 5 etwas geringer ausfällt als im Vorjahr (Abbildung 1).

Die Potenziale modularer Produktbaukästen werden nicht hinreichend genutzt
Um herauszufinden, welchen Einfluss der MRI auf den Unternehmenserfolg hat, wurde dieser anhand von fünf Kriterien ermittelt: Dem Erreichen der Umsatz- und Ergebnisziele sowie der Ziele für die Marktanteile in den letzten drei Jahren und der Kostenreduzierung und Umsatzerhöhung durch die Anwendung von modularen Produktbaukästen. Der durchschnittliche Erfolgsindex in der Studie beträgt 2,6 von 5.

Produktbaukästen

Insgesamt hat die Studie gezeigt, dass die Unternehmen mit einem hohen Anwendungsgrad von modularen Produktbaukästen im Schnitt 30 Prozent erfolgreicher sind als andere. Gleichzeitig wird aber auch deutlich: Es gibt viel Spielraum für Verbesserungen. Nur 17 Prozent der beteiligen Unternehmen können in die Gruppe der Unternehmen mit hohem MRI und hohem Erfolgsindexeingeordnet werden. 55 Prozent der Unternehmen weisen einen mittleren MRI und mittleren Erfolgsindex aus und 28 Prozent der Unternehmen sind in der Gruppe mit niedrigem MRI und niedrigem Erfolgsindex angesiedelt (Abbildung 2).

Stellhebel zur Erhöhung des MRI
Aus der statistischen Analyse lässt sich ein relevanter Einfluss von vier MRI-Kriterien auf den Unternehmenserfolgableiten. Dieser Zusammenhang kann genutzt werden, um wichtige Stellhebel zur Erhöhung des Modularization Readiness Index in den Unternehmen zu identifizieren.

Der Dokumentationsgrad der Baukastenanforderungen und der Grad der Nutzung des Baukastens in Projekten haben gemäß der Studie einen direkten Einfluss auf den Unternehmenserfolg. Eine vollständige Definition und Dokumentation der Baukastenanforderungen für die Zielmärkte zahlt sich also nachweislich aus. In der diesjährigen Studie erreicht der Gewinner des Modularization Readiness Awards Gold hier einen Wert von 4,8 von 5. Der Durchschnittswert der Unternehmen liegt mit 2,5 von 5 allerdings deutlich darunter und verspricht einiges an Entwicklungspotenzial. Das gleiche gilt für die Nutzung des Baukastens in Projekten. Während der beste Studienteilnehmer hier 4,4 von 5 erreicht, beträgt der durchschnittliche Nutzungsgrad der an der Studie beteiligten Unternehmen nur 2,5 von 5.

Visualisierung der funktionsorientierten Produktarchitektur

Ein weiterer Ansatzpunkt für Optimierungen sind die Baukastenkompetenzen in den Wertschöpfungsstufen Fertigung/Montage und Inbetriebsetzung/Serienvorbereitung, da auch diese einen direkten Einfluss auf den Unternehmenserfolg haben. Hier überzeugt, wer den Standardisierungsgrad von Komponenten und Modulen steigert und die modulare Gestaltung der Produktarchitektur weiter optimiert. Die Beherrschung dieser Stellhebel ist die Voraussetzung für die Realisierung von Kostenreduzierungen und Umsatzsteigerungen durch den Baukasten. In der diesjährigen Studie erreichte der beste Teilnehmer im Funktionsbereich Fertigung/Montage einen Wert von 4,0 von 5. Im Durchschnitt der Studie wird aber nur ein Wert von nur 2,8 von 5 erreicht. Für die Inbetriebnahme/Serienvorbereitung erreichte der Award-Sieger 3,8 von 5. Der Durchschnittswert der beteiligten Unternehmen an der Studie betrug nur 2,9 von 5.

Konsequente Umsetzung
Aktuelle Best-Practices zur Anwendung modularer Produktbaukästen liefern die MAN Truck & Bus AG, die Dieffenbacher GmbH und die Mediseal GmbH. Sie wurden im Rahmen der diesjährigen ID-Consult Managementkonferenz im Juni mit dem Modularization Readiness Award ausgezeichnet. Die Auswahl der Sieger erfolgte durch die Mitglieder einer Jury, die den VDI-Bayern, den VDMA, das IKT der RWTH in Aachen und die Gesellschaft für Produktionsmanagement (GfPM) repräsentieren.

Bei allen drei Siegerunternehmen wird die Modularisierungs- und Baukastenphilosophie von der Geschäftsleitung als wichtiger Bestandteil der Unternehmensstrategie ausgewiesen und aktiv gelebt. Eines der prämierten Unternehmen gibt den Standardisierungsgrad als Kennzahl vor und überwacht diese in den Projekten. Beim Requirements Management setzen die Best-Practice-Unternehmen auf ein zweistufiges Vorgehen (Sicht 1: Voice of the Customer; Sicht 2: Baukastenlastenheft mit Ausweis von Variantentreibern). Zudem wird eine generische Produktstruktur definiert und genutzt, die den Ausweis von Parametermodellen für Komponenten einschließt. Alle Best-Practice-Ansätze sind in einem durch spezifische Softwarelösungen gestütztem Baukastenarchitekturmodell dargestellt und miteinander verknüpft sein. Weiter zeichnet die Award-Gewinner aus, dass alle Projekte aus dem Baukasten abgewickelt werden. Das gilt insbesondere für die Kundenprojekte im Projekt- und Anlagengeschäft.

Erfolgreiche Baukastenphilosophie
Die Optimierung von modularen Produktbaukästen erfolgt in Best-Practice-Unternehmen immer aus einer gesamtheitliche Perspektive und nicht aus Einzel- oder Teilperspektiven. Das macht auch den Erfolg bei den Siegern des Modularization Readiness Awards aus. So wird beispielsweise nicht ein einzelnes Produkt, sondern das gesamte Produktportfolio betrachtet. Entscheidungen werden zudem nicht nur am Erfolg der Entwicklung, sondern am Gesamterfolg in allen Wertschöpfungsstufen bewertet und der Erfolgsmaßstab für den Einkauf ist nicht der Einkaufserfolg in einem Projekt, sondern der Erfolg aller Projekte, die bezüglich der definierten Zielmärkte aus dem Baukasten bedient werden. Die Umsetzung dieses Optimierungsansatzes ist die Erfolgsformel für einen modularen Produktbaukasten und gleichzeitig die größte Herausforderung (Abbildung 3). -sg-

Dr. Gerhard Tretow, Laura Jane Hoffmann; ID-Consult GmbH

ID-Consult, München, Tel. 089/8906364-0, http://www.id-consult.com

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