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PLMPLM für die Schönheit

Bis ein Kosmetikprodukt auf den Markt kommt, durchläuft es bei Henkel einen komplizierten Lebenszyklus. Geburtsort für eine neue Idee kann beispielsweise eine Kooperation mit einem Rohstofflieferanten sein. Die Entwicklung von Haarkosmetik, Körper-, Haut- und Mundpflege sowie Produkten für das Friseurgeschäft fängt bei Henkel grundsätzlich damit an, dass die Entwickler ihre neu erdachte Rezeptur in eine Product Lifecycle Management (PLM)-Software für Prozessfertiger einpflegen.
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PLM: PLM für die Schönheit

Die Produktentwicklung von Beauty Care bei Henkel in Düsseldorf ist für Uwe Laabs ein ganz besonderer Arbeitsplatz: Zwar ist der Wirtschaftsinformatiker eigentlich für IT-Prozesse und Service Management im Bereich Product Lifecycle Management (PLM) zuständig, doch als gelernter Laborant denkt er sich gern in die Entwicklungsprozesse neuer Shampoos oder Hautpflegemittel hinein. Und da tut sich bei Beauty Care, einem der Unternehmensbereiche im Henkelkonzern neben Wasch- und Reinigungsmitteln sowie Klebstofftechnologien, einiges – unter anderem mit der Hilfe von Infor-Optiva, einer PLM-Lösung für Prozessfertiger. Seit 2002 fängt die Entwicklung von Haarkosmetik, Körper-, Haut- und Mundpflege sowie Produkten für das Friseurgeschäft bei Henkel grundsätzlich damit an, dass die Entwickler ihre neu erdachte Rezeptur in die PLM-Software von Infor einpflegen. Daran ist Uwe Laabs und seinem Team viel gelegen: Seine Kunden sind die Kollegen in den Entwicklungsabteilungen von Beauty Care, denen es die PLM-Lösung möglichst einfach machen soll, alle gesetzlichen und von Henkel intern vorgeschriebenen Regeln zu beachten.

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Da 2013 eine neue Kosmetikverordnung in Kraft tritt und der Rohstoffsteuerung in der weltweiten Produktentwicklung eine immer größere Bedeutung zukommt, musste die PLM-Abteilung von Henkel jetzt nachlegen: „Um uns für die künftigen Anforderungen zu wappnen, haben wir über ein Upgrade nachgedacht – und haben uns wieder für Infor-Optiva, jetzt in der aktuellen Version 10 entschieden. Die Lösung ist sorgfältig auf die Prozessfertigung zugeschnitten und in der jüngsten Version so ausgefeilt, dass wir uns damit sehr gut aufstellen”, sagt Uwe Laabs. Die technische Phase der Migration ist bereits abgeschlossen. Phase zwei konzentriert sich nun auf die Prozesse: Wie kann die Entwicklung mit Unterstützung von Software noch glatter ablaufen? Schon jetzt hat Laabs mit seinem Team an verschiedenen Stellschrauben gedreht, so dass sich konkrete Verbesserungen ablesen lassen.

Vom Kamillenextrakt zum fertigen Shampoo

Bis ein Kosmetikprodukt auf den Markt kommt, durchläuft es bei Henkel einen komplizierten Lebenszyklus. Geburtsort für eine neue Idee kann beispielsweise eine Kooperation mit einem Rohstofflieferanten sein, erzählt Uwe Laabs: „Dort bekommt ein Entwickler einen Wirkstoff mit völlig neuen Eigenschaften vorgestellt. Aufgabe unserer Entwicklung ist es ja, möglichst günstige und qualitativ hochwertige Stoffe zu finden, die dem Verbraucher gleichzeitig einen Mehrwert, zum Beispiel in der Pflege, bieten. Erfüllt ein Stoff auf den ersten Eindruck diese Eigenschaften, erfasst ihn der Entwickler in Infor-Optiva und stößt einen Prüfprozess an, an dessen Ende der Stoff idealer Weise zur Verwendung in der Produktion freigegeben wird.”

Eine Statusnummer in Infor-Optiva kennzeichnet den Rohstoff vorerst als experimentell – Kollegen dürfen anfangen, damit zu rezeptieren. In den Laboren wird der Stoff dann unter die Lupe genommen – wie verhält er sich in Standardrezepturen? Wie steht es um physikalisch-chemische Parameter wie Dichte oder Viskosität? Diese Informationen fließen in das in Infor-Optiva integrierte Laborjournal: Führte man hier früher einmal eine Kladde aus Papier, findet sich die gesamte Dokumentation heute in einer Datenbank, mit der die Entwicklungsabteilungen übergreifend und zeitgleich arbeiten und Wissen teilen können.

„Manchmal stellt sich heraus, dass die Substanz nicht für das neue Shampoo geeignet ist – möglicherweise aber für ein anderes Produkt. Dann verbleibt der Stoff im PLM-System optional enthalten. Verfehlt er Anforderungen und Erwartungen komplett, wird er als nicht geeignet vermerkt und stirbt damit auch für alle weiteren Entwicklungen“, zählt Uwe Laabs auf. „Im Idealfall jedoch wird ein Workflow getriggert, der vom Entwickler über verschiedene Expertengruppen bis hin zur PLM-Abteilung eine Freigabe des Stoffes abfragt.” Die Daten zu dem neu eingeführten Kosmetikrohstoff wie etwa Preisinformationen, Regulatorien oder die toxikologische Freigabe werden dann an das ERP-System von SAP übergeben. Henkel setzt die Software aus Walldorf unternehmensweit ein, so dass alle Bereiche von den Laborjournalen der jeweils anderen profitieren und Zeit bei der Beurteilung von Rohstoffen sparen. Denn die Pflege aller Daten zu freigegebenen, verwertbaren Rohstoffen läuft in allen Henkel-Unternehmensbereichen zentral in SAP ab.

Schneller am Markt

Der Zugriff der PLM-Software auf die zentral gepflegten Daten im ERP zahlt sich für die Kosmetikfachleute bei Beauty Care aus: Weltweit arbeiten rund 47.000 Mitarbeiter bei Henkel, davon etwa 2.600 in der Forschung und Entwicklung. Dies entspricht etwa sechs Prozent der gesamten Belegschaft. Statt ständig selbst neue Stoffe untersuchen zu müssen, greifen die Entwickler auf das gesammelte Wissen der eigenen Kollegen zurück. Markteinführungen, wie zum Beispiel Syoss Haarpflege, Fa-Körperpflegeprodukte, Haarcolorationen oder auch andere Marken konnten nur deshalb so schnell von der Produktentwicklungsabteilung realisiert werden, weil die Daten transparent sind. „Dass alle unsere Produktentwickler die verwendeten Inhaltsstoffe im PLM-System sehen können, verkürzte die Time-to-Market enorm”, sagt Laabs.

Gleichzeitig wird damit sichergestellt, dass nur solche Rohstoffe in den Rezepturprozess gelangen, die regulatorisch für die vergleichbaren Einsatzgebiete oder Regionen freigegeben sind. Mit der Versionierung der Rezepte im System behalten die Abteilungen den Überblick über den Stand der Entwicklung: Sobald neue Produkte an Hautmodellen getestet werden, fließen die Ergebnisse über ein Dokumentenmanagementsystem wieder zurück in die Produktinformationsakte in Infor-Optiva. Wird eine bestehende Rezeptur verbessert, löst sie die vorherige ab und ersetzt sie im System. Infor-Optiva bietet auch eine Generalogie für die Rezepturverwaltung: Ein Stammbaum zeigt, über welche Vorrezepturen ein aktuelle Kombination zustande gekommen ist. „Diese Nachvollziehbarkeit ist sehr wertvoll, weil wir rasch prüfen können, welche Ideen wir schon hatten und wohin sie geführt haben”, sagt erklärt Laabs.


Strategische Planung im Blick

Neben der Unterstützung der täglichen Arbeit bei der Entwicklung neuer Produkte geht es in der PLM-Abteilung aber auch um strategische Planung. Hier helfen die Analysen und Berichte, die in Infor-Optiva generiert werden können. Beispiel Rohstoffpreise: Auf Basis der aktuellen Preise simuliert Infor-Optiva, wie sich die Kosten einer Rezeptur verbessern lassen. Oder die Rezepturzählung: Hier liefert die PLM-Software einen Bericht, was aktiv verwendet wird, welche Entwicklungen in der Pipeline sind und welche Inhaltsstoffe eingesetzt werden. Diese Informationen sind unter anderem auch für die regulatorische Abteilung wichtig, die immer abgleicht, welche Konzentrationen vom Gesetzgeber erlaubt sind und was aktuell verwendet wird. Künftig will Uwe Laabs hier noch weitergehen und auf dieser Basis eine Lösung entwickeln, wie Rezepturen automatisch danach bewertet werden können, ob ein chemischer Stoff über die Kosmetikverordnung reglementiert ist und ob es zu Wechselwirkungen mit anderen Stoffen kommen kann. Hier hilft das optionale Optiva-Modul Guidelines & Restrictions.

Standortübergreifend arbeiten

Strategische Arbeit leistet die PLM-Abteilung auch bei der Komplexitätsreduzierung: Für die PLM-Abteilung heißt das einerseits, dass sie aufspüren muss, an welchen Stellen sich die Anzahl der verwendeten Rohstoffe verkleinern lässt. Zum anderen muss sie auf Möglichkeiten zum Volumeneinkauf achten. Hier kommt die Internationalität von Infor-Optiva ins Spiel: In den vergangenen Jahren hat Henkel die Lösung in vier weiteren Entwicklungsabteilungen in Nord- und Südamerika, im Asiatisch-Pazifischen Raum sowie im Mittleren Osten und Nordafrika eingeführt. Zwar stehen die Server nach wie vor in Deutschland, aber alle Kollegen greifen auf die gleichen, in Englisch abgelegten Daten zu. Im engen Dialog mit dem Einkauf ergeben sich aus der globalisierten Arbeitsweise Beschaffungsvorteile: Autorisierte Lieferanten sind in SAP angelegt und werden in Infor-Optiva geladen. Hier können Mitarbeiter dann prüfen, ob ein Rohstoff weltweit verfügbar und einsetzbar ist. „Durch die gezielte Lieferantenauswahl stellen wir sicher, dass wir mit weniger Rohstoffen die gleiche Qualität liefern”, fasst Laabs zusammen.

Am Ende eines Produktlebenszyklus geht es bei Henkel auch um die Frage, ob eine Rezeptur biologisch abbaubar ist und mit möglichst nachhaltigen Rohstoffen entwickelt wurde. Einmal jährlich veröffentlicht der Konzern einen Nachhaltigkeitsreport und bezieht sich neben Abbaubarkeit von Produkten auch auf den Anteil der nachwachsenden Rohstoffe in der Produktion. „Auch hier arbeiten wir streng wissenschaftlich und belegen alle Angaben mit Stoffdaten”, sagt Laabs. „Infor-Optiva trägt hier zu unserer Nachhaltigkeit bei, weil wir mit dieser Lösung die entsprechenden Daten bereitstellen können.”

Stefan Graf

Infor GmbH, Friedrichsthal, Tel. 06897/98330, http://www.infor.com

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