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DokumentenmanagementPLM für den Turbo

Automobilzulieferer organisiert seine Produktentwicklung und Multi-CAD-Umgebung mit SAP PLM
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Dokumentenmanagement: PLM für den Turbo
Effektives Management von geschäftskritischen Produktdaten wie etwa technischen Zeichnungen, Konstruktionsspezifikationen und Materiallisten ist ein Schlüssel für den Unternehmenserfolg. Und wenn die Fachleute, die sich auf diese Daten, Zahlen und Fakten verlassen, reibungslos und produktiv zusammenarbeiten können, werden Innovationen schneller verwirklicht und Produkte schneller auf den Markt gebracht. All das wollte der weltweit renommierte Automobilzulieferer BorgWarner Turbo Systems erreichen – und beschloss, sein veraltetes Produktdatenmanagement-System durch die Anwendung SAP Product Lifecycle Management (SAP PLM) abzulösen.

Kein Lagerarbeiter findet einen Artikel im Hochregal, kein Konstrukteur kann ohne Freigabe seine Arbeit fortsetzen. Der reibungslose Betrieb von ERP- als auch PDM-Systemen zählt heute für Unternehmen zur unverzichtbaren Basis für viele Firmenbereiche. Moderne IT-Systeme bieten viele Vorteile, die Auswahl der Software und Partner sowie die Systemeinführung und Pflege will allerdings sorgsam geplant sein. Systemumstellungen können hier einschneidende Veränderungen mit sich bringen und wollen gut überlegt sein. Denn ein Systemwechsel stellt für alle Beteiligten immer einen Kraftakt dar. Neue Systemkomponenten müssen miteinander harmonieren, Daten sind zu migrieren, Mitarbeiter zu schulen.

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Zu den Branchen, die auf leistungsfähige IT-Werkzeuge angewiesen sind, zählt die Automobilindustrie. Insbesondere weltweit aktive Zulieferer wie die BorgWarner Turbo Systems, eine Division des global aktiven Konzerns BorgWarner, Inc., werden durch den zunehmend intensiveren Wettbewerb dazu gezwungen, Innovationen in immer kürzeren Produktzyklen und verbesserter Qualität auf den Markt zu bringen.

BorgWarner Turbo Systems ist einer der Pioniere in der Entwicklung von Turboladetechnologie. Das Unternehmen beschäftigt an 14 Standorten in 12 Ländern rund 5.100 Mitarbeiter und fertigt mehr als sieben Millionen Turbolader pro Jahr. Die Muttergesellschaft BorgWarner Inc. erwirtschaftete 2011 mit rund 19.250 Mitarbeitern einen Umsatz von 7,1 Milliarden US-Dollar. Die Kunden und Partner des Herstellers von Aufladesystemen erwarten weltweit stabile Entwicklungs- und Freigabeprozesse auf der Basis eindeutiger, nachvollziehbarer Produktdaten.

Produktdatenverwaltung global

Ein umfassendes, zuverlässiges und ausgefeiltes Produktdatenmanagement spielt daher eine Schlüsselrolle, wenn es gilt, diese Herausforderungen zu meistern. Das vorhandene, im Jahr 1995 eingeführte PDM-System, war diesen Ansprüchen nicht mehr gewachsen. Da im Unternehmen schon lange SAP R/3 erfolgreich eingesetzt wird, lag es nahe, SAP PLM für die Verwaltung der Produktdaten zu nutzen. Darum entschloss sich das Unternehmen am Hauptsitz im rheinland-pfälzischen Kirchheimbolanden, den globalen Prozess der Produktdatenverwaltung neu zu organisieren und zu optimieren. Das Gesamtsystem sollte als globaler Backbone alle Entwicklungs-, Organisations- und Produktionsprozesse unterstützen. „Diese Entscheidung eröffnete die neue Möglichkeit, Produktions- und Produktdaten in einem zentralen System integriert zu verwalten“, erklärt Bernhard Luy, verantwortlicher Manager für die Global PLM Systems und PLM-Projektleiter.

Die Vorbereitungen für den Systemwechsel waren äußerst zeitintensiv. Luy und sein Team nahmen die vorhandene Umgebung gründlich unter die Lupe und begannen, eine Wunschliste aufzustellen. Die neue Lösung musste eine langfristig tragfähige Antwort auf die Herausforderungen sein, die sich dem Unternehmen stellten. Sie musste dynamisch mit dem Unternehmen mitwachsen. Und: Sie musste sich eng mit der vorhandenen IT-Plattform verzahnen lassen und die vielfältigen CAD-Systeme der Firma nahtlos aufnehmen sowie globale Produktentwicklungsprozesse unterstützen.

Herausforderung Multi-CAD

Um den Anforderungen der Kunden gerecht zu werden, betreibt BorgWarner Turbo Systems eine Multi-CAD-Umgebung: Pro/Engineer ist das Kernsystem mit weltweit rund 180 Arbeitsplätzen, dazu kommen Catia V5 (rund 60 Arbeitsplätze) sowie Siemens NX mit zehn Arbeitsplätzen. Ein neues PDM-System musste zwingend hierfür ausgelegt sein. Nach der gründlichen Analyse und Auswertung entschied man sich für SAP PLM. „Das System erfüllte alle Kriterien. Es ist eine flexible, zuverlässige Lösung, die sich nahtlos in unsere umfassende SAP ERP-Anwendungsumgebung einfügt. SAP PLM bietet alle Funktionen, die wir brauchen, insbesondere Versionsverwaltung und CAD-Datenkonvertierung, und unterstützt das Änderungsmanagement sowie globale Konstruktionsprozesse und grenzüberschreitende Zusammenarbeit.“

Als SAP-Großkunde hatte BorgWarner Turbo Systems bereits intern für den Aufbau von SAP-Expertise gesorgt. „Wir hatten umfassendes Wissen und praktische Erfahrung mit SAP-Software und mit den Prozessen für das Produktdatenmanagement. Nur eines fehlte uns damals: die speziellen Qualifikationen für SAP PLM.“ Um diese Wissenslücken zu überbrücken, holte sich das Unternehmen externe Implementierungspartner ins Boot. „In der Anfangsphase arbeiteten wir an unseren verschiedenen Standorten eng mit einer Reihe von Partnern zusammen. Dank dieser Unterstützung konnten wir einen Pool von internen Ressourcen aufbauen. Als wir dann die späteren Implementierungen in Angriff nahmen, konnten wir fast ausschließlich mit unseren eigenen Spezialisten arbeiten“, sagt Luy.

Projekt-Kickoff war 2007 an einem der US-Standorte von BorgWarner Turbo Systems. Hier wurde das Team bei der ersten Planung, der Datenmigration und dem Pilotprojekt von einem externen Partner unterstützt. Nach dem erfolgreichen Abschluss dieser Anfangsphase wurde die Lösung in drei weiteren Niederlassungen in Deutschland, dem Vereinigten Königreich und den USA eingeführt. „Heute sind alle neun weltweiten Engineering-Standorte an SAP PLM angekoppelt. Damit sind wir einer der größten SAP PLM-Benutzer weltweit“, betont Luy.

Entscheidung mit Format

Eine wichtige Rolle spielte die Entscheidung für Datenformate. „Wir setzen bei 2D auf das Tiff-Format, bei 3D nutzen wir das JT-Format“, sagt Luy und ergänzt „im Rahmen des Umstiegs wurde uns schnell klar, dass wir eine automatische Konvertierungslösung für unsere CAD-Daten benötigen, um die Konstruktions- und Freigabeprozesse CAD-neutral zu optimieren.“ Durch die Automatisierung wollte BorgWarner Turbo Systems sicherstellen, dass die Zeichnungskopf-Informationen auf den 2D-CAD-Originalen und den Dokumenten im neutralen Tiff-Format mit den Informationen in der SAP-Datenbank übereinstimmen.

Für die Konvertierung der CAD-Dokumente entschied man sich für die Lösung mit der Conversion Engine von Cideon. Diese wandelt Modelle und Zeichnungen in Neutral- und Austauschformate um und versieht sie mit Statusinformationen. Eine Ablaufüberwachung entlastet das SAP/R3-Job-System und bietet jederzeit einen Überblick über die anstehenden Konvertierungsaufträge. Die Conversion Engine Clients steuern die unterschiedlichen Applikations- oder CAD-Konverter zur Neutralformaterzeugung. Die Neutralformate (Tiff- und JT-Dateien) dienen dem Aufbau digitaler Archive sowie der Dokumentverteilung auf Papier oder in digitaler Form. Mit einem Freigabevermerk können sie Mitarbeitern aller Unternehmensbereiche, Lieferanten oder auch Kunden zur Verfügung gestellt werden. Der Automobilzulieferer betreibt inzwischen an den Standorten in Deutschland, USA und in den China dreizehn Konvertierungsserver.

Mit der Einführung von SAP PLM und der Konvertierungslösung wurde das Ziel erreicht, dass im Produktentstehungs- und Freigabeprozess die Neutralformate automatisch erstellt werden. Eine Manipulation der Daten innerhalb der Prozesskette wird somit verhindert.

Mehr Transparenz, schlankere Prozesse

Heute arbeiten bei BorgWarner Turbo Systems rund 400 Konstrukteure mit SAP PLM, etwa 1.600 Anwender haben Zugriff auf SAP ERP. Das Unternehmen profitiert tagtäglich von der Umstellung: Heute haben die Mitarbeiter schnellen und unkomplizierten Zugriff auf aktuelle Dokumente. Sie können Genehmigungen schneller beantragen und erteilen, wodurch Workflows beschleunigt werden. Da außerdem alle Metriken in einer einzigen, zentralen Datenbank gespeichert werden, hat sich die Qualität und Konsistenz der Daten deutlich verbessert – und Datenredundanz gehört der Vergangenheit an. Ein weiterer Vorteil von SAP PLM ist die Unterstützung eines vollständig integrierten Änderungsmanagements. Früher wurde dieser Prozess von einer eigenständigen Drittanbieter-Anwendung ohne Schnittstelle zur PDM-Lösung oder zur SAP-Software abgewickelt. Heute ist er ein fester Bestandteil der PLM-Umgebung. „Das integrierte Änderungsmanagement in SAP PLM gibt uns mehr Spielraum und gleichzeitig eine zuverlässigere und stabilere Grundlage für Entscheidungsprozesse“, erklärt Luy. „Seit der Einführung von SAP PLM brauchen wir für die Bearbeitung von Änderungsanträgen für Produkte oder Rohstoffe nur noch halb so viel Zeit.“

Auch weitere Projekte sind bereits in Planung: „Wir wollen ein Upgrade auf die Version 7 von SAP PLM durchführen und haben unsere Anforderungen und unsere eigene PLM-Strategie mit dem Team von SAP besprochen“, berichtet Luy. „Nachdem der globale SAP-PLM Roll-Out nun abgeschlossen ist, arbeiten wir daran, unsere neue PLM-Landschaft zu optimieren, um noch mehr Nutzen daraus zu gewinnen.“ -sg-

BorgWarner Turbo Systems GmbH, Kirchheimbolanden Tel. 06352/7533-0, http://www.borgwarner.com

SAP AG, Walldorf Tel. 0800/5343424, http://www.sap.de/plm

Cideon Software GmbH, Görlitz Tel. 03581/3878-0, http://www.cideon-software.de

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