smart engineering - Industrie 4.0 aus einer Hand
Home> IT Solutions> PLM/ERP/MES> PLM> Materialdatenmanagement: Eine Quelle, eine Software, eine Plattform

MaterialdatenmanagementMaterialdatenmanagement: Eine Quelle, eine Software, eine Plattform

Wissen Betreiber genau, was in ihren Produktionsanlagen steckt? Halten sich Zulieferer an die Materialvorgaben? Wohl eher nicht. Ein Grund hierfür sind meistens fehlende Informationen. Abhilfe schafft der Materialdatenmanager (MDM) von Vescon, der als Online-Datenbank permanent verfügbar ist und aktuelle Daten bereitstellt. Er unterstützt bei der Projektierung und Anlagenentstehung den End-to-End Prozess des Material- und Stücklistenmanagements inklusive Freigaben. So wird die Zusammenarbeit zwischen Betreibern, Zulieferern und Bauteileherstellern wesentlich vereinfacht. Bereits in der Produktentwicklung herrscht darüber hinaus Klarheit, was eigentlich verbaut werden soll beziehungsweise darf. Davon profitieren alle Beteiligten im Produktlebenszyklus.
sep
sep
sep
sep
Materialdatenmanagement: Materialdatenmanagement: Eine Quelle, eine Software, eine Plattform

Der Materialdatenmanager (MDM) ist ein virtueller Treffpunkt für Hersteller unterschiedlichster Portfolios für Elektrotechnik, Fluidik oder Mechanik zu verstehen. Sie pflegen hier einheitlich, qualitativ hochwertig - und vor allem auf die Bedürfnisse im Engineering zugeschnitten - ihre Bauteildaten. Anlagenbetreiber definieren hier das zu verwendende Material, und Zulieferer haben leichtes Spiel, dieses Material ohne Mehraufwand direkt zu verwenden. Ein ausgefeiltes Rechtesystem steuert die Zugriffe. MDM ist ein Werkzeug, das Anlagenbetreibern dabei hilft, eine wesentliche ihrer vielschichtigen Herausforderungen zu meistern: Nämlich das Materialhandling mit all seinen Facetten im internationalen Entstehungs – und Instandhaltungsprozess ihrer Anlagen zu harmonisieren und zu verschlanken. Der erste Schritt in diese Richtung: Weg von verteilter Datenverwaltung in heterogenen Systemlandschaften. Weg von der Excel-Kommunikation mit inkonsistenten Informationen und Medienbrüchen. Hin zu soliden E-Hardware Bauteile-, Geräte- und Systemdaten, die auf einer zentralen Plattform von allen Beteiligten gleichermaßen genutzt werden. Der Datenübernahme in unternehmenseigene Systeme wie ERP steht nichts im Wege.

Anzeige

Die Quelle der Wahrheit

Alle Herstellerdaten fließen in eine gemeinsame MDM Materialdatenbank, die das schnelle Finden geeigneter Teile durch übliche Funktionen wie Suche, Filtern oder Gruppieren unterstützt. Hier werden die Produktdaten von rund 1.000 Herstellern online erfasst und über den gesamten Produktlebenszyklus gepflegt. Der große Vorteil für die Instandhaltung: der Bauteilelebenslauf nebst Nachfolgern bleibt hier historisch nachvollziehbar, denn Hersteller nutzen den MDM auch dafür, um Produkte abzukündigen und Nachfolger vorzustellen. Das sichert die Materialkompatibilität über die gesamte Lebensdauer der Anlage. Mit Hilfe von Verwendungsnachweisen erleichtert dies das Finden geeigneter Ersatzteile sowohl für die Instandhaltung als auch im Fall von Umbauten bestehender Anlagen. Selbst wenn ein Betreiber mehrere Anlagen an unterschiedlichen Standorten im In- und Ausland plant, verwendet er ein und dieselbe Datenbasis, aus der er die entsprechenden Materialfreigabelisten für seine Zulieferer zusammenstellt.

Materialstandards sorgen nicht nur für nachhaltig kompatible Bauteile sondern zudem für gehörige bereichsübergreifende Kosteneinsparungen entlang des gesamten Materialmanagementprozesses. Ohne seine Unabhängigkeit aufzugeben, verhandelt der Einkauf bessere Konditionen, Lagerplatz wird gespart und der Aufwand an Wareneingang und Warenausgabe wird reduziert.

Handelt es sich um komplexere Geräte, so fällt bei reduziertem Portfolio auch der Schulungsbedarf entsprechend geringer aus. Gleichermaßen optimiert die Materialstandardisierung die Anlagenwartung. Selbst wenn Ersatzteile nicht mehr beschafft werden können, sind in der Datenbank freigegebene Alternativen für den Einbau des Nachfolgers benannt. Eine aufwändige Recherche nach Ersatzprodukten entfällt dadurch. Dies gilt auch für den Fall, in dem sich beispielsweise ein Bauteil eines Gerätes als im Betrieb nicht belastbar genug herausstellt. Dank Standardisierung und Verwendungsnachweis ist somit rasch klar, wo Handlungsbedarf herrscht. In der Praxis bedeutet dies, dass Informationen bereitstehen, in welchen Anlagen und in welchen Freigabelisten es gilt, Komponenten auszutauschen, um sie dann auch in den internen Verwaltungssystemen zu sperren.

MDM im Automobilbau

Branchen wie der Automobilbau spielen oft eine Vorreiterrolle: Ihre Hardware-Standards leisten einen entscheidenden Beitrag zu ihrer Wertschöpfung. Ihnen gelingt es, ein und dasselbe Fahrzeugmodell auf mehreren Kontinenten zu produzieren. Ihre Standards sind dabei ein Erfolgsfaktor, um die Werke konform aufzubauen, und dazu die Vielzahl ihrer Zulieferer sowie die lokalen Compliance-Anforderungen unter einen Hut zu bekommen. Konzipiert, mit- und kontinuierlich weiterentwickelt wurden einige dieser Standards mit all ihren Facetten von der Vescon, einem Ingenieur-Dienstleister aus Frankenthal bei Mannheim.

Drei große Plus im MDM

1. Der Abnahmeprozess mit den zahlreichen Zulieferern läuft um einiges besser, wenn der Betreiber seine Materialfreigabelisten analog zum Projekt bis auf Auftrags- oder Maschinenebene strukturiert. Einige orientieren sich auch an Technologien wie Antrieben. Jede Struktur reduziert den Pflegeaufwand für Materialdaten und Freigabelisten ebenso wie das gezielte Steuern der Zugriffsrechte.

2. Eine wichtige Rolle spielt der MDM auch als Plattform für den Datenaustausch zwischen Betreiber, Zulieferern und Herstellern. Dazu zählt, dass die Stücklisten in die E-CAD-Systeme in nativem Eplan beziehungsweise Ruplan oder auch in Excel Format samt Plänen in den MDM zurückgeschrieben werden. Hier erfolgt ein automatischer Abgleich mit den Freigabelisten, durch den nicht freigegebene Materialien gekennzeichnet werden. Dieser Prozess erhöht die Sicherheit, dass wirklich das gewünschte - dem internen Standard entsprechende - Material verbaut wird.

3. Auch die internen Abläufe des Betreibers verfeinert der MDM, zum Beispiel indem die zurückgeschriebenen elektrotechnischen Stücklisten in den nachgelagerten Unternehmens-prozessen direkt weiterverarbeitet werden können, als Projektstückliste oder in konsolidierter Form. Sind überdies die Datenfelder mit den Informationen für die Kollegen aus den kaufmännischen Bereichen ausgefüllt, können sie ihre Aufgaben erheblich leichter erledigen.

Nützling im internationalen Geschäft

Hersteller können ihr Elektro- und Fluidik-Portfolio im MDM mehrsprachig aufbereiten. Die Stücklisten werden daher in Eplan beziehungsweise Ruplan automatisch übersetzt – einheitlich und ohne zusätzlichen Aufwand auf Betreiber- oder Zuliefererseite. Von entscheidender Bedeutung für den Betreiber ist dabei die Auslegung der Anlage an die lokal oder auch intern geltenden Vorschriften. Damit die Konstrukteure bei der Materialauswahl in Sachen Compliance stets auf der sicheren Seite sind, können im MDM Informationen speziell für Zertifizierungen, Normen und Zulassungen wie CE, UL, CCC, oder CSA gepflegt werden.

MDM als Analyst

Sind die Bauteile in Materialfreigabelisten im Projekt oder in einer Stückliste verwendet, lassen sich Auswertungen jeder Art erzeugen. Sie bieten Klarheit über freigegebene Geräte, Bauteile und Systeme sowie über ihren Einsatz in Anlagen und Werken. Klarheit herrscht auch über die Varianz von Komponenten, das Geschäftsvolumen pro Hersteller sowie nicht zuletzt über alle Zulieferfirmen nebst deren zurückgeschriebenen Stücklisten.

Begleitet von Materialhistorie, Verwendungsnachweise, Produktbeschreibungen, et cetera unterstützen diese Analysen faktenbasierte Entscheidungen und schmälern den Raum für Bauchgefühl und Spekulation.

Ziemlich beste Freunde: Zulieferer und MDM

Ein Traum für jeden Konstrukteur: Fix- und fertige Artikeldatenbanken projektspezifisch und passgenau für seine Aufgabe aufbereitet. Mit allen aus unterschiedlichen Bauteilkatalogen zusammengestellten Informationen, die er für seine Konstruktion benötigt. CAD Daten und Bestelldaten liegen in aktueller und geprüfter Form vor. Ein weiterer Vorteil: Der gesamte Prozess der Material-Evaluierung entfällt. Den hat ihm der Anlagenbetreiber über seine Materialfreigabelisten bereits abgenommen.

Qualitativ hochwertig und umfassend serviert, sparen sich die Zulieferer dadurch sowohl den lokalen Aufbau des Material-Pools als auch seine Pflege. Selbst wenn Hersteller ihre Artikeldaten im Materialdatenmanager ändern, erfordert dies keine lokale Anpassung im CAD-System, denn er tut dies in der Online-Datenbank. Inkonsistente Materialdaten adé!

Ein erfreulicher Effekt sind die signifikante Zeitersparnis und der Abbau von Fehlerquellen zugleich, denn Eplan P8- und Ruplan-Anwender nutzen die für ihre Projekte relevanten Freigabelisten ihrer Kunden direkt online via Schnittstelle oder per Download. Andere E-CAD-Systeme nutzen sie über Excel.

Überblick garantiert

Der Materialdatenmanager beschleunigt die Kommunikation zwischen Anlagenbetreiber und Zulieferer deutlich. Wird beispielsweise zusätzliches Material benötigt, dann wickelt der Materialdatenmanager den entsprechenden Antrag und Freigabeprozess lückenlos, schnell und nachvollziehbar ab. Zudem können die Zulieferer vor Abgabe der elektrotechnischen Dokumentation sicherheitshalber über eine automatische Routine prüfen, ob das Projekt den Vorgaben entspricht. Unstimmigkeiten werden so gekennzeichnet, dass sie auf den ersten Blick identifiziert und fix korrigiert werden können.

Speziell bei diesen Routineabläufen besteht die Chance auf einen signifikanten Zeit- und Qualitätsgewinn. Dieses Potenzial können die Zulieferer wiederum in Kreativität und Innovation ummünzen, um sich einen Wettbewerbsvorsprung zu verschaffen.

Zulieferern steht der MDM kostenfrei zur Verfügung. Nach der Registrierung kann das Programm über http://www.materialdatenmanager.de herunterladengeladen werden.

Der Bonus dafür, dass Hersteller ihre Elektrokataloge im Materialdatenmanager der Vescon pflegen, ist der direkte Kundenkontakt plus harmonisierte Abläufe, beispielsweise bei der Auftragsabwicklung mit Kunden, Zulieferern und Betreibern.

Zweiter Bonus: Im Sinne einer Kosteneffizienz ist für Bauteile-, Geräte- und Systemhersteller eine zuverlässige Produktions- und Entwicklungsplanung substanziell. Als aussagekräftiges Analysewerkzeug liefert der MDM hierfür wichtige Erkenntnisse. Denn konsolidiert pro Anlage, pro Werk oder auch werksübergreifend, sprechen die Materialfreigabelisten der Betreiber Bände, so dass die Hersteller ihre Produktion und Weiterentwicklung zuverlässiger planen, termingetreuer liefern und so die Loyalität ihrer Kunden sichern können.

Dritter Bonus: Stellt sich heraus, dass ein Produkt den alltäglichen Belastungen nicht auf Dauer standhält, kann ein Hersteller über den MDM kommunizieren und einen adäquaten Nachfolger präsentieren.

Stetes Wachstum

Seit 2006 verzeichnet der MDM über 6.000 registrierte Anwender, rund dreiviertel von ihnen sind Maschinen- und Anlagenbauer. Gut 1.000 Bauteilhersteller, darunter alle Marktführer, nehmen jährlich über 10.000 Änderungen an ihren 20.000 aktiven Bauteilen mit gut 900 Vorgänger- beziehungsweise Nachfolgerdefinitionen vor. Alles mit Schwerpunkt Elektrotechnik und Fluidik. -sg-

Bernhard Adler, Frankenthal

Vescon, Frankenthal, Tel. 06233/6000-640, http://www.vescon.com, http://www.materialdatenmanager.de

Diesen Artikel …
sep
sep
sep
sep
sep

Weitere Beiträge in dieser Rubrik

PLM: Bombardier und Siemens kooperieren

PLMBombardier und Siemens kooperieren

Bombardier, der weltweit führende Hersteller von Zügen und Flugzeugen, arbeitet mit Siemens zusammen, um das Teamcenter-Portfolio für Product Lifecycle Management (PLM) auszubauen. Ziel ist es, eigene Engineering-Prozesse für die Produktentwicklung, -herstellung und den Support zu optimieren.

…mehr
IT-Solutions: Advanced Machine Engineering

IT-SolutionsAdvanced Machine Engineering

Siemens kündigt eine neue Lösung für die Industriemaschinen-Branche an: Advanced Machine Engineering. Die Software richtet sich an Maschinenhersteller, die sich steigender Produktkomplexität und kürzeren Lieferzeiten stellen müssen.

…mehr
Digitale Transformation: Vollgas für mehr Wachstum

Digitale TransformationVollgas für mehr Wachstum

KTM hat das Anwendungsspektrum der PTC Creo® CAD-Software sowie der PTC Windchill® PLM-Software signifikant erhöht. Das Unternehmen entschied sich außerdem für PTC ThingWorx Navigate®, der rollenbasierten App für das bereichsübergreifende Datenmanagement, die jeder einzelnen Unternehmensabteilung schnell und einfach die für sie relevanten Daten aus Windchill bereitstellt.

…mehr

ALM und PLMNeue Automotive-Lösung von Siemens

Siemens stellt eine neue, integrierte Lösung für die Softwareentwicklung in der Automobilbranche vor. Sie richtet sich an die zahlreichen kritischen Herausforderungen bei der Produktentwicklung, die mit der starken Zunahme von Embedded-Software in intelligenten Autos einhergehen. Siemens integriert dafür Application Lifecycle Management (ALM) mit Product Lifecycle Management (PLM) Software. 

…mehr
PLM: Leica Geosystems setzt bei Digitalstrategie auf Siemens

PLMLeica Geosystems setzt bei Digitalstrategie auf Siemens

Leica Geosystems, ein weltweit führender Anbieter für Messtechnik, hat sich zur Beschleunigung der digitalen Transformation für das Teamcenter-Portfolio der Business Unit für Product Lifecycle Management (PLM) von Siemens entschieden.

…mehr
Anzeige
Anzeige

Anzeige - Highlight der Woche

COSCOM Digital-PROZESS Meetings

Einladung zu COSCOM Digital-PROZESS Meetings

Mehr Profit vor dem Span! COSCOM connected …

… Manufacturing: CNC-Prozesse optimieren!

… Tool-Management: Rüstprozesse beschleunigen!

… Prozess-Management: Durchgängige Daten bis an die Maschine!

Aktuelle Termine und Orte hier

Anzeige - Highlight der Woche

Aras Whitepaper: Internet of Things - Kontext statt Chaos


Hier stellt Ihnen das Unternehmen Aras das Highlight der Woche vor.

White Paper jetzt kostenlos herunterladen!

Mediadaten 2018

Anzeige

White Papers auf smart engineering


In unserer neuen White Paper Sektion finden Sie lösungsorientierte White Paper unserer Partner zu IT-Standards, Anwendungshinweisen, Leistungsübersichten uvm. Jetzt kostenfrei downloaden.

Künstliche Intelligenz: Forschungsroboter “Roboy“ und Martina Mara

Video- Künstliche Intelligenz: Forschungsroboter “Roboy“ und Martina Mara


Welche Wirkung hat der Anblick von Robotern auf Menschen? Mit dieser Frage befasst sich das Team um Professor Markus Appel vom Campus Landau in einem aktuellen Forschungsprojekt. Mit ihrer Studien wollen die Forscher herausfinden, inwieweit wir Menschen künstliche Intelligenz als helfende Hand im Alltag akzeptieren oder ablehnen.

smart engineering in Social Networks

smart engineering Newsletter

smart engineering Newsletter kostenfrei abonnieren

Unser Newsletter informiert Sie über die wichtigsten Neuigkeiten, Produktentwicklungen und Trends aus der Branche. Jetzt kostenlos registrieren.

SCOPE Newsticker