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Product Lifecycle ManagementBesseres Qualitätsmanagement im Entwicklungsprozess

Automobilzulieferer müssen bei Produkten und Prozessen höchste Qualitätsanforderungen erfüllen. Das Unternehmen Thomas unterstützt und dokumentiert den Lebenszyklus der entwicklungsrelevanten Unterlagen mit CIM Database PLM durchgängig von der ersten Idee bis zum Ende der Aufbewahrungsfristen.

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Product Lifecycle Management: Besseres Qualitätsmanagement im Entwicklungsprozess

In einem Fahrzeug der Mittelklasse stecken, je nach Motortyp und Ausstattung, bis zu fünf elektromagnetische Aktoren, Ventile oder Dosierpumpen. Sie verbessern den Wirkungsgrad des Motors, reduzieren den Kraftstoffverbrauch, sorgen für eine sanfte Schaltung, steuern die Abgasreinigung, optimieren das Thermo-Management und erhöhen die Sicherheit. Thomas stellt solche Systemkomponenten für die Fahrzeugindustrie, aber auch für andere Branchen her. „Wo Standards aufhören, weil Kunden spezielle Probleme bei der Flüssigkeitszufuhr oder in anderen Bereichen lösen möchten, sind unsere Produkte zu finden“, sagt IT-Leiter Jens Ising. Thomas ist in Herdorf in Rheinland-Pfalz ansässig, beschäftigt rund 500 Mitarbeiter und erzielte im letzten Geschäftsjahr einen Umsatz von annähernd 100 Millionen Euro. Das Gros entfällt auf das Automotive-Geschäft mit namhaften OEMs wie BMW oder Daimler und renommierten Tier-1-Suppliern. Zweiter Geschäftsbereich ist die Mobilhydraulik, das heißt elektromagnetisch gesteuerte Hydraulikventile für die präzise Bedienung von Bau- und Landmaschinen.

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Das Unternehmen fertigt elektromagnetische Aktoren, Ventile und Pumpen in Stückzahlen von bis zu mehreren Millionen Einheiten pro Jahr. Die entsprechenden Produkte und Produktionslinien werden in Herdorf entwickelt und gefertigt – mit Ausnahme der Ventilblöcke, die eine US-Tochterfirma verantwortet. Sie soll kommendes Jahr an das PDM-System angebunden werden.

Die rund 40 Entwickler und Konstrukteure arbeiten mit Pro/Engineer, und nutzen daneben Catia und künftig auch NX entsprechend den Kundenanforderungen. Im Zuge der PDM-Einführung wurde das Team Data Management System für die Verwaltung der CAD-Daten durch Contact Workspaces abgelöst.

Prozessabläufe besser dokumentieren

Mit CIM Database hat Thomas das CAD-Datenmanagement erneuert und sein Produktdatenmanagement grundlegend optimiert; dies ist Bestandteil der umfassenden Zielsetzung des Unternehmen, mit dem PDM-System von Contact Software den kompletten Produktlebenszyklus zu unterstützen. CAD-Unabhängigkeit, Offenheit und Anpassungsfähigkeit der Lösung waren entscheidende Kriterien im Auswahlprozess. „Wichtig ist uns auch, dass Contact als Partner zu uns passt“, betont Ising.

Product Lifecycle Management: Besseres Qualitätsmanagement im Entwicklungsprozess

Ein wesentliches Ziel im Rahmen der PLM-Strategie ist es, die Abläufe in der Produktentstehung besser zu dokumentieren, um den anspruchsvollen Qualitätsmanagement-Anforderungen der verschiedenen Branchen Rechnung zu tragen: „Unsere Herausforderung in der IT besteht darin, die unterschiedlichen Anforderungen und Qualitätsvorschriften der Automobilindustrie, Mobilhydraulik und anderer Branchen im PLM abzubilden“, erläutert Ising.


Die lückenlose Dokumentation von Produkten und ihren Entwicklungsprozessen setzt voraus, dass alle entwicklungs- beziehungsweise änderungsrelevanten Unterlagen in den jeweiligen Versions- und Revisionsständen auffindbar sind. Das war in der Vergangenheit nicht durchgehend gewährleistet und erforderte teils großen Rechercheaufwand, wie der Stresstest durch die Simulation eines Produktrückrufs gezeigt hat. Welches die aktuelle Version der Kundenanfragen, Pflichtenhefte, Prüfberichte und andere Dokumente war, ließ sich nicht immer zweifelsfrei erkennen.

Die Geltungssicherheit des Datenbestands im PDM-System war deshalb eine wesentliche Voraussetzung, um bei Thomas den Aufwand für die Dokumentation der Regelkonformität (Compliance) zu reduzieren. Im Rahmen einer Urladung wurden zunächst die Metadaten aller im Vorjahr verkauften Artikel aus dem ERP-System in das PDM-System übernommen und dort von den Keyusern der Fachabteilungen um die CAD-Daten und Produktstrukturen ergänzt. „Wir haben uns gegen eine automatische Befüllung entschieden, weil wir die CAD-Daten bereinigen und zum Teil neu strukturieren wollten“, erklärt Ising.

Seit der Urladung erfolgt die Neuanlage von Artikeln und Stücklisten allein im PDM. Früher mussten die Konstrukteure diese manuell im ERP einpflegen, was zu Inkonsistenzen führen konnte, zumal die Nummernsysteme anfangs nicht identisch waren. Jetzt werden die Stammdaten bei der Prototyp-Freigabe via Webservices automatisch an das ERP-System Infor Com übergeben. Dabei wird über das hinterlegte Regelwerk geprüft, ob alle Pflichtfelder ausgefüllt sind und die dazu gehörigen Dokumente den entsprechenden Freigabestatus haben. Zeichnungen und Maßblätter werden in das PDF-Format konvertiert und an das Dokumentenmanagement des ERP-Systems exportiert.

Office-Dokumente neu strukturiert

Im nächsten Schritt wurde der Dokumentenbestand neu strukturiert und mit Projektbezug im PDM-System abgelegt. PDM-Projektleiter Michael Oerter kümmerte sich darum, die relevanten Dokumente für jede Benutzerrolle zu identifizieren und zu kategorisieren, sofern es für den entsprechenden Dokumenttyp nicht schon eine Vorlage gab: „Die Herausforderung bestand darin, die Ordnerstruktur des Dateisystems abzubilden und die Kollegen darin zu schulen, wie sie die Dokumente über Suchkriterien viel einfacher finden als über ihre gewohnten Ordner und Unterordner.“

Projekte dienen gewissermaßen als Klammer, innerhalb der Anwender Dokumente nach Kategorien und Ordnern suchen und finden. Für Datenkonsistenz sorgt, dass die Dokumente nicht mehr redundant in verschiedenen Unterordnern liegen, sondern nur noch einmal physikalisch im PDM-Vault gespeichert sind und in unterschiedlichen Kontexten wie Projekt, Aufgabe, Artikel usw. referenziert werden. Welche Dokumente zu bearbeiten sind, erkennen die Anwender anhand der offenen Punkte. „Sobald alle Dokumente im System sind, gilt es das Projektmanagement mit Zuordnung von Aufgaben und Terminen voranzutreiben“, sagt Oerter.

Änderungen organisieren

Product Lifecycle Management: Besseres Qualitätsmanagement im Entwicklungsprozess

Für technische Änderungen hat man vor kurzem die Engineering Change Management-Funktionalität von CIM Database eingeführt und einen formellen Prozess mit Änderungsanfrage, -auftrag und anderen Aktivitäten definiert, der darüber hinaus den besonderen Anforderungen von Thomas Rechnung trägt: Jede technische Änderung wird als eigenes Projekt behandelt, das über das zu ändernde Bauteil mit dem ursprünglichen Projekt und dem dafür zuständigen Projektteam verknüpft ist.

Die enge Verzahnung von Änderungs- und Projektmanagement hat den Vorteil, dass bei Bauteilen, die in mehreren Endgeräten verbaut sind, automatisch alle betroffenen Projekte und Teams in den Änderungsprozess einbezogen sind, sagt Ising: „Umgekehrt ist in jeder Projektmappe die Liste der Änderungsprojekte verzeichnet, so dass man jederzeit feststellen kann, warum etwas geändert wurde oder eben auch nicht. So werden immer wieder mal Maßnahmen vorgeschlagen, die wir aus guten Gründen schon vor Jahren verworfen haben.“

Transparenz bis in die Serienproduktion

Für jedes Endgerät und für jede Produktvariante wird ein Projekt angelegt, um das Entwicklungsvorhaben durch den Prozess zu steuern und die qualitätsrelevanten Aktivitäten zu dokumentieren. Dieses Projekt endet nicht mit dem Start of Production, sondern lebt in der Serie fort und begleitet das Produkt bis zum Ablauf der Aufbewahrungsfrist. Dadurch hat sich die Transparenz über den gesamten Produktlebenszyklus deutlich verbessert, betont Ising: „Im PDM-System als zentrale Informationsbasis ist heute jederzeit nachvollziehbar, wer für welches Bauteil zuständig ist.“

Da die Projekte erst mit Ablauf der Aufbewahrungsfrist enden, ist nicht genau festzustellen, wie sich der PDM-Einsatz auf die Projektlaufzeiten auswirkt. Ordnung im Datenbestand zu schaffen, sei zunächst ein Mehraufwand, der sich erst in ein paar Jahren richtig bezahlt machen wird, meint Oerter. Der Zeitaufwand für die Informationssuche habe sich aber jetzt schon signifikant reduziert, wie Ising an einem Beispiel darlegt: „Neulich fragte ein Kunde wegen einer geänderten Zeichnung nach. In zwei Minuten hatten wir den Vorgang in CIM Database gefunden, und konnten dem Kunden erläutern, was sich wo geändert hatte und warum. Im theoretischen Fall eines Rückrufs können wir nun schneller und einfacher unsere Regelkonformität nachweisen.“ -sg-

Michael Wendenburg, Sevilla (http://www.wendenburg.net)

Thomas Magnete, Herdorf, Tel. 02744/929-0, http://www.thomas-magnete.com

Contact Software, Bremen, Tel. 0421/20153-0, http://www.contact-software.com

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