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Ausbildung - Personenzertifizierung für PLM-Verantwortliche

AusbildungPersonenzertifizierung für PLM-Verantwortliche

Die erfolgreiche Durchführung der Integration und Steuerung von Informationen aus dem Produktlebenszyklus – der Kernaufgaben des Product Lifecycle Managements - ist anspruchsvoll. Sie erfordert ein Verständnis der Fachprozesse entlang des Produktlebenszyklus, der Potentiale und Herausforderungen moderner IT-Technologien und –Managementansätze, sowie die Fähigkeit interdisziplinär zu arbeiten und in komplexen Interessennetzwerken anspruchsvolle Lösungsansätze zu kommunizieren und über die Umsetzung bis zur Einführung zu begleiten. In anderen Worten: ein PLM Verantwortlicher sollte idealerweise eine sehr umfangreiche Menge an Qualifikationen und Erfahrungen mit sich bringen.

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Da es nur wenige Personen gibt, die ein solch anspruchsvolles Anforderungsprofil erfüllen, herrscht derzeit ein Fachkräftemangel in diesem Bereich. Eine Linderung steht zudem nicht in Aussicht, denn zunehmend komplexe Produkte, IT-Landschaften und Kunden-Lieferanten-Netzwerke werden diese Situation nur noch weiter verschärfen. Es gibt also dringenden Handlungsbedarf. Um dem existierenden Fachkräftemangel entgegen zu wirken, müssen Universitäten, Weiterbilder und Personalabteilungen an einem gemeinsamen Strang ziehen. Es bedarf geeigneter Grundlagenausbildung an den Hochschulen, berufsbegleitender Weiterbildungsangebote sowie systematisch vorausgedachter Qualifikationspfade in den Unternehmen.

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Und damit alle diese Ansätze sich optimal ergänzen, bedarf es eines gemeinsamen Verständnisses von der Rolle und den Aufgaben eines PLM Verantwortlichen und den Kenntnissen und Fähigkeiten, die eine solche Person besitzen muss. Studiengänge, Weiterbildungsangebote oder Personalentwicklungspfade können dann gezielt diese gemeinsam vereinbarten Kenntnisse und Fähigkeiten vermitteln beziehungsweise ausbilden und didaktische Konzepte an konkreten „Job-typischen“ Aufgaben ausrichten. Schließlich können so auch Zertifizierungsprüfungen und Zertifikate vorgesehen werden, die es Bewerbern ermöglichen, ihre Qualifikationen transparenter zu vermarkten, und Personalabteilungen erlauben, die Einstellung neuer Mitarbeiter nach eindeutigen Kriterien vorzunehmen.

Qualifikation für PLM-Verantwortliche
Seit Herbst 2015 bietet die Personenzertizierungsstelle der Fraunhofer-Gesellschaft (Fraunhofer-Personenzertifizierungsstelle) eine solche Zertifizierungsprüfung für das Thema „Professional Product Lifecycle Management (PLM)“ an. Bei der Konzeption dieser Zertifizierungsprüfung wurde ein Vorschlag für eine gemeinsame, branchenweit akzeptierte Definition der Rolle und der Qualifikation eines PLM-Verantwortlichen entwickelt. Diese Definition wurde im sogenannten „Zertifizierungshandbuch – Personalzertifizierung im Bereich PLM“ dokumentiert und im Internet unter www.personenzertifizierung.fraunhofer.de frei zugänglich veröffentlicht. Neben den Aufgaben-, Wissens- und Kenntnisbereichen eines PLM-Verantwortlichen ist in diesem Dokument auch beschrieben, in welcher Form eine solche Qualifikation in Form einer Zertifizierungsprüfung, gemäß üblicher Kriterien für die Personenzertifizierung (siehe DIN EN ISO 17024), nachgewiesen werden kann. Die fachlichen Inhalte des Dokuments mit konkretem PLM-Bezug wurden von einem PLM-Expertenfachausschuss entwickelt, dessen Bildung durch den Prostep iViP Verein unterstützt wurde und in dem PLM-Experten aus namhaften deutschen Unternehmen vertreten sind. Die formalen Kriterien für eine Norm-konforme Personenzertifizierung sowie für eine formal korrekte Formulierung von Wissens- und Kenntnisbereichen gemäß Deutscher Bildungsstandards wurden durch die Fraunhofer-Personenzertifizierungsstelle sichergestellt.

Tätigkeitsfelder PLM-Verantwortliche
Als übliche Tätigkeitsfelder eines PLM-Verantwortlichen werden in dem Zertifizierungshandbuch angeführt:

  • Die Untersuchung von Unternehmenssituationen in Bezug auf das Zusammenspiel von Informationsflüssen zwischen unterschiedlichen beteiligten Personen, Modellen und IT-Werkzeugen entlang von Fachprozessen im Produktlebenszyklus.
  • Die Konzeption, Argumentation und Planung von Verbesserungsmaßnahmen in Bezug auf das oben genannte Zusammenspiel, mit dem Ziel, Zeit, Kosten und Qualität zu optimieren.
  • Die Spezifikation neuer oder angepasster IT-Lösungen, ihrer Einsatzbestimmung und ihrer Einbettung in eine existierende Unternehmensbebauung (IT-Systeme, Hardware, operativer Betrieb, Organisationsstruktur).
  • Die Konzeption von Lösungsansätzen in einem PDM-System anhand von Produktstrukturen, Stücklisten, Varianten- und Konfigurationsmanagement, Workflows, Gültigkeiten und Zugriffsberechtigungen.
  • die Anbahnung und Begleitung von Projekten zur Einführung solcher IT-Lösungen und die Moderation der Kommunikation zwischen beteiligten Interessengruppen und die Planung und Steuerung von Änderungsprozessen.

Um konkrete Aufgabenstellungen in diesen Tätigkeitsfeldern professionell bearbeiten zu können, sollte ein PLM-Verantwortlicher über Wissen und Kenntnisse verfügen in Bezug auf die Wertschöpfungsprozesse entlang des Produktlebenszyklus, angefangen bei der Produktplanung und –entwicklung, über die Produktion und Logistik, bis hin zu Pflege und Wartung, Prozesse, Methoden und Technologien aus der Informationstechnik, wie etwa Softwareentwicklungsprozesse, Datenmodellierung, IT-Bebauungsplanung, sowie die Gestaltung des Zusammenspiels zwischen den Wertschöpfungsprozessen und der Informationstechnik, sowie die Einführung neuer Lösungen im Rahmen eines PLM-Projekts.

Der PLM-Verantwortlicher vermittelt
Während in den Bereichen der Wertschöpfung und der Informationstechnik vor allem Überblickswissen und ein grundlegendes Verständnis der Prozesse und Herausforderungen vonnöten sind, muss ein PLM-Verantwortlicher die wesentlichen Methoden für die Durchführung eines PLM-Projekts beherrschen. Diese umfassen unter anderem beispielsweise die Planung und Steuerung der Umsetzung und Einführung einer PLM-Lösung, die Konzeption neuer Prozessabläufe und einer geeigneten IT-Unterstützung, die Gestaltung fachlicher Modelle (z.B. eines neuen Systemlastenhefts) und ihrer technischen Abbildung in Form eines Datenmodells sowie geeigneter Autoren- und Datenverwaltungswerkzeuge.

Ein PLM Verantwortlicher muss also weder ein Fachexperte aus einem bestimmten Bereich der Wertschöpfung noch ein Softwareentwickler oder IT-Verantwortlicher sein, sondern muss die Schnittstelle zwischen diesen Feldern bilden können. Das bedeutet: kommunizieren, vermitteln, gemeinsam Lösungen konzipieren und umsetzen. Die angebotene Zertifizierungsprüfung „Professional Product Lifecycle Management (PLM)“ ist darauf ausgerichtet, diese Aspekte geeignet zu adressieren, indem entsprechende Frage- und Aufgabestellungen abgeprüft werden.

Die Zertifizierungsprüfung richtet sich an bereits gestandene PLM-Experten, die ihre Qualifikation zusätzlich durch ein Zertifikat nachweisen möchten, sowie insbesondere an Absolventen entsprechender PLM-Weiterbildungsangebote, wie etwa dem 3-wöchigen, berufsbegleitenden PLM Weiterbildungslehrgang „PLM Professional“, der von den Fraunhofer-Instituten IAO, IPK und IPT gemeinsam mit der Universität Bremen angeboten wird. Die Prüfung findet üblicherweise zweimal jährlich statt. -sg-

Fraunhofer-Institut (IPK), Berlin, Tel. 030/39006-214, www.ipk.fraunhofer.de, www.fit.fraunhofer.de

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