smart engineering - Industrie 4.0 aus einer Hand
Home> Market> News> Beherrschbare Komplexität bleibt Herausforderung des PLM

Accenture Studie zu DatensicherheitUnternehmen unterschätzen Cyberattacken

Accenture Studie zu Datensicherheit: Unternehmen unterschätzen Cyberattacken

Ein Drittel aller Cyber-Angriffe auf Unternehmen ist erfolgreich. Im Schnitt entspricht das für jedes Unternehmen zwei bis drei Angriffen pro Monat, bei denen die Sicherheitsvorkehrungen überwunden werden.

…mehr

NewsBeherrschbare Komplexität bleibt Herausforderung des PLM

Parallel zum Messedoppel IT & Business sowie DMS Expo fand in diesem Jahr erstmals die Kongressveranstaltung Product Life live im Herbst in Stuttgart statt. Dabei wurde klar: Zukünftig müssen PLM-Lösungen Zusammenhänge noch besser darstellen können und die Entscheidungsfindung auf Basis einer noch größeren Datenmenge erleichtern. Interessant dürfte auch die weitere Entwicklung beim Systems Engineering sein, wobei hier die hohe Komplexität und nicht zuletzt ein leistungsfähiges Datenmodell die Hürden darstellen.
sep
sep
sep
sep
News: Beherrschbare Komplexität  bleibt Herausforderung des PLM

„Heute unterstützen PLM-Lösungen vor allem administrative Prozesse, etwa die Freigabe von Änderungen“, sagte Prof. Michael Abramovici vom Lehrstuhl für Maschinenbauinformatik der Ruhr-Universität Bochum anlässlich der ‚Product Life live‘ in Stuttgart. Zukünftig müssten aber auch Management-Entscheidungen noch stärker in den Fokus rücken – etwa über entsprechende What-if-Abfragen und Analyse-Tools, beispielsweise zur Kohlendioxid-Thematik. Abramovici, gleichzeitig Komiteevorsitzender der ‚Product Life live‘, skizzierte damit anlässlich des von der Mesago Messe Frankfurt GmbH veranstalteten Anwenderkongresses mit Ausstellung die Weiterentwicklung der PLM-Technologie aus Sicht der Wissenschaft. „Herzstück einer PLM-Anwendung sei das Datenmodell“, so Abramovici weiter, „allerdings müsse dieses erweitert werden und zukünftig auch die zugehörigen Geschäftsmodelle mit abbilden.“

Anzeige

Interessant sei vor allem der Vergleich mit den so genannten ‚Smart Products‘, die über eingebettete Software und entsprechende Sensorik und Aktorik ‚intelligent‘ seien, erläuterte der Bochumer. „In PLM-Konzepten sprechen wir bislang hauptsächlich über die stücklistenbasierte Produktabbildung – komplexere Zusammenhänge werden dagegen noch nicht erfasst.“ Abramovici verglich die zu lösende Aufgabe mit der adaptiven Routenplanung moderner Navigationslösungen, die auch aktuelle Informationen wie beispielsweise Staumeldungen berücksichtigen und direkt eine alternative Route anbieten müssten. „Noch fehlt PLM-Angeboten eine entsprechende Semantik, die Zusammenhänge erkennt und darstellen kann.“

Immerhin: Erste Umsetzungen finden sich bereits in der Industrie, etwa der Semantic-PLM-Ansatz der Willstätter BCT Technology AG mit der Software Compositus (siehe CAD-CAM REPORT 7/8-2011, S. 22). Hier werden nicht nur über das PDM- und ERP-System hinausgehend Datenquellen wie etwa Mailsysteme erschlossen, sondern alle Fundstellen verknüpft – und auf diese Weise Zusammenhänge visualisiert.

In der sich anschließenden Diskussion mit den vier strategischen Partnern der Product Life live – Contact Software, Dassault Systèmes, Oracle Deutschland und Siemens PLM Software – fragte Moderator Ulrich Sendler, Technologieberater und Analyst in München, dann auch nach weiteren, schon existierenden Lösungsansätzen. „Wir verfolgen unter dem Stichwort ‚HD-PLM‘ – in Analogie zum hochauflösenden Fernsehen – genau diesen Management-Ansatz“, antwortete Thorsten Elsen, Marketing-Direktor Teamcenter bei der Siemens Industry Software GmbH & Co. KG (Siemens PLM Software; siehe CAD-CAM REPORT 7/8-2010, S. 12). Es gehe darum, die vorhandenen, umfangreichen Informationen und komplexen Zusammenhänge so aufzubereiten, dass die Mitarbeiter abhängig von ihrer Rolle im Unternehmen die relevanten Daten für ihre Entscheidung an die Hand bekämen.

Wichtig sei dabei vor allem die Frage, wie sich PLM-Lösungen trotz der steigenden Komplexität einfacher gestalten ließen, betonte Karl Heinz Zachries, Geschäftsführer der Contact Software GmbH. Denn von Seiten der Anwender komme sonst zu Recht die Kritik, dass insbesondere monolithische Systeme selbst zu komplex würden. Um etwa die frühen Phasen der Entwicklung – wenn vor allem Kreativität gefragt ist – zu unterstützen, haben die Bremer unlängst das Konzept der Workspaces vorgestellt (siehe CAD-CAM REPORT 1/2-2011, S. 20). Denn: Werden Ideen durchgespielt und entwickelt, benötigt man noch nicht den vollen Funktionsumfang einer PDM-Lösung, gleichwohl aber ein Werkzeug für die Teamarbeit. „Auf diese Weise lassen sich dann auch Management-Aufgaben noch besser unterstützen.“ Um beispielsweise das Anforderungsmanagement zu erleichtern, hat Contact unter anderem die Zusammenarbeit mit dem Virtual Vehicle Research Center (ViF) in Graz/Österreich intensiviert. Hier wird zurzeit im Rahmen der Grundlagenentwicklung ein Prozess- und Datenmodell für die strukturierte, systematische Erstellung und Umsetzung von Anforderungen mit entsprechenden ‚Use Cases‘ erarbeitet. Das soll die initiale Abstimmung über zukünftige Produkteigenschaften und die Gewichtung der Anforderungen systematisieren sowie deren Pflege und Nachverfolgung im Zuge des Produktentstehungsprozesses (PEP) transparent unterstützen und dokumentieren.

Speziell auf die Integration sozialer Netzwerke ging Jörg Schiebel ein, Geschäftsführer der Dassault Systemes Deutschland GmbH. „Über die Einbeziehung der Community kann man beispielsweise herausfinden, wie sich ein Produkt im Einsatz verhält, welche Auswirkungen es hat.“ Dadurch ließe sich die Basis für weitere Entscheidungen erheblich erweitern. „Zudem hat PLM schon heute die Kluft zwischen dem Engineering auf der einen und der Fertigung auf der anderen Seite geschlossen“, fuhr Schiebel fort. „Eine entscheidende Voraussetzung dafür sind jederzeit aktuelle Daten.“

Der Fokus müsse auf der so genannten Produkt-Wertschöpfungskette (Product Value Chain) liegen, die vom Innovations- und Portfoliomanagement über das Engineering bis hinein in die Fertigung reiche, erläuterte Ulf Köster, Sales Development Leader Western Europe im Bereich PLM bei der Oracle Deutschland B.V. & Co. KG. „Dabei spielt das Thema Offenheit eine wichtige Rolle, um durchgängige Prozesse sicherzustellen.“ Nur so ließe sich die enorme Komplexität auch bis hinein in die Lieferkette bewältigen. Köster verwies unter anderem auf den Computerhersteller Apple, der selbst keine Produkte produziere. „Nur die Entwicklung liegt bei den Kaliforniern selbst, die Fertigung übernehmen Partnerunternehmen rund um den Globus.“

Weitestgehend einig waren sich alle Unternehmensvertreter, dass zukünftig auch das disziplinübergreifende Management des Entwicklungsprozesses beim so genannten Systems Engineering – sprich die gleichzeitige Berücksichtigung von Mechanik-, Elektrik- und Elektronik- sowie Softwareentwicklung – eine entscheidende Rolle spielt. „Software gehört inzwischen zum Produkt, sie ist ein integraler Bestandteil“, sagte Thorsten Elsen für Siemens PLM Software. „Dieses systemgetriebene Denken wollen wir unterstützen!“ Insofern gebe es auch keinen Widerspruch zwischen dem klassischen Product Lifecycle Management (PLM) und dem Application Lifecycle Management (ALM) im Bereich der Software – beides gehöre zusammen, um die Abläufe aller beteiligten Entwickler zu harmonisieren.

Über das Systems Engineering hätte man an dieser Stelle gerne mehr erfahren, allerdings lieferte speziell dazu die Product Life live weitere Vorträge und einen Workshop. eDM-REPORT und CAD-CAM REPORT werden entsprechende Ansätze in den kommenden Ausgaben vorstellen. Eine der spannenden Fragen dabei wird sein, wie das zugehörige Datenmodell als Herzstück einer PLM-Lösung (siehe oben) beschaffen sein muss.


Michael Corban, eDM-REPORT

Mesago Messe Frankfurt GmbH, Frankfurt/Main Tel. 0711/61946-37, http://www.productlife.de

Diesen Artikel …
sep
sep
sep
sep
sep

Weitere Beiträge zum Thema

PLM-Technologie: Beherrschbare Komplexität  bleibt Herausforderung des PLM

PLM-TechnologieBeherrschbare Komplexität bleibt Herausforderung des PLM

Parallel zum Messedoppel IT & Business sowie DMS Expo fand in diesem Jahr erstmals die Kongressveranstaltung Product Life live im Herbst in Stuttgart statt. Dabei wurde klar: Zukünftig müssen PLM-Lösungen Zusammenhänge noch besser darstellen können und die Entscheidungsfindung auf Basis einer noch größeren Datenmenge erleichtern.
…mehr

Weitere Beiträge in dieser Rubrik

Book Release: „Digitalisierung auf mittelständisch“

Book Release„Digitalisierung auf mittelständisch“

Viele deutsche Mittelständler verspüren derzeit diese unbestimmte Angst: Die Entwicklung bei Industrie 4.0, Digitalisierung und Big Data rast an uns vorbei und überrollt unser traditionelles Geschäft. Der Unsicherheit und dem Wissensbedarf, wie das Thema anzugehen ist, begegnet PROCAD-Geschäftsführer Raimund Schlotmann in seinem neuen, praxisnahen Buch „Digitalisierung auf mittelständisch“ 

…mehr
METAV 2018: Industrie 4.0 im Fokus

METAV 2018Industrie 4.0 im Fokus

Heute hat die METAV 2018 – 20. Messe für Technologien der Metallbearbeitung – ihre Tore geöffnet. Bis Samstag zeigen 560 Aussteller aus 24 Ländern ihre Maschinen, Lösungen und Dienstleistungen rund um die Industrieproduktion.

…mehr

ExpertentippIst Ihr CRM fit für die DSGVO?

Am 25. Mai 2018 wird die Datenschutzgrundverordnung (EU-DSGVO) europaweit wirksam. Um keine hohe Strafe zu riskieren, müssen Unternehmen nachweisen können, was mit erhobenen Kundendaten geschieht. atlantis media erklärt, wie Unternehmen auf der sicheren Seite sind.

…mehr
News: Interoute Cloud mit neuem Angebot in São Paulo

NewsInteroute Cloud mit neuem Angebot in São Paulo

Interoute, ein globaler Cloud- und Netzwerkanbieter, hat bekannt gegeben, seine Dienste nun auch in São Paulo, Brasilien, anzubieten. Es ist der erste Standort des Unternehmens in Südamerika und wird verschiedene Verbindungslösungen in Zusammenarbeit mit Partnern vor Ort bereitstellen sowie ein neue Virtual-Data-Centre-Zone beherbergen.

…mehr
Anzeige
Anzeige

Anzeige - Highlight der Woche

COSCOM Digital-PROZESS Meetings

Einladung zu COSCOM Digital-PROZESS Meetings

Mehr Profit vor dem Span! COSCOM connected …

… Manufacturing: CNC-Prozesse optimieren!

… Tool-Management: Rüstprozesse beschleunigen!

… Prozess-Management: Durchgängige Daten bis an die Maschine!

Aktuelle Termine und Orte hier

Anzeige - Highlight der Woche

Aras Whitepaper: Internet of Things - Kontext statt Chaos


Hier stellt Ihnen das Unternehmen Aras das Highlight der Woche vor.

White Paper jetzt kostenlos herunterladen!

Mediadaten 2018

Anzeige

White Papers auf smart engineering


In unserer neuen White Paper Sektion finden Sie lösungsorientierte White Paper unserer Partner zu IT-Standards, Anwendungshinweisen, Leistungsübersichten uvm. Jetzt kostenfrei downloaden.

Künstliche Intelligenz: Forschungsroboter “Roboy“ und Martina Mara

Video- Künstliche Intelligenz: Forschungsroboter “Roboy“ und Martina Mara


Welche Wirkung hat der Anblick von Robotern auf Menschen? Mit dieser Frage befasst sich das Team um Professor Markus Appel vom Campus Landau in einem aktuellen Forschungsprojekt. Mit ihrer Studien wollen die Forscher herausfinden, inwieweit wir Menschen künstliche Intelligenz als helfende Hand im Alltag akzeptieren oder ablehnen.

smart engineering in Social Networks

smart engineering Newsletter

smart engineering Newsletter kostenfrei abonnieren

Unser Newsletter informiert Sie über die wichtigsten Neuigkeiten, Produktentwicklungen und Trends aus der Branche. Jetzt kostenlos registrieren.

SCOPE Newsticker