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Nachrichten MagazinWarum Autodesk Delcam übernahm

Die Übernahme von Delcam durch Autodesk war ein Paukenschlag für die CAM-Branche. Trotz der gut gefüllten Kasse der Amerikaner fragen sich viele, was die Gründe waren und wie es mit Delcam weitergeht. Im Rahmen einer Pressekonferenz im britischen Birmingham informierten beide Unternehmen über ihren weiteren gemeinsamen Weg.
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Nachrichten Magazin: Warum Autodesk Delcam übernahm

Autodesk hat den britischen Anbieter von CAD/CAM-Software, Delcam, im Februar 2014 übernommen. Für Autodesk war dies die bislang größte Akquisition der Firmengeschichte, für Delcam der Start in eine neue Zukunft. Obwohl beide Unternehmen an Börsen gelistet sind, ist der Größenunterschied groß: Autodesk hat 2013 einen Umsatz von 2,31 Milliarden USD erzielt, beschäftigt rund 7.300 Mitarbeiter, zählt 150 Millionen Anwender (im privaten und professionellen Bereich) und hat ein Barvermögen von 2,4 Milliarden USD angehäuft. Delcam, mit Hauptsitz im britischen Birmingham, hat weltweit mehr als 30 Niederlassungen, beschäftigt mehr als 700 Mitarbeiter und setzte im vergangenen Jahr rund 30 Millionen Euro um.

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Seit November 2013 war die Übernahmeabsicht bekannt, Delcam für 20,75 Britische Pfund (GBP) pro Aktie also in Summe 172,50 Millionen GBP zu kaufen. Die Fäden hierfür gesponnen hat Robert „Buzz“ Kross, Senior Vice President Design, Lifecycle und Simulation bei Autodesk: „Die Übernahme von Delcam ist für Autodesk ein wichtiger Schritt beim Ausbau unseres Geschäfts in Richtung Herstellung und Produktion, was über unsere Wurzeln im Konstruktionsbereich hinausgeht. Gemeinsam mit Delcam werden wir die Lösungen für Digital Prototyping weiterentwickeln“, betonte Kross in Birmingham.

Autodesk bezeichnet die Akquisition als strategisches Investment. Die Gründe hierfür sind laut Kross zum einen der Markterfolg von Delcam, einhergehend mit der respektablen Kundenbasis, sowie das profunde Wissen der Mitarbeiter. Das britische Unternehmen beschäftigt nach eigener Aussage das größte Entwicklerteam weltweit für CAM-Technologie und investierte in der Vergangenheit rund 25 Prozent des Umsatzes in die Produktentwicklung. Darüber hinaus verfügt die Zentrale in Birmingham über einen Fertigungsbereich mit modernen Bearbeitungszentren verschiedener Hersteller. Delcam erprobt auf diesen Maschinen nicht nur die eigene Software, die Entwickler können auch neue Technologien praxisnah austesten. Der Fertigungsbereich wird zusätzlich für Kundenaufträge genutzt. Auch hieraus beziehen die Mitarbeiter kontinuierlich Know-how – sie sind sozusagen am Puls des Kunden und des Marktes.

Die Zukunft von Delcam schilderte Kross auf der Pressekonferenz folgendermaßen: Delcam soll weiterhin als eigenständige Einheit agieren, es seien weder Veränderungen personeller Art noch bei der Organisation oder den Produkten geplant. Die Vertriebsmannschaften sollen getrennt agieren. Auch auf die Verflechtungen – beispielsweise von Autodesk mit Mensch und Maschine (MuM) – soll die Akquisition keine Auswirkungen haben. Gerade solche „Verflechtungen“ sind insofern pikant, da der Delcam-Wettbewerber Open Mind ein MuM-Tochterunternehmen ist.

In Zukunft soll ein technologischer Austausch zwischen den Unternehmen stattfinden. Die Produkte von Autodesk (Software für Konstruktion, Planung und Design) sollen mit Delcams Fertigungssoftware kombiniert werden.

Die Abgrenzung zur CAM-Lösung HSMWorks, die Autodesk Ende 2012 übernahm, beschreibt Kross so: „Wenn ein Kunde eine hochintegrierte CAM-Lösung für unsere CAD-Lösungen möchte, dann bieten wir HSMWorks an; reichen die Ansprüche darüber hinaus – beispielsweise für Re-Engineering oder sehr komplexe Fertigungsaufträge – dann ist sicherlich Delcam die erste Wahl.

Clive Martell, CEO bei Delcam, will mit seinem Führungsteam an Bord bleiben. Er verwies auf das kontinuierliche Wachstum des Unternehmens; von 2009 bis 2013 habe der Umsatz um 65 Prozent zugelegt. „Autodesk bringt eine starke Finanzkraft sowie Erfahrung im Konstruktionsbereich mit. Wir freuen uns darauf, in Zukunft gemeinsam Visionen, Entwicklungen und die Implementierung von Technologien im Bereich Digital Manufacturing voranzutreiben“, sagt Martell.

Ergänzende Informationen hierzu finden Sie unter http://www.plm-it-business.de

Stefan Graf

Delcam, Obertshausen, Tel. 06104/9461-0, http://www.delcam.de

Autodesk, München, Tel. 089/547690, http://www.autodesk.de

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