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PLM„PLM-Initiative: Der Herzschlag eines Unternehmens“

Interview mit Peter Schroer, CEO und Firmengründer Aras Corporation
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PLM: „PLM-Initiative: Der Herzschlag eines Unternehmens“
Aras verknüpft mit seiner PLM-Lösung Aras Innovator das Enterprise Open Source-Geschäftsmodell mit innovativen Technologien. Unternehmen erhalten eine moderne SOA-Anwendung für standortübergreifendes PLM. eDM-REPORT sprach mit Peter Schroer, Gründer und CEO von Aras, der zuvor das US-Geschäft von Eigner+Partner verantwortete. Der Anbieter von PDM-Lösungen wurde von Agile Software (heute Oracle) übernommen.

eDM: Aras bietet eine Enterprise Open Source-Lösung für das Product Lifecycle Management. Ist die freie Verfügbarkeit der Software der wichtigste Grund, warum sich Unternehmen für Aras entscheiden?

Natürlich ist Open Source sehr attraktiv für Unternehmen. Beispielsweise wird so die Evaluation der PLM-Lösung ohne Vorabinvestitionen in Software-Lizenzen möglich. Jedoch ist die Implementierung einer PLM-Anwendung eine strategisch weitreichende Geschäftsentscheidung, die nicht alleine aus Kostengründen erfolgen sollte. Unsere Kunden entscheiden sich primär aufgrund der von uns verwendeten Software-Architektur für unser PLM-System. Mit Aras vereinfachen sich das Design, die Implementierung und die Wartung eines PLM-Systems ganz erheblich. Und durch den Open Source-Ansatz können sich unsere Kunden risikofrei davon überzeugen.

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eDM: Warum ist eine unternehmensweite PLM-Strategie für Unternehmen überhaupt so wichtig?

Um diese Frage zu beantworten, ist zunächst der Funktionsumfang eines PLM-Systems zu definieren. Es gibt viele Betriebe die glauben, sie hätten mit zwei Unternehmensapplikationen ihr Geschäft schon im Griff. Eine Lösung für das Produktdatenmanagement (PDM) zur Verwaltung der CAD-Dateien sowie ein ERP-System für die Materialwirtschaft und weitere betriebswirtschaftliche Prozesse reichen aber nicht aus. Denn es werden hierbei die zahlreichen anderen Geschäftsprozesse sowie das Thema Collaboration vergessen. Außerdem existieren viele weitere Dateien außerhalb der CAD-Umgebung, die meist nicht verwaltet werden und nur in E-Mails abliegen.

PLM beginnt schon lange bevor ein Ingenieur seine CAD-Software startet. Eine umfassende PLM-Strategie schließt frühe Produktentwicklungsphasen mit ein, in denen beispielsweise die Anforderungen definiert und Ideen gesammelt werden. Weitere Prozesse, die von einer PLM-Gesamtstrategie unterstützt werden, sind unter anderem das Management von Kundenservice, Reparaturen, Lieferketten, Produktionsabläufen sowie die Compliance-Unterstützung. Eine PLM-Strategie sollte ganz verschiedene Interessengruppen innerhalb und außerhalb des Unternehmens unterstützen, Diskussionen steuern sowie Prozesse, Daten und Wissen erfassen.

So wird eine PLM-Initiative zum Herzschlag des Unternehmens. Von hier aus werden Strategien koordiniert, Fehlerquellen minimiert, Kosten überwacht und Risiken verringert. So erhalten Kunden genau die Produkte, die sie auch erwarten – und für die sie auch bereit sind, einen fairen Preis zu zahlen.

eDM: Wer treibt innerhalb eines Unternehmens eine PLM-Initiative voran? Ist es die IT-Abteilung, das Management oder sind es die Fachabteilungen?

In den vergangenen zehn Jahren hat sich die Situation in den Betrieben sehr stark verändert. Vor vielen Jahren begannen Unternehmen mit der Implementierung von 3D-CAD-Lösungen und für die Verwaltung der CAD-Daten wurden PDM-Anwendungen genutzt. Zu dieser Zeit wurden PLM-Initiativen von Entwicklungsingenieuren oder der Produktionsabteilung gesteuert, die eine PDM-Applikation benötigten.

In den letzten Jahren hat sich gezeigt, dass CAD-Anwendungen nur noch einen geringen Teil der Produktdaten erzeugen. Die Daten eines Automobils bestehen schätzungsweise nur noch zu rund 20 Prozent aus 3D-CAD-Daten. Darüber hinaus hat sich gezeigt, dass starre ERP-Lösungen nicht in der Lage sind, die sich dynamisch verändernden Konfigurationsprofile von Produkten und Prozessen sinnvoll zu verwalten. Hinzu kommt, dass sich Produktdaten aus viel mehr Details zusammensetzen als reine Konstruktionsdaten. Technische und kaufmännische Details zu Produkten kommen heute aus praktisch allen Unternehmensteilen und haben längst einen geschäftskritischen Status erreicht. So haben in den vergangenen Jahren immer mehr IT-Verantwortliche die Einführung einer PLM-Lösung im Rahmen einer strategischen Initiative vorangetrieben. Viele CIOs sehen PLM heute als die effizienteste Möglichkeit zur Konsolidierung von heterogenen Datenbeständen über das gesamte Unternehmen hinweg.

„Ohne PLM können Organisationen ihre Prozesse nicht präzise steuern“

eDM: Ist es möglich, die wirtschaftlichen Vorteile einer PLM-Initiative zu quantifizieren?

Tatsächlich ist dies genau die Frage, die jeder CFO zu Beginn stellt. PLM-Berater versuchen daher einen Return on Investment auf Basis von verringerten Kosten zu kalkulieren. Durch PLM erzielte Kostenvorteile im Voraus zu schätzen, ist jedoch schwierig. Und die theoretisch verringerten Kosten in Relation zu setzen zu den vielfältigen Einspareffekten, die sich mit PLM ergeben, ist kein korrekter Vergleich. Unternehmen können ihre Kosten durch Maßnahmen wie Standortschließungen oder Entlassungen senken. Wer jedoch eine globale Wachstumsstrategie verfolgt, kann diese Kostenfaktoren nicht so ohne weiteres verringern.

Die Vorteile von PLM sind zunächst schwer greifbar, aber klar vorhanden. Sie existieren beispielsweise in der Vermeidung von Kosten und in der Schaffung neuer Geschäftsmöglichkeiten. Mit PLM lassen sich Herstellungsfehler reduzieren, Kosten präzise kalkulieren und hochwertige Produkte schaffen. Dies erfolgt schneller als zuvor und mit einem verringerten Geschäftsrisiko.

Eine andere Vorgehensweise ist zu betrachten, was passieren würde, wenn ein PLM-System nicht implementiert wird. Ohne eine PLM-Lösung können Organisationen ihre Prozesse nicht präzise steuern. Servicemitarbeiter und Lieferanten müssen ohne aktuelle Konfigurationsdaten für ein Produkt arbeiten. Auch ist unklar, ob ein Produkt die Qualitätserwartungen erfüllt und rechtliche Vorgaben unterstützt, ob in der Produktion die korrekten Vorgaben verwendet werden oder ob die bestmöglichen Komponenten zu den günstigsten Preisen eingekauft wurden. Diese Aufzählung könnte man noch beliebig fortführen.

eDM: Was sind Ihre Erwartungen für das laufende Geschäftsjahr?

Die weltweite Aras Open Source PLM Community wächst derzeit um mehrere Hundert Unternehmen pro Monat. Rund 20 Prozent der Unternehmen stammen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Über die aktuellen Entwicklungen informieren wir über einen Blog seit letztem Jahr auch in deutscher Sprache. Und wir haben nun regelmäßig stattfindende Anwenderkonferenzen in fünf Ländern. Für den weiteren Verlauf im Jahr 2011 erwarten wir, dass sich die Anzahl der Neuinstallationen pro Monat nochmals verdoppelt. Außerdem werden wir noch mehr Anwenderkonferenzen auch in neuen Regionen durchführen. -sg-

Aras Software AG, CH-Solothurn Tel. 0041/32/6361106, http://www.aras.com

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