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MessevorschauDigitale Fabrik hat viele Facetten

Als Leitmesse für integrierte Prozesse und IT-Lösungen präsentiert die ‚Digital Factory‘ – zentral gelegen in Halle 17 der Hannover Messe – das Softwareangebot rund um das Product Lifecycle Management (PLM). Eines der Kernthemen selbst, die ‚digitale Fabrik‘, zeigt dabei viele Gesichter. Von der komplett digital abgebildeten Fertigung inklusive der verschiedensten Simulationstools reicht das Spektrum bis zu den Rapid Technologien, mit denen sich 3D-Daten direkt in verwertbare Produkte umsetzen lassen.
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Messevorschau: Digitale Fabrik hat viele Facetten

„Die digitale Fabrik ist unsere langfristige Vision“, sagt Ralf-Michael Franke, CEO Industry Automation Systems bei Siemens. Dabei gehe es darum, Produkt- und Produktions-Entwicklung zusammenzuführen. Der Siemens-Manager sieht darin vor allem den Hebel, die Produktivität weiter zu steigern. Basis seiner Annahme ist, dass die meisten Unternehmen in der Vergangenheit erhebliche Anstrengungen unternommen haben, mittels ERP-Systemen – hier insbesondere der Produktionsplanung und -steuerung – die Fertigung zu optimieren. Aber eben nur die schon bestehende Fertigung. Da aber die Fertigungskosten eines Produkts zum überwiegenden Teil in den frühen Phasen der Entwicklung festgelegt werden, kann eine ERP-Lösung eigentlich nur den kleineren Teil der Kosten beeinflussen. Viele Experten sehen deshalb das wahre Potenzial in der Optimierung der Entwicklungsabläufe, in der Konstruktion selbst. „Wir übernehmen hier in der technischen Domäne eine vergleichbare Rolle wie SAP im ERP-Umfeld“, zeigt sich Franke überzeugt, in dessen Bereich auch Siemens PLM Software als Hersteller von PLM-Lösungen fällt. Speziell die Tecnomatix-Software deckt dabei den Bereich der digitalen Fabrik ab.

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Welches Potenzial bereits in der digitalen Fabrik steckt, zeigt sich beispielsweise bei der Zollner Elektronik AG, einem EMS-Provider (Electronic Manufacturing Services) aus dem bayrischen Zandt. Mit der Tecnomatix-Software will Zollner Projektlaufzeiten weiter verkürzen, das Risiko durch die Bewertung von möglichen Varianten minimieren und Kosten reduzieren. „Damit erreichen wir nicht nur wirtschaftlichere Produktionsprozesse, sondern planen von Beginn der Kundenidee an über den Produktionsstart bis in den Auslauf mit der gleichen Software“, berichtet Alois Mahr, Teamleiter Prozess-Planung bei Zollner. „Auf diese Weise entsteht im gesamten Unternehmen eine Wissensdatenbank, mit der sich Kundenanforderungen optimal abdecken lassen.“
Software für die ‚digitale Fabrik‘ bieten inzwischen eine ganze Reihe von Unternehmen an, doch unterscheiden sich die Lösungen naturgemäß hinsichtlich der Funktionstiefe und -breite. Neben den beiden Platzhirschen Dassault Systèmes (Delmia; Halle 17, Stand C40) und Siemens PLM Software (Tecnomatix; Halle 17, Stand B40) entwickelt sich hier Autodesk (Factory Design Suite; Halle 17, Stand F40) mit seinem Digital-Prototyping-Konzept zu einem ernst zu nehmenden Wettbewerber. Diese drei Unternehmen haben auch auf eine Umfrage des CAD-CAM Reports geantwortet. Die Antworten finden sich in der Tabelle auf der folgenden Doppelseite.

Rapid Technologien revolutionieren die Fertigung

Auch bezüglich der Fertigungstechnologien deutet sich ein Umbruch an, der bei der Esslinger Festo AG & Co. KG in Form der Festo Fast Factory (FFF) schon sichtbar wird. Der Automatisierungsspezialist nutzt bereits die Möglichkeiten der generativen Fertigung (Rapid-Technologien), um werkzeuglos Bauteile mit optimaler Geometrie und Funktion sehr energieeffizient zu fertigen. Beispiele sind Greifer wie der FinGripper oder der durch einen Elefantenrüssel inspirierte bionische Handling-Assistent (siehe Interview mit Andrzej Grzesiak vom Fraunhofer-IPA, CAD-CAM Report 11/12-2010). Voraussetzung für den Einsatz der sogenannten additiven Fertigung ist das Vorhandensein von 3D-Daten – in einer ‚digitalen Fabrik‘ ist das selbstverständlich.

„Formgebende Teile haben lange Lieferzeiten bis hin zu einem Jahr“, erläutert dazu Klaus Müller-Lohmeier, Head of Advanced Prototyping Technology bei Festo. „Mit der FFF wollen wir hier in den Bereich von Tagen kommen, um die Teile schnell prüfen zu können.“ Ein Vorteil sei es auch, auf diese Weise einfacher dem Trend hin zu kundenspezifischen Lösungen folgen zu können. „Verständnisschwierigkeiten zu Beginn einer Entwicklung lassen sich mit einem schnell verfügbaren Prototypen leicht ausräumen“, fährt der Festo-Ingenieur fort. „Das ermöglicht einen ganz neuen organisatorischen Ansatz: Tage statt Quartale!“ Übrigens: (Be-)Greifen können Interessenten das Thema der generativen Fertigung auf der Sonderschau RapidX (Halle 17, Stand C48).

Michael Corban, CAD-CAM Report

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