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Neues/InteressantesDarmstädter Formula Students auf Kurs

Davide Roorda, Darmstadt

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Neues/Interessantes: Darmstädter Formula Students  auf Kurs
Eine anstrengende Zeit liegt hinter dem Formula Student Team der Hochschule Darmstadt (FaSTDa): Das erste selbstentwickelte Fahrzeug – der »F09« - wurde im Verlauf des Jahres 2009 gefertigt, montiert, getestet und Anfang September erfolgreich zum Formula Student Event im italienischen Varano de‘ Melegari an den Start gebracht.

Von Beginn an unterstützten der PLM-Dienstleister Solidline AG und Software-Hersteller Solidworks Europe das Team der Hochschule Darmstadt mit Software-Studentenlizenzen, Schulungen und finanziellen Mitteln bei der Entwicklung des »F09«. Vor allem mit Solidline wurde ein kompetenter Partner gefunden, der dem Team die nötigen Tricks und Kniffe für die Entwicklung des Fahrzeugs vermittelte und um das Beste aus dem CAD-System Solidworks herauszuholen. Während die Weihnachtspause 2008/2009 bereits dafür genutzt wurde, um weitere Teile des Fahrzeugs zu entwickeln, hatte sich die Fertigung des Gitterrohrrahmens über die traditionell urlaubsintensiven letzten Wochen des Jahres hinaus verzögert. Weil der Rahmen aber als Hauptbestandteil des Fahrzeugs schon sehr früh in der Montagephase des Fahrzeugs zur Verfügung stehen musste und Ende Januar auch die Klausuren des Wintersemesters anstanden, waren doch einige »Überstunden« notwendig, um die fertigen Rahmenrohre dem Schweißer übergeben zu können. In den folgenden Monaten wurde das Fahrwerk des F09 nochmals deutlich überarbeitet und an die neuen Achsen und Felgen angepasst. Da es sich bei den Achsschenkeln um sehr aufwändige Frästeile handelt, mussten immer wieder Detailänderungen vorgenommen werden, um den besten Kompromiss aus Performance (Gewicht, Einstellbarkeit) und Wirtschaftlichkeit (Fertigungs- und Materialkosten) erzielen zu können.

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Pünktliche Präsentation trotz Termindruck

Rund fünf Monate vor dem Rennen im April 2009 begann die Montage des F09. In der Regel ergaben sich keine Probleme mit der Passgenauigkeit der gefertigten Teile. Dieser Erfolg lässt sich auf unsere ausführliche Prüfung der Zeichnungen und der CAD-Daten zurückführen. Natürlich gab es aber auch immer wieder Baugruppen, an denen sich Probleme ergaben. So gab es problematische Baugruppen, bei denen selbstentwickelte Teile mit Zukaufteilen verbaut wurden, von denen keine ausführliche Dokumentation zur Verfügung stand. Jedoch ließen sich auch diese Schwierigkeiten mittels anschließender Nacharbeiten beheben. Nachdem der Rollout des Fahrzeugs mit dem 1. Juli feststand, stieg der Druck auf das Team merklich an. Die Fahrzeugverkleidung hatte es nämlich in sich: Rund sechs Wochen vor der Präsentation stand noch nicht fest, wie die Verkleidung des Fahrzeugs gefertigt werden sollte, weil der Sponsor zum Fräsen der Negativform aus wirtschaftlichen Gründen ausgefallen war. Einige Nachtschichten später konnte das Fahrzeug aber am 1. Juli der Öffentlichkeit präsentiert werden. Im Anschluss ging der Aufbau des F09 mit der Verkabelung und Verschlauchung des gesamten Fahrzeugs weiter. Und einige Testkilometer mussten mit dem Fahrzeug auch noch absolviert werden, um ein gutes Setup für das Rennen zu finden und eventuell auftretende Probleme im Vorfeld erkennen und diese zu beseitigen.

Am 2. September machten sich nun 19 Teammitglieder auf den Weg nach Varano de‘ Melegari in Italien, um am Formula Student Event am Riccardo Paletti Circuit teilzunehmen.

Premiere in Bella Italia

Am ersten Tag des Events wurden die Fahrzeuge von den Juroren inspiziert und etwaige technische Mängel sowie Abweichungen zum Reglement aufgezeigt. Glücklicherweise bestand das Darmstädter Team die technische Abnahme mit minimalen Änderungen am Fahrzeug. Kurios war die Anweisung der Montage von Außenspiegeln wegen angeblich fehlender Rundumsicht, denn diese Vorgabe traf nur das hessische Team.

Am zweiten Tag des Events standen die ersten dynamischen Tests an: Während der Neigungstest des Fahrzeugs problemlos verlief, lag der Rennwagen bei der Lautstärkemessung zunächst 5db über dem Grenzwert von 110db! Aber nicht zuletzt dank der extremen Hilfsbereitschaft der Teams untereinander konnte schnell ein Schallabsorber verbaut werden, durch den die Einhaltung des Grenzwertes ermöglicht wurde. Auch beim Bremsentest kam es zunächst zu einem erhöhten Puls bei den Jungmechanikern: Da die Bremsbalance nicht ideal eingestellt war, konnte der Fahrer nicht wie gefordert alle vier Räder zum Blockieren bringen. Aber nach Justierung des Balancereglers konnte auch dieser Test absolviert werden.

Bei den anschließenden Events erwies sich unser Auto zwar zunächst als äußerst zuverlässig. Aufgrund fehlender Motorleistung (kurz vor dem Italien-Rennen musste der nicht ganz optimal abgestimmte Ersatzmotor eingebaut werden) waren die gemessenen Zeiten allerdings nicht konkurrenzfähig. Einzig bei dem Skidpad genannten Parcours, bei dem der Fahrer eine »8« durchfahren muss, konnte sich das Team im Mittelfeld etablieren, was für ein Erstjahresauto sicherlich eine gute Leistung ist.

Im abschließenden, 22 Kilometer langen Endurance-Rennen bereiteten Fahrer und Fahrzeug den Zuschauern zunächst einige Freude, da sogar einige Überholvorgänge zu Gunsten der Darmstädter zu verbuchen waren. Beim Fahrerwechsel nach halber Renndistanz wurde aber leider ein Riss im Tank des Renners entdeckt, der natürlich aus Sicherheitsgründen zum sofortigen Aus führte. Trotz des unerwarteten Ausfalls des Fahrzeugs im letzten Teil des Wettbewerbs waren alle Teammitglieder stolz auf ihre Leistung und vor allem auch zufrieden mit dem Ergebnis: Immerhin gelingt es nur wenigen Teams gleich beim ersten Rennen die technische Abnahme problemlos zu meistern und anschließend an allen Disziplinen teilzunehmen. Da verwundert es nicht, dass das Team schon mit viel Motivation und Energie daran arbeitet, das Konzept für den »F10« zu verabschieden, der als Evolution des F09 im kommenden Jahr in allen Bereichen Verbesserungen zeigen soll – ganz oben auf der Liste steht natürlich der Wunsch nach weniger Gewicht und mehr Leistung. Es wird auf jeden Fall wieder eine spannende, lehrreiche und auch anstrengende Zeit werden. Interessierte können den weiteren Weg des hessischen Teams unter http://www.fastda.de verfolgen. Informationen zum weltweit laufenden Konstruktionswettbewerb »Formula Student« sind unter http://www.formulastudent.de verfügbar. -sg-

Solidline AG, Walluf Tel. 06123/9950-0, http://www.solidline.de

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