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CADEng verbunden

Interview

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CAD: Eng verbunden
Bei dieser Verbindung ist das Zusammenspiel entscheidend: CAD-CAM-NC. auch nach vielen Jahren und (fast) unzähligen Produkten ist die Verbindung dieser Systeme noch immer ein Thema. CAD-Daten nach CAM und von dort auf die Bearbeitungsmaschine zu bringen, um diese optimal für die Bearbeitung zu steuern, ist noch immer eine Herausforderung. Open Mind hat genau für diesen Zweck ein neues CAD-System entwickelt, das nahtlos mit CAM zusammenarbeiten soll. Chefredakteur Stefan Graf sprach mit CEO Volker Nesenhöner und Direktor R&D Roberto Ciarlioni, beide Open Mind AG, über hyperCAD-S, das Anfang 2013 auf den Markt kommt.


PLM IT Report: Sie haben in der Vergangenheit bereits eine CAD-Software angeboten: hyperCAD. Worin unterscheidet sich hyperCAD-S von dieser?

Mit hyperCAD-S haben wir eine neue CAD-Plattform mit einem komplett eigenen System-Kern entwickelt. CAD und CAM gehören eng zusammen. Eine CAM-Programmierung ohne CAD gibt es nicht, da diese auf die digitalen Modelle aufsetzt. Wir präsentieren jetzt mit hyperCAD-S eine Lösung, die speziell auf die Anforderungen der CAM-Bearbeitung zugeschnitten ist. Um es auf den Punkt zu bringen: Ein CAD für CAM. Das bei unseren Kunden weit verbreitete Software hyperCAD werden wir aber auch in Zukunft weiter unterstützen.

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PLM IT Report: Welche Überlegungen führten bei Open Mind zur Entwicklung der Software hyperCAD-S?

Volker Nesenhöner: Wir beschäftigen uns schon seit langem mit den Anforderungen, die unsere Kunden sowohl an die CAM-Software als auch an Modelle für die CAM-Programmierung haben. Diesen Anforderungen wollten wir gerecht werden und unseren Kunden auch konstruktionsseitig ein leistungsfähiges CAD-Werkzeug zur Verfügung zu stellen. Dies ist aber nur umzusetzen, wenn wir selbst an der Entwicklung beteiligt sind. Eine nicht explizit auf die Bedürfnisse des CAM-Anwenders abgestimmte CAD-Lösung ist nur ein allgemeines System und somit immer ein Kompromiss. Wir kennen die Aufgaben des NC-Programmierers ganz genau und wissen, welchen Funktionsumfang ein spezialisiertes CAD-System bieten muss. Daher haben wir entschlossen, auf eine eigene Lösung zu setzen.


PLM IT Report: Um eine CAD-Software zu entwickeln braucht man das entsprechende Know-how. Sie waren bislang auf CAM-Software spezialisiert...

Volker Nesenhöner: Das ist richtig. Bevor wir uns dazu entschlossen haben eine eigene CAD-Plattform auf den Markt zu bringen, haben wir natürlich den Markt sehr genau sondiert. Damit wir unsere Ziele für eine eigene CAD-Plattform zeitnah umsetzen konnten, engagierten wir vor etwa zwei Jahren ein Team aus CAD-Programmierern. Alle Mitglieder dieses Teams sind schon seit Jahren im CAD-Umfeld tätig und verfügen über ein Know-how, das einer Erfahrung von etwa 200 Mannjahren entspricht. Unter der Leitung von Roberto Ciarlioni legte das Team die notwendigen Bestandteile der CAD-Lösung und die Zeitschiene fest. Dass wir innerhalb von etwa 1,5 Jahren eine erste Version präsentieren können zeigt, wie motiviertet und hart unser Team gearbeitet hat. In dieser Zeit wurden nicht nur ein komplett eigener Systemkern, sondern auch alle Funktionalitäten und die Benutzeroberfläche entwickelt.


PLM IT Report: Warum haben Sie sich bei hyperCAD-S für einen eigenentwickelten CAD-Kernel entschieden?

Volker Nesenhöner: Die Unternehmensphilosophie von Open Mind ist es, wichtige Kerntechnologien selbst zu entwickeln. Nicht nur unser eigenes CAM-System hyperMill, das weltweit zu den führenden Lösungen zählt, ist hierfür ein gutes Beispiel. Auch unsere eigenen, für den Anwender individuell entwickelten, Postprozessoren unterstreichen diesen Anspruch. Und jetzt erweitern wir mit hyperCAD-S unser Produktportfolio um eine selbst entwickelte CAD-Lösung, die ideal auf unsere CAM-Lösung abgestimmt ist. Nur mit dem eigenen Kernel sind wir komplett unabhängig. Aus unserer langjährigen Erfahrung kennen wir die Ansprüche unserer CAM-Kunden an ein CAD-System. Mit einer Eigenentwicklung sind wir flexibel und in der Lage eigene Objekte zu implementieren sowie schnell an Marktanforderungen anzupassen.


PLM IT Report: Für die Kombination von CAM mit CAD bieten Sie hyperMill auch für Inventor oder Solidworks an. Was ist bei hyperCAD-S anders, als bei der Kombination mit einem anderen CAD-System?

Volker Nesenhöner: hyperMill in hyperCAD-S ist speziell für den CAM-Anwender entwickelt, die unabhängig von einem CAD-System bleiben wollen und spezielle Lösungen suchen. Der Vorteil der integrierten Lösungen ist, dass die Prozesskette vom Datenformat durchgängig bleibt und somit ihre Berechtigung haben. Daher unterstützen und pflegen wir die vorhandenen Integrationen für Solidworks und Autodesk Inventor weiter. Unsere CAM-Software ist schon seit Jahren für Autodesk Inventor zertifiziert und bei Solidworks haben wir den Solid Gold Product-Status erreicht. Darüber hinaus erlauben Direktschnittstellen zu führenden CAD-System einen reibungslosen Datenaustausch.

"Unsere CAD-Lösung ist ideal auf unsere CAM-Lösung abgestimmt"

PLM IT Report: Welche Vorteile ergeben sich durch die Kopplung von CAD und CAM? Wie beeinflusst dies die Durchgängigkeit beziehungsweise das Datenmanagement vom Autorensystem bis zur Fertigung auf der Maschine?

Roberto Ciarloni: Wir haben mehr als nur ein reines CAD System geschaffen, das mit einem CAM System interagiert. Wir haben eine spezialisierte CAD-Plattform entwickelt, um den CAM-Programmierer bei seinen konstruktiven Aufgaben zu unterstützen. Die beiden Pfeiler unserer Strategie sind hyperMill auf der CAM-Seite und hyperCAD-S auf der CAD-Seite. Beide Systeme nutzen die gleiche Datenbasis und haben die gleichen Methoden für die Interaktion mit dem System. Diese Punkte tragen dazu bei, dass unsere Kunden in der Lage sind bessere Qualität in weniger Zeit zu erbringen. In dieser Hinsicht ist hyperCAD-S nicht nur ein allgemeines CAD-System, sondern ein CAD für CAM. Es ist ein 3D-Design-System in dem alle Funktionalitäten exakt auf die Bedürfnisse des CAM-Programmierers aufeinander abgestimmt sind. Ein Beispiel hierfür sind etwa speziell für diese Aufgabe entworfenen „Werkzeugbahn CAD-Objekte“, die sowohl Geometrie- als auch Bearbeitungsinformationen enthalten.

PLM IT Report: Wie haben Sie die Erfahrungen ihrer CAM-Kunden genutzt, gibt es schon erste Reaktionen?

Roberto Ciarloni: Dass wir mit hyperCAD-S in die richtige Richtung gehen, zeigen erste Reaktionen unserer Kunden, die bereits mit unserem System arbeiten. Die tiefe Integration von CAD im CAM wird als wertvoll und hilfreich empfunden. Wir haben die Erfahrungen und das Know-how einer großen Zahl von hyperMill-Anwendern einfließen lassen, um unsere erste eigene CAD-Plattform zu realisieren. Ein großer Vorteil ist dabei, dass unsere Kunden die erforderlichen Konstruktionsaufgaben stets aus dem Blickwinkel der Teilfertigung sehen.

PLM IT Report: Welche Vorteile bietet die enge Verzahnung zwischen CAD und CAM dem Konstrukteur beziehungsweise der NC-Programmierung/Arbeitsvorbereitung (AV)?

Roberto Ciarlioni: Während einer Bearbeitungsaufgabe ist es häufig erforderlich, dass der CAM-Programmierer Modifikationen an der Geometrie durchführen muss, damit die Bearbeitung auf der Maschine tatsächlich umsetzbar wird. Hierbei ist wichtig, dass das original beziehungsweise ursprüngliche CAD-Modell dabei unangetastet bleibt. Wir unterstützen diese Vorgehensweise dadurch, dass die CAM-Operationen Informationen an die CAD-Geometrien anbringen, um diese vor unabsichtlichen Veränderungen zu schützen.

"Den meisten CAD-Systemen fehlt aber der Blickwinkel des CAM-Programmierers"

PLM IT Report: Wann ist das neue Produkt am Markt verfügbar?

Volker Nesenhöner: Mit der Einführung starten wir Ende des ersten Quartals. Noch in diesem Jahr erweitern wir das Produkt mit Solids zum Erstellen und Modifizieren von Solids. Darüber hinaus sind Funktionalitäten für Polygonnetze vorgesehen.


PLM IT Report: Welche weiteren Trends im Bereich CAD/CAM sehen sie für die Zukunft?

Volker Nesenhöner: Für mich ist Automatisierung ein Stichwort. Diese findet nicht nur im CAM, sondern auch im CAD-Bereich statt. Zu nennen wären etwa spezielle CAD-Funktionen zum automatischen Adaptieren von Flächen auf Fräsanforderungen, die eine stabile Berechnung garantieren. Das dient der Prozesssicherheit und ermöglicht erst einen automatisierten CAM-Ablauf. Automatisierung bedeutet auch eine optimale Durchgängigkeit, was etwa ebenso die bestmögliche Auslastung der Maschine - auch in Zeiten ohne Bediener - einschließt. Letztendlich erhöhen die Unternehmen mit der Automatisierung von Prozessen Ihre Wettbewerbsfähigkeit.

Roberto Ciarloni: Aus meiner Sicht gibt es drei Trends. Einmal sind zielgruppengerechte Systeme zu nennen, so wie wir mit hyperCAD-S eine Lösung für CAM-Programmierer bieten. Dann müssen Systeme sicherlich einfacher und unkomplizierter in der Bedienung werden. Weiterhin gehören neue, intelligente Technologien, die die Geometrien gezielt verändern, wie etwa die subdivision shapes, zu dieser Aufzählung. -sg-


PLM IT Report: Wir danken Ihnen für dieses Gespräch.

Open Mind Technologies AG, Wessling, Tel. 08153/933-500, http://www.openmind-tech.com

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