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Liebherr-Aerospace setzt auf HSi

PlanungssoftwareLiebherr-Aerospace setzt auf HSi

Das Rad muss nicht immer neu erfunden werden. Daher suchte Liebherr-Aerospace in Lindenberg nach einer Lösung, Änderungen von Serienkomponenten für Flugzeugfahrwerke effizienter und transparenter zu gestalten. So stellte der Zulieferer dem ERP-System das Planungswerkzeug HSplan des Unternehmens HSi zur Seite.

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Dieses nimmt heute eine Schlüsselrolle in Bezug auf das Änderungsverfahren von Arbeitsplänen ein, denn es berücksichtigt nicht nur Aspekte der konstruktiven Machbarkeit und der Qualitätssicherung, sondern hat auch die entstehenden Kosten im Blick.

Seit ihrer Gründung im Jahr 1960 hat Liebherr-Aerospace Lindenberg ihre eigene, bemerkenswerte Luftfahrtgeschichte geschrieben: In den Anfängen mit Reparaturen und der Lizenzfertigung von Ersatzteilen beauftragt, entwickelt und fertigt das Unternehmen heute mit rund 2.700 Beschäftigten integrierte Systeme für die Luftfahrtindustrie. Die Fahrwerke, Flugsteuerungs- und Betätigungssysteme sowie Klimatisierungssysteme und Getriebe sind in Flugzeugen und Hubschraubern aller großen Hersteller weltweit im Einsatz.

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Um der wachsenden Nachfrage gerecht zu werden, wurde der Standort Lindenberg im Allgäu umfassend erweitert und neu strukturiert. Der Schwerpunkt liegt in der Entwicklung sowie Produktion von Fahrwerken und Flugsteuerungskomponenten. Das zugehörige Kompetenzzentrum in Friedrichshafen steuert alle Verzahnungsteile für die in Lindenberg gefertigten Geräte bei. Generell produziert Liebherr-Aerospace die so genannten Know-how-Teile selbst. Hierbei handelt es sich vornehmlich um Serienbauteile, deren Kalkulation auf dem Prinzip der Ähnlichkeitskalkulation beruht. Existieren beispielsweise bereits ähnliche Fahrwerke zu einem neu zu produzierenden Fahrwerk, skalieren beziehungsweise modifizieren die Arbeitsplaner entsprechend die Pläne.

Bereits 1999 ergänzte die Liebherr-Aerospace in Lindenberg die bisherige Planungssoftware durch das Arbeitsplanungs-system HSplan von HSi. Zugunsten der effektiven Kommunikation zwischen Planungswerkzeug und ERP-System wurde eine bidirektionale Schnittstelle eingerichtet. Nachdem 2010 das Update auf die webbasierte Lösung sowie der Einbindung der Planungssoftware in weitere Unternehmensbereiche erfolgte, erweiterte sich das Anforderungsprofil an das Software-Tool. Es sollte unter anderem die Kosten dokumentieren und die Arbeitsplanerstellung effizienter gestalten. Zudem sollten Datenqualität und Planungssicherheit gesteigert sowie ein Genehmigungsmanagement eingeführt werden. Diese Vielfalt an Funktionalität beruht teilweise auch auf Anforderungen zur Qualitätssicherung aus den Luftfahrtrichtlinien.

Sukzessive erfolgte in den Jahren 2010 bis 2016 deren Umsetzung gemeinsam mit HSi. So werden heute alle Arbeitspläne – derzeit rund 3.600 für aktive Serienbauteile sowie zusätzliche für Projekt- und Reparaturbauteile – für Fertigung und Montagebereiche mit der Planungssoftware erstellt, geändert und hinterlegt. „Vor dem Hintergrund dieses Mengengerüst effizient zu bewältigen, muss man sich vergegenwärtigen, dass unsere Arbeitspläne quasi ‚leben‘ und einer sehr verantwortungsvollen Administration bedürfen“, erklärt Klaus Haslach, Organisationsbetreuer Technischer Methoden bei der Liebherr-Aerospace Lindenberg, und führt weiter aus: „Mit HSplan erstellen wir zum einen sehr effektiv exakte Arbeitspläne und erzielen zum anderen einen extrem hohen Grad der Funktionalität.“

Transparent und kostenbewusst
Zwar kann jeder Arbeitsplaner Einblick in bestehende Arbeitspläne nehmen, geändert werden können diese jedoch nur mit entsprechender Autorisierung. Jede Änderung im Arbeitsplan wird detailliert dokumentiert, so dass sie eindeutig und nachvollziehbar ist. Im Laufe der Jahre entstanden Funktionen, die die Transparenz und Planungssicherheit erhöhen und gleichzeitig Zeit einsparen sollen. Hierzu zählen die Definition von Standardarbeitsplänen sowie das Procedere der Auswärtsvergabe. Weiterhin werden definierte Arbeitspläne auf ihre Gültigkeit überprüft. Ist der Arbeitsplaner im Begriff, den geänderten Plan zu speichern, wird er zuvor am Monitor durch eine Checkliste geführt, die sicherstellt, dass alle notwendigen Eingaben berücksichtigt wurden. Zudem muss der Planer den Änderungsgrund kurz umreißen.

Eine wesentliche Voraussetzung im Genehmigungsloop für geänderte Arbeitspläne bildet die Darlegung der Kostenauswirkung einer geplanten Änderung, die HSplan unterstützt. Denn Änderungen erfordern nicht selten den Einsatz anderer Werkzeugmaschinen, Werkzeuge oder Vorrichtungen. Zudem können sich Fertigungszeiten sowie Stundensätze ändern.

Im Anschluss muss der zuständige Gruppenleiter die Änderung genehmigen. Erst mit dieser Genehmigung wird die neue Version eines Arbeitsplans bestätigt und zur Übertragung an das ERP-System freigegeben. Die Pflege der Arbeitspläne einschließlich der Änderungshistorie geschieht im HSi-Planungssystem, die Stammdatenpflege im ERP-System.

Zur Sicherstellung einer eindeutigen nachvollziehbaren Änderungshistorie von Arbeitsplänen praktiziert Liebherr-Aerospace die Vergabe von Versionsnummern. Liegen gravierende Änderungen vor, die möglicherweise auch zu deutlichen Kostenänderungen führen, setzt der Planer die aktuelle Versionsnummer manuell hoch. Grundsätzlich verbleiben alle Arbeitspläne unabhängig von ihrem Status in ihrer Verfügbarkeit im HSplan. Geänderte Arbeitspläne werden aufgrund einer hoch gesetzten Versionsnummer an das Product-Lifecycle-Management (PLM-System) im Hause übermittelt. Über die bidirektionale Schnittstelle fließen letztlich alle Daten und Informationen vom Planungswerkzeug ins ERP-System, welches zur Administration und Verfolgung der Produktionsaufträge, dem Bestell- und Materialwesen sowie der Kostenerfassung als auch dem übergeordneten Controlling dient.

„Zur realistischen Einschätzung der geschilderten Vorteile durch Nutzung der Planungssoftware von HSi sind wir uns darüber im Klaren, dass es mit dem Erwerb eines derartigen Systems allein nicht getan ist. So sind gewisse Aufwendungen an Pflege und Wartung zu berücksichtigen. Nicht völlig auszuschließen sind sporadisch auftretende Schnittstellenfehler zwischen den Systemen. Sie waren jedoch stets schnell behoben, auch dank der zuverlässigen Betreuung unserer Softwareanbieter“, resümiert Klaus Haslach.

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