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PLM-TechnologieVersionsstände weltweit exakt im Griff

Auf Entwicklungs- und Produktdaten können die Mitarbeiter des Mechatronik-Spezialisten Bühler Motor nun von den weltweit verteilten Standorten aus zugreifen. Möglich macht dies die PTC-Windchill-Datenbank, die alle Daten der Pro/Engineer-Umgebung verwaltet und an die SAP-ERP-Lösung angebunden ist. Neben der Integration der Auslandsstandorte konnte auf diese Weise auch die Qualität gesteigert werden, gleichzeitig reduzierten sich die Entwicklungszeiten. Da jeder mit den Daten in der jeweils aktuellen Version arbeitet, lassen sich mögliche Fehler schon im Ansatz vermeiden.
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PLM-Technologie: Versionsstände  weltweit exakt im Griff

„Allein bei der Zeichnungsverwaltung konnten wir unsere Prozesse deutlich vereinfachen“, berichtet Gerhard Denk, Prokurist und Bereichsleiter IT- und MIS-Systeme bei der Nürnberger Bühler Motor GmbH. Der Zeitaufwand, verschiedene Versionsstände nachzuhalten und die Zeichnungen an die Produktionsstandorte in Deutschland und Tschechien zu verschicken, sei zuvor sehr hoch gewesen. „Heute haben unsere Mitarbeiter per Bildschirm Zugriff auf den jeweils aktuellen Datensatz – und über die verbesserte Transparenz konnten wir die Qualität steigern.“

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Möglich wurden die verbesserten Abläufe bei Bühler Motor durch den Umstieg auf das CAD/CAM/CAE-System Pro/Engineer – jetzt Creo Elements/Pro – und die PLM/PDM-Lösung Windchill von PTC. Beide Systeme führten die Nürnberger mit Unterstützung der Inneo Solutions GmbH aus Ellwangen ein, die neben eigenen Softwaretools auch Hilfe bei der Anbindung an die SAP-ERP-Landschaft bot, die Bühler Motor gerade an allen Standorten ausrollt – neben Deutschland und Tschechien auch in den USA, Mexiko und China. „Die Integration der Auslandsstandorte war auch bei der technischen Software eines unserer Hauptziele, neben einer besseren Qualität und kürzeren Entwicklungszeiten“, ergänzt Klaus Dobler, bei Bühler Motor Systemadministrator für IT- und MIS-Systeme.

„Heute kommen auch unsere Mitarbeiter aus den nicht-technischen Bereichen, etwa dem Einkauf, schnell an benötigte Daten – ohne dass sie sich dazu an einen Konstrukteur wenden müssen“, betont Gerhard Denk. „Deswegen war uns die Verbindung von technischer und kaufmännischer Welt so wichtig.“ Systemtechnisch ist das über die zentralisierte Datenbank von Windchill gelöst, die alle technischen Dokumente einschließlich der jeweiligen Freigabestatus umfasst. „Der damit mögliche Zugriff auf Produktdaten von allen PCs aus führte zu einfacheren Arbeitsprozessen, vielfach lassen sich Workflows nun sehr schnell anstoßen.“ Bühler Motor kann auf diese Weise auch wie geplant die Aufgaben in der Entwicklung neu verteilen. „Neben unserer zentral in Nürnberg angesiedelten Produktentwicklung sollen künftig die Business Units vor Ort Teilprojekte abwickeln, um Produkte noch besser kundenspezifisch abzustimmen“, so Gerhard Denk weiter. In Nürnberg bleiben aber nach wie vor rund 90 der insgesamt 120 Entwickler für die grundlegende Konstruktionsarbeit der Elektromotoren, Getriebe und darauf aufbauenden Produkte wie Servoverstellungen verantwortlich – unter anderem für nahezu alles, was sich verstellen lässt.

Standardisierung erleichtert Wiederverwendung von Teilen

Aufgrund der nun weltweit an den verschiedenen Standorten arbeitenden Entwickler stand für die Nürnberger eine leistungsfähige Datenbank ganz oben auf der Wunschliste, was die Kombination von Pro/Engineer mit Windchill besonders reizvoll machte. „So haben wir die Möglichkeit, weltweit Dokumente aufzurufen und dennoch direkt zu erkennen, wer sie in Arbeit hat und ob sie schon freigegeben sind – hier haben wir einen Riesenschritt nach vorne getan“, berichtet Klaus Dobler. Zudem könnten nun Änderungen bis hinein in die einzelnen Baugruppen nachvollzogen werden – ohne großen Zeitaufwand. „Das wiederum vereinfacht dann auch zusätzlich die bereits angesprochene Zeichnungsverwaltung.“ Allerdings fordere die Datenbank auch bestimmte Abläufe, man werde etwas „geknebelt“, fährt der Systemadministrator augenzwinkernd fort. „Das wiederum bietet aber den Vorteil, dass wir zusammen mit der ModelCheck-Funktionalität der PTC-Software die Standardisierung vorantreiben und damit die Qualität weiter verbessern können – softwaregesteuert lässt sich das einfach umsetzen.“

Welche Rolle insbesondere die Standardisierung spielt und wie sich dadurch Entwicklungs- und Lagerhaltungskosten senken lassen, zeigt sich beispielsweise bei Wiederholteilen wie Kugellagern. Die Konstrukteure finden diese als Standardteile mit Freigabestatus in einer Bibliothek und können sie von dort laden. „Ändern sich die Daten eines Kugellagers, werden sie zentral in der Bibliothek bearbeitet“, erläutert Klaus Dobler. „So stellen wir sicher, dass nur bestimmte, aktuelle Bauteile verwendet werden können.“ Selbst aus älteren Modellen lassen sich nicht mehr verfügbare Komponenten dann nicht mehr herauskopieren.

Um generell Teile und Baugruppen nicht mehrfach zu entwickeln, setzt Bühler Motor zudem auf ein durchgehendes Klassifizierungssystem. „Es gab zu viele Varianten von Einzelteilen – hier mussten wir aufräumen“, sagt Gerhard Denk. „Über die Datenbank können wir nun sehr leicht eine Suche anstoßen, die schnell zeigt, ob es ähnliche Teile schon gibt.“ Hilfreich sind an dieser Stelle die Startup Tools von Inneo, insbesondere der Parameter-Manager, mit dem sich Verwaltungsinformationen editieren lassen. „Suche ich nun eine Welle, kann ich beispielsweise über die Eingabe von Durchmesser und Länge schnell sehen, ob ein vergleichbares Bauteil schon existiert“, ergänzt Klaus Dobler. Zwar müsse man diese Parameter zuvor eingeben und pflegen – was mit einem höheren Aufwand verbunden sei –, doch am Ende profitiere man von der höheren Teilewiederverwendung. „Zusätzlich überprüft unsere Normierungsstelle während der Freigabeprozesse, ob alle Vorgaben eingehalten wurden und Modelle und Zeichnungen o.k. sind – was wiederum die Qualität verbessert.“

Konstruktion kann Vorteile der Parametrik nutzen

Mit der Wahl von Pro/Engineer als parametrischem CAD-System kann Bühler Motor nun auch in einigen Bereichen effektiver mit Baukastensystemen arbeiten. Zwar handele es sich im Automobil-Umfeld bei jeder neuen Plattform fast immer um Neuentwicklungen, aber in anderen Industrieanwendungen und vor allem bei der Betriebsmittelkonstruktion setze man auf Baukastensysteme, berichtet Gerhard Denk. Insbesondere Serienvarianten, bei denen beispielsweise eine längere Welle benötigt wird, lassen sich per Parametrik schnell erzeugen.

Interessant ist für die Nürnberger auch die weitere Entwicklung der Creo-Plattform, in der Hersteller PTC die parametrische Arbeitsweise (Pro/Engineer, künftig Creo Elements/Pro) und direktes Modellieren (CoCreate Modeling, künftig Creo Elements/Direct) zusammenführt – kompatibel zueinander in beiden Richtungen. Interessant auch deshalb, weil Bühler Motor zuvor schon mit der CoCreate-Software arbeitete und natürlich laufende Projekte noch damit abgewickelt werden. „Wir behalten die Creo-Plattform im Auge, denn parametrische Strukturen können den Arbeitsfluss bei einer Neuentwicklung schon etwas hemmen“, sagt Systemadministrator Klaus Dobler. Könne man also zunächst direkt arbeiten und hinterher zur Parametrik wechseln, wäre das „nicht schlecht“. Auch der Zugriff auf Altdaten kann sich speziell bei Bühler Motor dadurch vereinfachen.

Der Entscheidung für Pro/Engineer wurde im Team getroffen, aufgrund von Präsentationen und Referenzkundenbesuchen. Hinzugekommen sei, dass auf Nachfrage auch die meisten Kunden und Zulieferer mit der CAD-Lösung arbeiteten, berichtet IT-Chef Gerhard Denk. „Auch das war für uns ein Argument.“ Zudem wollte Bühler Motor bei seiner globalen Aufstellung einen großen Softwareanbieter wählen, der auch rund um den Globus an den verschiedenen Standorten Support leisten kann. „Außerdem war bei der Systementscheidung bereits klar, dass wir im ERP-Bereich auf eine SAP-Lösung setzten – die Schnittstellenthematik spielte also auch eine Rolle.“ Hilfreich war dabei auch die Unterstützung durch die Systemspezialisten von Inneo, die von Anfang an eingebunden waren und in einem Team mit Bühler-Motor-Mitarbeitern zusammen arbeiteten. „Die Berater haben das gesamte Projekt vorangetrieben und Vorschläge gemäß unseren Anforderungen gemacht“, fährt Gerhard Denk fort. „Dank der Anstrengung auf beiden Seiten sind wir auch im Zeitplan geblieben – was sehr selten ist!“

Auch für die Zukunft gibt es noch einige Ziele, die man gemeinsam erreichen will. „Beim Entwicklungsaufbau der einzelnen Teile lässt sich beispielsweise der Grad der Standardisierung noch weiter nach oben treiben“, führt Klaus Dobler aus. Darüber hinaus will man in den Zeichnungen zusätzlich zu den englischen Begriffen auch eine Übersetzung in die jeweilige lokale Sprache integrieren. Ein entsprechendes Tool hat Bühler Motor bereits im Visier und auch hier leistet Inneo Support. Und wenn das alles umgesetzt ist, möchte man gerne noch einen Projektbereich einrichten. „Die Idee dabei ist, abseits der weltweit zugänglichen Windchill-Welt Ideen, Entwürfe und Entwicklungsvarianten basierend auf speziellen Kundenanfragen zu speichern – quasi eine Art Ideen-Pool“, so Klaus Dobler abschließend. „Zeichnet sich ab, dass sich eine Idee verwerten lässt, könnte man dann sehr einfach die Daten verschieben und die üblichen Entwicklungsabläufe anstoßen, um ein markttaugliches Produkt zu erhalten.“


Michael Corban, CAD-CAM-Report

Bühler Motor GmbH, Nürnberg Tel. 0911/4504-0, http://www.buehlermotor.de

Inneo Solutions GmbH, Ellwangen Tel. 07961/890-0, http://www.inneo.com

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