smart engineering - Industrie 4.0 aus einer Hand
Home> IT Solutions> PLM/ERP/MES> PLM> EDM/PDM> Innovativer Vorsprung durch transparente Prozesse

PLM-TechnologieInnovativer Vorsprung durch transparente Prozesse

Der Vorsprung der Maha-Gruppe, vor allem in der elektronischen Bremsprüftechnik, gründet auf der Innovationsfreude des Allgäuer Unternehmens, das auch im PLM-Bereich eigene Wege geht. Es nutzt CIM Database als unternehmensweites PLM-Backbone für das Management aller Produktdaten, einschließlich der Materialdaten und Stücklisten. Das sorgt für mehr Transparenz im Entwicklungsprozess.
sep
sep
sep
sep
PLM-Technologie: Innovativer Vorsprung  durch transparente Prozesse

Die Maha-Gruppe ist weltweit einer der größten Hersteller von Fahrzeugprüfständen aller Art und die Nummer eins in der elektronischen Bremsprüftechnik. Gerade weil das so ist, können sich die Produktentwickler nicht auf ihren Lorbeeren ausruhen, sondern sie müssen unter relativ starkem Zeitdruck kontinuierlich Innovationen hervorbringen. Je nach Komplexität der Anlage liegen die Entwicklungszyklen zwischen drei Monaten und drei Jahren. Dabei sind die Anforderungen der einzelnen Marken und Töchter innerhalb der Gruppe höchst unterschiedlich: Bei den Hebebühnen und Prüfständen für Werkstätten oder Prüforganisationen handelt es sich um Serienprodukte, die in einer riesigen Variantenvielfalt gefertigt werden; es gibt über 45.000 mögliche Konfigurationen. Die Prüfanlagen für die OEMs sind hingegen Einzelstücke, die zwar zum Teil aus Modulen zusammengesetzt sind, aber normalerweise immer wieder Anpassungen erfordern. Das ist mit ein Grund dafür, dass die Entwickler im Stammhaus (der Maha Maschinenbau Haldenwang GmbH & Co. KG) und bei Maha-AIP (hier entstehen Abgas-Rollenprüfstände und End-of-Line-Prüfanlagen) mit zwei unterschiedlichen 3D-CAD-Systemen arbeiten.

Anzeige

Der Aufbau des Produktdaten-Managements bei Maha war deshalb nicht das Ergebnis einer langfristig angelegten PLM-Strategie, sondern orientierte sich an den Erfordernissen des täglichen Geschäfts. Unmittelbarer Anlass war der 3D-Umstieg und die Erkenntnis, dass das kurz zuvor eingeführte ERP-System nicht in der Lage war, 3D-Modelle, 2D-Zeichnungen und andere Dokumente effizient zu verwalten. „Bei der Systemauswahl haben wir vor allem auf die Bedürfnisse der Entwickler geschaut“, sagt IT-Systemadministrator Frank Deppermann. Erst mit dem Funktionsumfang der Contact-Software-Lösung CIM Database sei dann im Unternehmen das Bewusstsein für die strategische Bedeutung des Produktdaten-Managements gewachsen.

Ausschlaggebend für die Wahl des Systems war, dass es im Unterschied zu den meisten anderen Lösungen ausgereifte Integrationen zu den eingesetzten CAD-Systemen bot und den Anwendern auch bezüglich der zu verwaltenden Dokumente keine Einschränkungen auferlegte. Funktional überzeugte es durch das ausgefeilte Rechte-Management, das mit Blick auf den standortübergreifenden Einsatz wichtig ist, und die Funktionen für das Workflow- und Projekt-Management. „CIM Database deckte 95 Prozent unserer Anforderungen aus dem Stand ab“, sagt Thomas Filleböck, der das PDM-Projekt auf Seiten von Maha-AIP leitete. „Anpassungen waren lediglich bei der ERP-Integration erforderlich, die es in dieser Form nicht gab.“

Maha verfolgte mit dem PDM-Einsatz zunächst das Ziel, eine unternehmensweite Datenverwaltung für das alte 2D-System ME10, das neue 3D-System SolidWorks und das Elektrotechnik-Paket Eplan aufzubauen. Sie sollte bidirektional mit dem ERP-System Baan (heute Infor) gekoppelt werden, um den manuellen Aufwand für die Dateneingabe zu reduzieren und Inkonsistenzen zwischen Dokument- und Produktversionen zu vermeiden, die zuvor viele Änderungen nach sich zogen. Diese Zielsetzung hat sich seit der Systemeinführung im Jahr 2005 dahingehend erweitert, dass CIM Database heute als zentrale Integrationsplattform für alle entwicklungs- und fertigungsrelevanten Daten dient, auf die nicht nur die Mechanik-, Elektrik- und Software-Entwickler zugreifen, sondern auch ihre Kollegen in Projektmanagement, Einkauf, Fertigung, Dokumentation und Controlling.

Collaboration-Plattform Workspaces ist in Planung

Maha hat das PDM-System als standortübergreifende Lösung implementiert. Genutzt wird sie an den Entwicklungsstandorten und in der Fertigung in Haldenwang sowie in Alabama/USA, wo unter anderem Tragarme und Radgreifer entstehen. Während die Metadaten auf einem zentralen Server liegen und über Standleitung zugänglich sind, werden die Anwendungsdaten im nächtlichen Batch-Betrieb oder ‚on demand‘ an einen zweiten Server am amerikanischen Standort repliziert, um die Zugriffszeiten zu verkürzen. Die Rechte- und Rollenverwaltung des Systems stellt sicher, dass immer nur ein Anwender die Daten zur Bearbeitung auschecken kann.

Derzeit werden nur fertige Produkte zwischen den Standorten ausgetauscht – noch gibt es also keine standortübergreifenden Entwicklungsprojekte. Doch laut Thomas Filleböck sieht die weitere Planung den Einsatz der neuen Collaboration-Plattform Contact Workspaces vor, um Partner, Lieferanten und externe Ressourcen effizienter in den Konstruktionsprozess einbinden zu können.

CIM Database ist bei Maha das führende System für die Verwaltung von Materialstammdaten und (Fertigungs-)Stücklisten, die von den Konstrukteuren gepflegt und bei Freigabe an eine der beiden lokalen ERP-Instanzen übergeben werden. Im ERP-System werden sie nicht mehr verändert, sondern nur noch um ERP-relevante Daten wie Herstellkosten, Arbeitspläne, Lagerzuordnung etc. ergänzt.

Dass die Konstrukteure heute nicht mehr nur für die Modell- und Zeichnungserstellung zuständig sind, sondern ihre Artikel praktisch bis in die Produktion begleiten, war eine der großen, organisatorischen Herausforderungen, die Maha im Rahmen der PDM-Einführung zu bewältigen hatte. „Wir haben diese Veränderungen zwar mit Key-Usern aus allen betroffenen Abteilungen abgestimmt, aber die Masse der Anwender viel zu spät ins Boot geholt, um sie auf die Neuerungen vorzubereiten“, räumt Thomas Filleböck ein. „Das würde ich beim nächsten Mal anders machen, denn es hat anfänglich für erhebliche Akzeptanzprobleme gesorgt, die aber inzwischen ausgeräumt sind.“

Artikelstämme und Stücklisten werden bei der Freigabe Workflow-gesteuert an das ERP-System übergeben und dort auch automatisch versioniert, wenn der Konstrukteur einen Artikel verändert. Der Änderungsprozess wird ebenfalls durch das PDM-System unterstützt, lässt dem Konstrukteur allerdings den Freiraum zu entscheiden, ob er einen Artikel versioniert oder einen neuen anlegt.

Die PDM-Lösung unterstützt zudem den Multi-CAD-Betrieb. Neben den ursprünglichen Autorensystemen wurde vor drei Jahren das Direktmodelliersystem Creo Elements/Direct (ehemals CoCreate Modeling) von PTC eingebunden, da die Anwender bei Maha-AIP mit dem parametrischen System des Stammhauses nicht zufrieden waren. Außerdem soll mit dem Umstieg auf Eplan P8 die E-CAD-Kopplung produktiv geschaltet werden, so dass nun auch die Elektro-Konstrukteure ihre Artikel und Pläne unter der Kontrolle des PDM-Systems anlegen und freigeben. Sämtliche CAD-Modelle und -Zeichnungen werden in der Datenbank sowohl in den nativen Formaten, als auch in Neutralformaten wie STEP, PDF oder TIFF gespeichert. Norm- und Katalogteile werden gleich im Neutralformat angelegt, um sie in den unterschiedlichen Systemwelten nutzen zu können. Außerdem lassen sich diese ‚neutralisierten‘ CAD-Daten auch gut in der Blech- und CNC-Fertigung verwenden.

Im PDM-System werden nicht nur die CAD-Modelle und Zeichnungen abgelegt, sondern auch Berechnungsergebnisse und alle anderen Dokumente, die der Konstrukteur im Laufe seiner Arbeit erzeugt. Daneben haben auch andere Anwender schreibenden Zugriff: Maha-AIP verwendet etwa viele Kaufteile, zu denen der technische Einkauf Angebote einholt und ablegt. „In der Serie haben wir eigene CE-Projekte für den Einkauf angelegt, der für zugekaufte Komponenten die Herstellererklärungen zur CE-Konformität eingibt“, erläutert Deppermann. „Die Projektstruktur ist mit den entsprechenden Artikeln verknüpft, so dass wir bei der Dokumentation direkt über die Baugruppen und Artikel auf die Erklärungen zugreifen können.“

Ausbau des Projekt-Managements

Die Projekt-Management-Funktionen des PDM-Systems, mit denen man Aufgaben strukturiert, Zielvorgaben definiert und ihre Einhaltung überwacht, werden bei Maha intensiv genutzt. In Absprache mit den Konstrukteuren hat das PDM-Projektteam eine einheitliche Projektstruktur definiert, die als Vorlage für alle Projekte dient, aber natürlich projektspezifisch angepasst werden kann. „Die Struktur besteht aus bestimmten Aufgaben, innerhalb der ich so genannte Quality Gates mit bestimmten Prüfpunkten habe, für die der Projektleiter dann die Solltermine definiert“, erläutert Deppermann. „Er kann bestimmte Aufgaben entfernen oder zusätzlich offene Punkte definieren, aber er fängt bei der Projektplanung schon mit einer vorgegebenen Struktur an.“

Längerfristiges Ziel ist es, die Projektverwaltung zu einer umfassenden Wissensdatenbank auszubauen, in der beispielsweise auch Lessons Learned erfasst werden. „Es geht darum, bei späteren Projekten nicht wieder Varianten zu entwickeln, die man vor Jahren schon mal verworfen hat“, erläutert Filleböck. In einem ersten Schritt will man die Möglichkeit schaffen, den Zeitaufwand in der Konstruktion bestimmten Artikeln zuzuordnen und die Informationen mit dem ERP-System abzugleichen, um den Engineering-Aufwand präziser nachkalkulieren und diese Kalkulation bei neuen Projekten zugrunde legen zu können.

Ursprünglich als PDM-System eingeführt, hat sich CIM Database bei Maha daher Schritt für Schritt zu einer vollwertigen PLM-Lösung entwickelt, die für die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens von strategischer Bedeutung ist. Die Nutzeneffekte lassen sich zwar nicht exakt messen, sind aber deutlich spürbar, wie Filleböck versichert. „CIM Database sorgt für eine sehr viel größere Transparenz im Entwicklungsprozess. Die Informationen werden nicht mehr gehortet und es werden auch weniger Fehler gemacht, weil die Strukturen in Konstruktion und Fertigung einheitlich sind. Früher gab es beispielsweise Änderungsstände in der Zeichnungsverwaltung, die nie ins ERP-System einflossen. Das kann heute nicht mehr passieren.“ Und Deppermann ergänzt: „Die Durchlaufzeiten der Projekte sind eindeutig kürzer geworden, dadurch dass der Aufwand für die doppelte Datenerfassung entfällt und die aktuellen Daten gerade nach Änderungen auf Knopfdruck zur Verfügung stehen. Früher dauerte es einen halben Tag, bis eine freigegebene Zeichnung überall im Unternehmen verteilt war. Das geht heute in Minutenschnelle.“

Obwohl die Suchfunktionen des PDM-Systems das Auffinden von vorhandenen Daten erheblich beschleunigen, werden sie von den Konstrukteuren noch nicht so konsequent genutzt, dass sich der Teilebestand spürbar verringert hätte. Thomas Filleböck möchte ihnen deshalb die Teileauswahl durch eine Zusatzanwendung für Geometrievergleiche erleichtern, die eine neu aufgebaute Geometrie anhand weniger Parameter mit den vorhandenen Modellen vergleicht und dem Konstrukteur eine Liste ähnlicher Bauteile anzeigt. „Auch wenn der Konstrukteur dadurch nicht so viel Zeit spart, senkt die Teilewiederverwendung enorm die Kosten in Folgeprozessen wie Einkauf oder Fertigung und Warenwirtschaft.“

Michael Wendenburg, Fachjournalist, Sevilla

Contact Software GmbH, Bremen Tel. 0421/20153-0, http://www.contact.de

Diesen Artikel …
sep
sep
sep
sep
sep

Weitere Beiträge in dieser Rubrik

Product Lifecycle Management: CAD und PDM in neuer Generation

Product Lifecycle ManagementCAD und PDM in neuer Generation

Das Dortmunder Softwarehaus ISD zeigt auf der Hannover Messe die neuen Versionen seiner CAD-Software Hicad und PDM-Lösung Helios. Sie sollen den Konstrukteur oder Ingenieur dazu befähigen, Ideen schneller und einfacher umzusetzen.

…mehr
Product Lifecycle Management: PLM für Schwergewichte

Product Lifecycle ManagementPLM für Schwergewichte

Für ein global agierendes Familienunternehmen mit komplexen Produkten ist es im internationalen Wettbewerb entscheidend, die Kundenanforderungen optimal zu erfüllen. Um dies zu erreichen, müssen die Prozesse in der Produktentwicklung ständig verbessert werden.

…mehr
Open Source PLM: Anforderungsmanagement für Autodesk Vault

Open Source PLMAnforderungsmanagement für Autodesk Vault

Aras baut seine Open Source Software für PLM weiter aus und integriert Anforderungsmanagement für Autodesk Vault in Aras VPLM. Die Lösung für Autodesk-Anwender ermöglicht Anforderungsmanagement in PLM zur Unterstützung komplexer Kundenanforderungen, zur Risikominimierung und für verbesserte Produktqualität.

…mehr
PLM-Integration: Mit PLM zur mechatronischen Stückliste

PLM-IntegrationMit PLM zur mechatronischen Stückliste

Mit neuen Modulen zur Integration der PLM-Lösung Profile in Elektrotechnik- und Elektronik-CAD-Systemen sowie abgestimmten Dienstleistungen erleichtert Procad die mechatronische Produktentwicklung. Die Integration von Profile in E-CAD-Systemen erlaubt den wechselseitigen Zugriff auf CAD-Unterlagen und Stücklisten.

…mehr
Collaboration: Neues Unicode-Release für Workspaces

CollaborationNeues Unicode-Release für Workspaces

Contact gibt das Unicode-Release 3.3 seiner Workspaces-Technologie frei. Workspaces integrieren die heterogenen CAx-Werkzeuge und unterstützen Entwickler dabei, synchronisiert, selbstorganisiert und schneller zusammenzuarbeiten.

…mehr
Anzeige
Anzeige

Anzeige - Highlight der Woche

COSCOM Digital-PROZESS Meetings

Einladung zu COSCOM Digital-PROZESS Meetings

Mehr Profit vor dem Span! COSCOM connected …

… Manufacturing: CNC-Prozesse optimieren!

… Tool-Management: Rüstprozesse beschleunigen!

… Prozess-Management: Durchgängige Daten bis an die Maschine!

Aktuelle Termine und Orte hier

Anzeige - Highlight der Woche

Aras Whitepaper: Internet of Things - Kontext statt Chaos


Hier stellt Ihnen das Unternehmen Aras das Highlight der Woche vor.

White Paper jetzt kostenlos herunterladen!

Mediadaten 2018

Anzeige

White Papers auf smart engineering


In unserer neuen White Paper Sektion finden Sie lösungsorientierte White Paper unserer Partner zu IT-Standards, Anwendungshinweisen, Leistungsübersichten uvm. Jetzt kostenfrei downloaden.

Künstliche Intelligenz: Forschungsroboter “Roboy“ und Martina Mara

Video- Künstliche Intelligenz: Forschungsroboter “Roboy“ und Martina Mara


Welche Wirkung hat der Anblick von Robotern auf Menschen? Mit dieser Frage befasst sich das Team um Professor Markus Appel vom Campus Landau in einem aktuellen Forschungsprojekt. Mit ihrer Studien wollen die Forscher herausfinden, inwieweit wir Menschen künstliche Intelligenz als helfende Hand im Alltag akzeptieren oder ablehnen.

smart engineering in Social Networks

smart engineering Newsletter

smart engineering Newsletter kostenfrei abonnieren

Unser Newsletter informiert Sie über die wichtigsten Neuigkeiten, Produktentwicklungen und Trends aus der Branche. Jetzt kostenlos registrieren.

SCOPE Newsticker