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EditorialTeure Datenleichen

»Die Relevanz der Datenqualität wird falsch eingeschätzt«

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So richtig glücklich war keiner der Projektbeteiligten des mittelständischen Unternehmens mit der ERP-Einführung. Dabei war das Projekt durchaus erfolgreich gelaufen, sowohl Zeit- als auch Kostenrahmen wurden nur wenig überschritten und das alte System konnte bereits kurz nach dem Go-Live abgeschaltet werden. Sorgfältig hatte man sich im Vorfeld der ERP-Umstellung auch um die Optimierungspotentiale Gedanken gemacht. Sämtliche Geschäftsprozesse kamen auf den Prüfstand, Abläufe wurden grundsätzlich in Frage gestellt und neu überdacht. Das Ergebnis überzeugte, denn in vielen Bereichen konnten die Durchlaufzeiten um einiges verkürzt werden.

Und doch wussten die Projektbeteiligten, dass dies nur die halbe Wahrheit ist. »Erst nach dem Go-Live wurde uns so richtig bewusst, dass wir unsere Hausaufgaben nicht ganz gemacht haben. Bei der Übernahme der Altdaten hat sich gezeigt, dass da einiges im Argen liegt«, plaudert der Projektverantwortliche. »Wir hätten bei den Stamm- und Teiledaten viel mehr Zeit in die Datenbereinigung stecken müssen, dieses Defizit wird uns noch eine ganze Weile verfolgen.«

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Dass es sich dabei um keinen Einzelfall bei ERP- oder PDM-Projekten handelt, haben mir schon viele Projektbeteiligte bestätigt. Die Gründe hierfür ähneln sich oft: Es habe im Vorfeld schlicht das Bewusstsein für die Datenqualität gefehlt, der Aufwand sei unterschätzt worden, die Kosten für die Datenbereinigung seien zu hoch gewesen, das Budget bereits überschritten…

Zwar wissen die IT-Dienstleister um die Problematik, sitzen aber oft in der Zwickmühle. Im Vorfeld der Projekte wird um jeden Euro gefeilscht und/oder der Kunde ist von seiner Datenqualität überzeugt und sieht den Mehraufwand nicht ein. In der Folge wird das Problem unter den Tisch gekehrt und das Problem vertagt. Oder ein armes Würstchen einer Fachabteilung muss in Nachtschichten Daten abgleichen. Das böse Erwachen kommt ja erst später und ist meistens nicht so offenbar, dass es als Mangel beziehungsweise Problem offensichtlich ist. Mit Blick in die Alltagsarbeit sieht das dann ganz anders aus: Teilenummern existieren doppelt und dreifach, Stammdaten sind schlicht veraltet oder falsch. Statt die Teilevielfalt zu reduzieren, werden immer neue Teile geordert und verbaut, Kunden sind verstimmt wegen veralteter Daten; und unzählige Absprachen zwischen den Abteilungen müssen oft geradebiegen, was während der Systemumstellung versäumt wurde. Irgendwie läuft es weiter, aber alle Nutzer der Daten sind genervt und haben mit der Mehrarbeit zu kämpfen. Von fehlerhaften Angeboten oder technischen Unterlagen ganz zu schweigen. Der Mehraufwand und monetäre Schaden, der dadurch entsteht beziffert niemand mehr. Aber alle wissen: »Das hätte man billiger haben können!«

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