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EditorialSicherheit geht vor

»Einen Standard schaffen, von dem alle Beteiligten profitieren.«

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Die Aktivitäten von Piraten gehören seit einigen Monaten fast zur täglichen Berichterstattung in den Medien und manch einer fühlt sich – wenn es um die Sicherheit auf hoher See geht – fast ins Mittelalter zurückversetzt. Trotz der Präsenz von Seestreitkräften müssen Frachtschiffe speziell im Golf von Aden jederzeit mit Kidnappingversuchen durch Piraten sowie hohen Lösegeldforderungen rechnen, wobei die Piraten auch vor großen Passagierluxuslinern nicht mehr Halt machen.

Jedoch wird die moderne Industrie- beziehungsweise Wissensgesellschaft Tag für Tag auch von einer anderen Sorte von Piraten bedroht, die zwar kein Lösegeld fordern, aber einen enormen Schaden anrichten. Gemeint sind die Marken- und Produktpiraten, die nach Schätzungen von Experten allein in Deutschland im Jahre 2007 einen volkswirtschaftlichen Schaden von fast 30 Milliarden Euro verursachten. Heute wird davon ausgegangen, dass rund 10 Prozent des Welthandelsvolumens auf Plagiate entfallen.

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Auch in Zeiten, in denen die Auftragseingänge und Umsätze in einigen Branchen massiv eingebrochen sind, geht das Innovations-Rennen unvermindert weiter, verschärft sich in manchen Bereichen sogar noch. Denn einerseits wird um die weniger werdenden Aufträge noch erbitterter gekämpft, andererseits stehen Innovationen heute noch mehr im Vordergrund, da aufgrund der veränderten beziehungsweise gänzlich neuen Anforderungen wirklich neuartige Produkte gefragt sind.

Folglich ist das in den Unternehmen vorhandene Know-how zum wichtigsten Wettbewerbsfaktor geworden und der Schutz dieses Know-hows vor unbefugtem Zugriff damit ein zwingender Überlebensschutz für die Unternehmen. Die Umsetzung von modernsten Entwicklungsmethoden sowie der Einsatz von entsprechend leistungsfähigen Software-Werkzeugen führen dazu, dass zum Beispiel immer mehr Know-how in CAD-Modelle integriert wird. Dazu gehören neben Parametrikmodellen so genannte Templates oder auch User-Defined-Features (UDF) und andere wissensbasierende Engineering-Lösungen, mit denen die Produktivität in der Produktentwicklung erheblich gesteigert werden kann.

Parallel zum Einsatz dieser effizienten Arbeitsmethoden muss heute aber auch eine umfassende Zusammenarbeit in globalen Netzwerken ohne große Hindernisse möglich sein. Dies bedeutet, dass entweder IT-Lösungen, die höchste Sicherheit beim Austausch von Produktdaten und anderen Informationen bieten, vorhanden sein und die alltägliche Arbeit in den Projekten unterstützen müssen, oder dass eine grundsätzliche Reduktion des Know-hows in den CAD-Modellen notwendig ist, bevor der Datenaustausch stattfindet, beispielsweise durch ein »Entkernen« der Modelle, so dass nur noch eine Hüllgeometrie übrig bleibt.

Am einfachsten wäre es natürlich, wenn ein sicherer »Informations-Tresor« für den unternehmensübergreifenden Datenaustausch genutzt werden könnte, der mit einer zuverlässigen Rechteverwaltung ausgestattet wäre. Ziel dabei ist es, eine sichere IT-Umgebung zu schaffen, die von möglichst allen Beteiligten als Standard anerkannt wird, und auch für kleine und mittelständische Unternehmen realisierbar und bezahlbar ist.

Ein vielversprechender Vorstoß in diese Richtung ist die neue ERM-Initiative (Engineering Rights Management) der Daimler AG gemeinsam mit Microsoft, die im April ihre erste Informationsveranstaltung erfolgreich durchführten. Das Interesse an effektiven Sicherheitslösungen ist nach wie vor sehr groß, denn der Druck auf jedes einzelne Industrieunternehmen wächst stetig. Bleibt zu hoffen, dass hier alle an einem Strang ziehen und ein offener Standard etabliert werden kann, von dem alle Beteiligten profitieren.

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