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Editorial - Selbstbedienung

EditorialSelbstbedienung

Dass man Geräte mit einem Webzugang ausstattet, ist nichts Neues. Schon vor einigen Jahren war die Rede von Kühlschränken, die selbständig ihren Bestand erfassen und fehlende Artikel an den Lebensmittelhändler melden.

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Heute spricht man bei dieser Anwendung vom Internet der Dinge (Internet of Things - IoT). Die Idee, nicht nur Computer, sondern beliebige physische Objekte über eine IP-Adresse mit dem Internet zu verbinden, hat sich in den vergangenen Jahren nur in kleinen Schritten weiterentwickelt. Doch jetzt nimmt die Technologie Fahrt auf und immer mehr reale Anwendungen sind am Markt verfügbar.

Ein neues Geschäftsmodell betreibt Amazon mit einigen Herstellern: den Dash Replenishment Service (DRS). Der Service ermöglicht verbundenen Geräten, Produkte von Amazon zu bestellen, wenn sie zur Neige gehen. Geräte, die mit dem DRS verbunden sind, ordern beispielsweise selbstständig nach festgelegten Regeln Verbrauchsmaterialien. Dadurch sollen Gerätestillstände beziehungsweise Last-minute- Einkäufe vermieden werden. Gerätehersteller können so Amazons Authentisierungs- und Zahlungssysteme, Kundenservice und Versandnetzwerk nutzen. Einige große Hersteller wie Bosch, Brother, Grundig oder Siemens sind bereits auf der Website (www.amazon.de/drs) gelistet. In diesen Tagen ist auch Kyocera dazu gestoßen. Das Beispiel des Druckerherstellers zeigt sehr schön, wo das Potenzial von IoT-Anwendungen liegt: DRS-fähige Kyocera Laserdrucker und Multifunktionsgeräte, die in das Dash Replenishment System integriert sind, bestellen bei drohendem Tonermangel automatisch passenden Toner bei Amazon.

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Die Idee ist clever und nutzt beiden Seiten, eigentlich drei Seiten - dem Anwender, dem Hersteller und dem Händler: Der Anwender muss sich nicht mehr um stillstehende Geräte sorgen, denen Toner fehlt, er muss auch nicht nach dem richtigen Tonertyp suchen. Außerdem werden Verbrauchsmaterialien erst bestellt, wenn Sie bald benötigt werden. Der Hersteller baut eine Kundenbindung auf und kann sicher sein, dass seine Kunden nur Original-Verbrauchsmaterialien von ihm einsetzen. Damit verdient er in der Regel gutes Geld. Aufgrund der ihm vorliegenden Daten über den Zustand der Geräte kann er zudem abschätzen, wie viele Geräte einer Serie noch in Betrieb sind, welche Ersatzteile er dafür vorhalten muss et cetera. Und: Er kann dem Kunden rechtzeitig ein neues oder alternatives Gerät anbieten – vielleicht ändern sich ja die Ansprüche des Kunden in Bezug auf die Leistung eines Gerätes.

Der Händler – Amazon oder sicherlich auch andere, die diese Dienstleistungen ebenfalls anbieten werden – reiben sich die Hände und freuen sich über konstante Umsätze. So funktioniert ein gläserner Markt beziehungsweise Vertriebskanal mit gläsernen Kunden.

Wie so oft mit Vor- und Nachteilen: Denn fraglich ist, ob der Kunde die Verbrauchsmaterialien zu einem guten Preis bekommt. Und Gerätedaten gibt auch nicht gerne jeder preis. Aber alles hat eben seinen Preis.

Ihr

Stefan Graf, Chefredakteur

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