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EditorialRosige Aussichten?

»Investitionen in zukunftsorientierte Bildungskonzepte.«

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Mitte Mai verkündete das Statistische Bundesamt, dass das Bruttoinlandsprodukt im ersten Quartal 2008 in Deutschland so stark angestiegen sei, wie seit zwölf Jahren nicht mehr, und zwar um rund 1,5 Prozent verglichen mit dem letzten Quartal 2007. Dieses überraschende Ergebnis führt dazu, dass sich Experten jetzt für das Gesamtjahr wieder eine Zwei vor dem Komma beim Wirtschaftswachstum vorstellen können. Andere spekulieren sogar, dass Deutschland vom »kranken Mann Europas« wieder zur »Konjunkturlokomotive des Kontinents« werden könnte.

Insgesamt stehen die Zeichen dafür gut. Dies unterstreicht auch eine kürzlich veröffentlichte Studie zur Standortverlagerung, die vom VDI (Verein Deutscher Ingenieure) beim Fraunhofer-Institut in Auftrag gegeben wurde. Die Studie kommt zwar zu dem Ergebnis, dass jährlich mehr als 70.000 Arbeitsplätze in Deutschland durch Produktionsverlagerungen verlorengehen, aber gleichzeitig wurde auch festgestellt, dass diese Verlagerung seit dem Jahr 2004 rückläufig ist und der Standort Deutschland zur Zeit eine Renaissance erlebt. Folglich machen immer mehr Unternehmen ihre Verlagerungsentscheidung rückgängig und produzieren wieder in Deutschland.

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Und sie stellen hier neue Mitarbeiter ein. Dies bestätigt das Statistische Bundesamt ebenfalls Mitte Mai. Demnach hat die Industrie im März so viele Arbeitsplätze geschaffen wie seit mindestens 13 Jahren nicht mehr. Allein vom verarbeitenden Gewerbe wurden über 147.000 neue Mitarbeiter eingestellt. Das größte Wachstum konnte erneut der Maschinenbau verzeichnen, der im März 2008 aufgrund seiner vollen Auftragsbücher 5,8 Prozent mehr Mitarbeiter beschäftigte als im Vorjahreszeitraum. Aber damit sind wir auch bei dem grundsätzlichen Problem des Fachkräftemangels, das die positive wirtschaftliche Entwicklung und erst recht die Zukunftsperspektive nicht so rosig aussehen lässt, wie sie teilweise beschrieben wird. Eine weitere Studie des VDI kommt nämlich zum dem Schluss, dass im vergangenen Jahr mindestens 70.000 Ingenieursstellen nicht besetzt werden konnten. Und eine grundsätzliche Lösung des Problems ist nicht in Sicht. Zwar wird eine Stärkung des naturwissenschaftlich-technischen Unterrichts empfohlen, ebenso wie Stipendien für Ingenieurwissenschaften, eine bessere Ausstattung der Hochschulen, mehr Weiterbildungsmöglichkeiten sowie eine bessere Vereinbarung von Familie und Beruf. Aber all diese Maßnahmen sind sinnvoll, werden jedoch nicht ausreichend sein! Um diesem Problem Herr zu werden, muss viel früher angesetzt werden: Denn zu viele Schüler verlassen die Schule ohne Abschluss, zu viele Schulabgänger verfügen nicht über die Grundlagen, die von ihnen angestrebte Ausbildung zu absolvieren und zu viele Studierende brechen ihr Studium vorzeitig ab.

Soll wirklich in die Zukunft investiert werden, müssen diese Missstände nicht nur als individuelle Probleme, sondern als gesellschaftliche Herausforderungen gesehen werden. Eine Umschichtung der Regierungshaushalte für eine zukunfts-orientierte Bildung der Jugend – »koste es was es wolle« – sowie für eine Weiterbildung von Jung und »Alt« wäre hier zwingend notwendig.

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