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EditorialOffenheit gefragt

„Start im Minimalkonsens: Codex of PLM Openness“

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Anfang März 2012 wurd unter Federführung des Darmstädter Prostep iViP Vereins der Codex of OLM Openness (CPO) erarbeitet. Dass sich auf diese Initiative hin drei Automobilhersteller und sieben IT-Anbieter zusammenschließen, um das Thema Offenheit im PLM-Umfeld zu diskutieren, ist sehr zu begrüßen und lobenswert – gleichzeitig aber auch notwendig. Noch ist eine durchgängige PLM-Umgebung ohne Systembrüche nicht in Sicht – allein die Verwendung von Daten der Produktentwicklung im Rahmen der Dokumentation kann mühsam werden, wenn selbst High-end-CAD-Systeme am Export der Daten in Neutralformate wie Step scheitern.

Für viele Anwender ist zudem die Systemwahl aufgrund von Formatvorgaben seitens der Kunden eingeschränkt. Die Folge sind Lösungen, die den eigenen Bedürfnissen nur bedingt entsprechen und dabei Zeit und Kapital für Lizenzen, Einführung und Pflege binden – insbesondere dann, wenn mehrere verschiedene CAD-Systeme vorzuhalten sind.

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Der Codex of PLM Openness hat das Potenzial dazu, viele dieser Probleme zu lösen. Der Minimalkonsens der Version 1.0 des CPOs reicht dazu aber noch nicht aus. Betrachtet man die zunächst im Fokus stehenden CAD-Daten, prallen hier zwei Welten aufeinander – und beide Male geht es um ‚geistiges Eigentum‘: Der Anwender will ‚seine Daten‘ uneingeschränkt nutzen können, der IT-Anbieter sieht in den Funktionalitäten seines CAD-Systems sein »Know-how«. Beide Positionen sind legitim – denn Anwender wie Anbieter erarbeiten sich ihr geistiges Eigentum. Offenheit könnte also bedeuten, das CAD-System als eine Art ‚Editor‘ zu sehen. Editor A ermöglicht dem Anwender, seine Produktentwicklung möglichst effizient voranzutreiben, weil Anbieter A ihm dazu ein leistungsfähiges Werkzeug an die Hand gibt. Herauskommen muss aber eine Produktbeschreibung, die nicht an die besonderen Eigenschaften des Editors A gebunden ist, die der Anwender also auch mit einem beliebigen alternativen Editor B weiterbearbeiten kann. Erst dann sind die Systeme ‚offen‘ – und einer Wahl des jeweils besten Editors steht nichts im Wege.

Wie man diese Problematik lösen will, wenn man im Bereich der Datenformate unter dem Begriff ‚Standard‘ alle derzeit verfügbaren Formate bis hin zum ‚herstellerspezifischen Standard‘ zusammenfasst, erschließt sich bislang nicht. Zumal Innovationen durch »echte Standards« nicht gebremst werden, auch sie lassen sich weiterentwickeln. Voraussetzung ist allerdings, dass der Export fehlerfrei und zuverlässig funktioniert – siehe Step. Und rechtliche Aspekte spielen doch erst dann eine Rolle, wenn man den Zugriff auf den Standard einschränkt – Ziel ist ja aber Offenheit.

Auch die OEMs selbst tragen hier Verantwortung: Die Festlegung der Zulieferer auf ein bestimmtes CAD-Format und damit -System trägt nicht dazu bei, die Interoperabilität zu fördern. Der gelegentlich seitens der IT-Anbieter verwendete Begriff „Dominokunde“ bringt das klar zum Ausdruck.

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