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EditorialEngineering wirklich produktiv?

»Leistungsfähige Software und fortschrittliche Methodiken.«

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Die Initiative »Engineering produktiv!«, die vor rund einem Jahr von einigen Software-Anbietern gemeinsam mit dem VDMA und der Universität Magdeburg gestartet wurde, hat über 200 Fertigungsunternehmen – hauptsächlich aus dem Maschinen- und Anlagenbau – dazu bewogen, den angebotenen Online-Engineering-Check durchzuführen (siehe Seite 24). Die Ergebnisse der Befragung, die den aktuellen Stand bezüglich der Methodik und des Software-Einsatzes in der Produktentwicklung widerspiegeln, waren einerseits vorhersehbar und andererseits doch überraschend. Vorhersehbar war, dass rund 60 Prozent der befragten Unternehmen ein 3D-CAD-System im Einsatz haben, und dass knapp die Hälfte davon gleichzeitig ein PDM-System zur Datenverwaltung eingeführt haben. Überraschend war dagegen, dass die Engineering-Prozesse nur bei etwas über 40 Prozent der Befragten beschrieben und dokumentiert sind, bei mehr als 10 Prozent waren die Prozesse nicht einmal bekannt. Folglich kann bei Unternehmen ohne festgelegte Prozessabläufe auch keine besonders hohe Effizienz im Engineering erwartet werden, außer vielleicht bei Unternehmen mit nur wenigen Mitarbeitern, bei denen die Arbeitsabläufe »auf Zuruf« erfolgen. Wenn die Prozesse jedoch nicht im Blickfeld der Verantwortlichen sind, kann auch nicht an ihrer Optimierung gearbeitet werden, was sich bei der Befragung dann auch in den Antworten bezüglich der Arbeitstechniken beim 3D-CAD-Einsatz zeigte. Die Feature-Technologie, das Erstellen von Teilefamilien und Master-Model-Konzepte werden immer noch zu wenig genutzt.
Insgesamt gesehen sieht sich die Produktentwicklung noch zu selten als Dienstleister für andere Unternehmensbereiche, wie Rainer Glatz vom VDMA bei der Vorstellung der Ergebnisse von »Engineering produktiv!« sehr prägnant formulierte. Dies bedeutet aber auch, dass alle Beteiligten von Anfang an eine gemeinsame Zielsetzung bezüglich Funktionalität, Fertigbarkeit und Fertigungsverfahren sowie bezüglich des Kostenrahmen und der Zeitvorgaben formulieren sollten. Um die oftmals hohen Vorgaben erfüllen zu können, sind engagierte und qualifizierte Mitarbeiter notwendig. Aber auch hier zeigte die Studie: Schulung und Training kommen meist zu kurz.

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Dies betrifft nicht nur das Erlernen der Software-Funktionalitäten, denn viel wichtiger sind fortschrittliche Entwicklungsmethodiken und Arbeitsweisen, die der heutigen Engineering-Software gerecht werden und das in ihr steckende Potenzial möglichst umfassend nutzbar machen. Aber auch die Zusammenarbeit will gelernt sein und muss an die neuen Randbedingungen, die sich in den letzten Jahren stark veränderten haben, angepasst werden. In diesem Bereich ist ebenfalls ein kontinuierlicher Lernprozess erforderlich, der aus einer sinnvollen Mischung aus Schulung, Workshop, Coaching und natürlich auch Selbststudium bestehen sollte.

Die angekündigten Workshops der Initiative »Engineering produktiv!« bieten bestimmt gute Möglichkeiten, um eine prozessorientierte Produktentwicklung voranzutreiben, die individuellen Erfahrungen auszutauschen und die nächsten Optimierungsschritte zu planen.

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