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EditorialZeit für Grundsatzfragen

»Ein permanenter Lernprozess ist das Ziel.«

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Krisenzeiten sind Zeiten, in denen Grundsatzfragen formuliert werden: Warum ist es soweit gekommen? Warum haben wir es nicht verhindert beziehungsweise warum konnten wir es nicht verhindern? Ist die eigene strategische Orientierung richtig? Sind wir für die Zukunft gut gewappnet? In Boom-Zeiten werden dagegen Fragen solcherart seltener formuliert. Dann geht es eher darum die Ärmel aufzukrempeln und zuzupacken, um die sich bietenden Chancen zu nutzen.

In Krisenzeiten rücken außerdem Grundsatzfragen über unser Wirtschafts- und Gesellschaftssystem in den Vordergrund des Interesses. Wie viele Regeln und Vorschriften sind notwendig? Wann soll beziehungsweise muss der Staat eingreifen? Welchen Einfluss hat ein einzelner Staat in den Zeiten der globalisierten Weltwirtschaft überhaupt noch, um nationale wirtschaftliche Aktivitäten zu beeinflussen? Dabei tun sich immer mehr Fragen auf und lassen sich kaum befriedigende Antworten finden. Jedoch bringt uns allein die Konzentration auf die entscheidenden Fragen einen wichtigen Schritt voran.

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Schon der griechische Philosoph Sokrates ist vor rund 2.400 Jahren durch sein geradezu penetrantes Nachfragen bekannt geworden, indem er alles Unwesentliche herausfilterte, um sich auf die wesentliche Aussage zu fixieren. Und auch der englische Philosoph Francis Bacon kam ähnlich wie sein französischer Kollege René Descartes im 16. Jahrhundert zu dem Schluss, dass kluges Fragen schon die halbe Weisheit ist.
Noch heute heißt es im Kinderreim: »Wieso, weshalb, warum? Wer nicht fragt, bleibt dumm.« Diese Weisheit gilt nicht nur für Kinder, denn Fragen sind eine wichtige Grundlage der Weiterentwicklung, um die eigenen Schwächen und Stärken zu erkennen, bisherige Grenzen überschreiten zu können, scheinbare Selbstverständlichkeiten in Zweifel zu ziehen und sich neue Freiräume zu schaffen. Wird das bisherige Tun infrage gestellt, lassen sich Möglichkeiten zur Veränderung entwickeln. Folglich können Fragen als eine Art Initialzündung dienen, um neue Prozesse anzustoßen.

Fragen gehören auch zum grundsätzlichen Handwerkszeug der Journalisten. Sie dienen neben dem Interesse am Befragten beziehungsweise der zu recherchierenden Begebenheit, als eine wichtige Erfolgsgarantie für interessante Berichte. Aber das Fragen will gelernt sein, denn es sollte auch Vertrauen schaffen und einen produktiven Prozess vorantreiben. Fragen ermöglichen es, eine Situation aus einer anderen Perspektive – oder besser noch – aus der Perspektive eines Anderen zu sehen und die der Situation innewohnende Komplexität tiefgreifender zu erfassen. Das erfordert Zuhören, Aufpassen, Mitdenken, sich einfühlen sowie sich auf Andere und Neues einlassen.

Damit kann die Grundlage geschaffen werden, um die Kommunikation untereinander entscheidend zu verbessern und das Verstehen des Gegenüber zu erleichtern. Ein sich daraus ergebender permanenter Lernprozess versetzt alle Beteiligten in die Lage, gemeinsam realistische Ziele zu definieren und diese auch gemeinsam zu erreichen.

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