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EditorialTräume können nie ‚hoch genug fliegen‘

„Investieren wir lieber in die Raumfahrt als in Bankenrettungen“

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Die Endeavour ist das letzte Mal gelandet, das Space Shuttle kommt nun ins Museum. Und am 8. Juli soll mit dem Schwester-Raumschiff Atlantis das letzte Mal überhaupt ein amerikanisches Space Shuttle ins All starten – etwas mehr als dreißig Jahre nach Beginn der Shuttle-Ära. Am 12. April 1981 ging die Columbia als erstes, wiederverwendbares Raumfahrzeug auf ihre erste Mission. Nicht mehr ganz so junge Zeitgenossen wie der Autor dieser Zeilen erinnern sich noch gerne an die Euphorie, die damit einherging. Unvergessen ist die nächtliche Ansicht des zum Start bereiten Shuttles – damals noch mit weißem Außentank. Den Anstrich ließ man kurze Zeit später weg, weil der Tank die einzige ‚Wegwerfkomponente‘ des Systems war und die Farbe schlicht ‚zu schwer‘.

Unabhängig davon, ob die Atlantis im Juli zum letzten Mal fliegt oder die Amerikaner das Shuttle-Programm doch noch einmal verlängern – bedenklich ist die Tatsache, dass es für das Space Shuttle keinen adäquaten Nachfolger gibt. Das System wird nicht etwa durch einen verbesserten Nachfolger ersetzt; weder Amerikaner noch Europäer werden dann über ein vergleichbares Raumfahrzeug verfügen. Speziell wir Europäer können zwar auch mit der Trägerrakete Ariane 5 Nutzlasten ins All befördern, aber von ambitionierten Projekten wie dem Raumgleiter Hermes oder dem wie das Shuttle ebenfalls zweistufigen, aber wie ein Flugzeug startenden Sänger II haben wir uns schon lange verabschiedet.

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Warum? Bei Sänger II gab es technische Schwierigkeiten (vor allem die Triebwerkstechnologie betreffend) und die Kostenfrage, die das Projekt stoppten. Mehr noch als das, fehlte vielleicht der gemeinsame Wille, abseits nationaler Eitelkeiten ein solches Programm zum Abschluss zu bringen. Auch bei Airbus – einst das Vorzeigeprojekt der europäischen Zusammenarbeit – stehen immer häufiger nationale Befindlichkeiten im Vordergrund (nur so ist die Odyssee der verschiedenen Komponenten eines A380 zu verstehen). Das ist schade, denn Raumfahrtprojekte können sogar einander eher feindlich gegenüberstehende Mächte zusammenführen – bereits 1975 koppelten Amerika und die Sowjetunion ein Apollo- und ein Sojus-Raumschiff aneinander.

Wäre es also nicht Zeit, ein neues europäisches Shuttle-System zu initiieren? Ich meine ja, auch wenn viele speziell die bemannte Raumfahrt angesichts der auf der Erde noch zu lösenden Probleme für zu teuer halten. Das eine muss ja aber das andere nicht ausschließen – sowohl auf der Erde als auch im All lohnt es sich, weiter zu forschen. Bleibt die Kostenfrage. Da allerdings käme man mit einem Bruchteil der Gelder aus, die man derzeit in Rettungsschirmen oder Krisenmechanismen bereitstellt. Und deren Nutzen ist fraglich, zumal jeder neue Beschluss eher einen Keil in die europäische Einigung treibt, als sie voranzubringen. Ein gemeinsames Ziel – Entwicklung eines bemannten, komplett wiederverwendbaren Raumtransporters – könnte dagegen die Einigung eher fördern. Und in technischer Hinsicht – etwa bezüglich des Triebwerksbaus – sollte man heute weiter kommen. Zudem liegen inzwischen Erfahrungen mit dem Product Lifecycle Management vor – die könnten dabei helfen, die Kosten zu reduzieren und viele Fehlerquellen frühzeitig zu identifizieren. Wir sollten nicht zögern.

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