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EditorialRationale Abwägung empfohlen

„Kreativität nicht behindern“

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Strukturierte Prozesse, effiziente Arbeitsweisen, Entscheidungsfindung auf Basis valider Daten – das sind nur einige der Stichworte, die sich wie ein roter Faden durch die Praxisbeiträge nicht nur in dieser Ausgabe des CAD-CAM-Reports ziehen. Betrachtet man aus dieser Perspektive einmal das Geschehen rund um Stuttgart 21, den geplanten oder besser in Bau befindlichen neuen unterirdischen Hauptbahnhof der Landeshauptstadt in Baden-Württemberg, mag sich manch einer die Augen reiben. Würden normale Unternehmen bei ihren Projekten ähnlich agieren, wären sie längst untergegangen.

Warum? Nehmen wir das Thema Hochgeschwindigkeitsverbin- dungen, denn zusammen mit dem neuen Bahnhof soll auch die Verbindung Stuttgart-Ulm erneuert werden. Künftig soll man in 28 Minuten zwischen den beiden Städten pendeln können. Nominell sind dies heute 54 Minuten, 26 Minuten ‚gewinnt’ man also theoretisch. Aber eben nur theoretisch, wie ein Blick auf ein weiteres, bereits realisiertes Prestigeobjekt, die Strecke Frankfurt-Köln, zeigt. Der Knackpunkt ist, dass wohl nur wenige von uns in unmittelbarer Nähe der Bahnhöfe wohnen. Und meist liegt auch das Reiseziel nicht direkt an der Bahn. Zur reinen Fahrzeit des ICE addieren sich also An- und Abreise zu den Bahnhöfen. Wer – wie ich selbst lange Zeit – hier auf den öffentlichen Nahverkehr angewiesen ist, macht schnell die Erfahrung, dass Anzahl und Pünktlichkeit der Verbindungen abnehmen. Mit anderen Worten: Die halbe Stunde, die der ICE schneller ist, muss ich doppelt für den Nahverkehr hinzurechnen. Und das auch nur, wenn man annimmt, dass der ICE pünktlich fährt (ohne Achsbruch und hoffentlich mit funktionierender Klimatisierung sowie vorhandenen und geschlossenen Türen).

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Den viel zitierten Return-on-Invest braucht man sich also weder als Reisender noch als Steuerzahler auszurechnen. Übertragen auf das Thema Software wäre das so, als ob man mit einem sehr teuren Programm zwar einige Minuten schneller kon-struiert, dafür aber ein Mehrfaches dieser Zeit für das Öffnen und Speichern der Dateien benötigt. Vermutlich würde der Softwarehersteller mit diesem Produkt nicht lange überleben.

Bezogen auf Stutt-gart 21 und die geplante Hochgeschwindigkeits- trasse würde deshalb ein normaler Unternehmer schnell zu der Entscheidung kommen, dass es sich zunächst lohnt, die Anbindung an die Bahnhöfe zu verbessern. Oder er würde vielleicht darüber nachdenken, ob nicht vielmehr eine engere Kopplung von Individualverkehr (Pkw) und Bahn Sinn macht – was eventuell ‚neue’ Bahnhöfe an besser mit dem Auto zu erreichenden Orten erforderlich macht. Kurz gesagt: Er würde Ideen entwickeln, Konzepte prüfen und kreativ sein, um anschließend eine fundierte Entscheidung treffen zu können. An dieser Stelle ist auch die Politik gefragt – Flexibilität und Kreativität sind aber eher nicht zu erkennen. Doch genau darauf sollten wir uns konzentrieren, Ideenreichtum ist eine unserer Stärken. Ein Verzicht auf Stuttgart 21 würde uns dagegen nicht schaden – uns fällt bestimmt ’was Besseres ein.

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