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EditorialFachkräftemangel trotz Wirtschaftskrise

»Bei der Globalisierung nicht ins Hintertreffen geraten.«

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Anfang November 2009 meldete der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH), dass noch über 10.000 freie Lehrstellen zur Verfügung stehen, aber nur noch wenige unvermittelte Bewerber vorhanden wären. Folglich konnten nur 5,6 Prozent weniger Ausbildungsverträge als im Vorjahr abgeschlossen werden, so dass der ZDH von Regierung und Wirtschaft einen Pakt für Fachkräftesicherung fordert. In dieses Horn stoßen trotz der Wirtschaftskrise auch andere Organisationen. Der VDI hat errechnet, dass im Juli 2009 rund 14.200 Maschinenbau-Ingenieure fehlten. Damit entfiel fast jede zweite offene Ingenieurstelle auf den Maschinenbau. Außerdem wird die demografische Entwicklung diese Situation weiter verschärfen, denn schon heute sind mehr Maschinenbau-Ingenieure über 50 als unter 35 Jahre alt – vor rund zehn Jahren war dieses Verhältnis noch umgekehrt.

Nach dem Krisenjahr 2009 wird in nächster Zeit für den Wirtschaftsstandort Deutschland die Verfügbarkeit von qualifizierten Arbeitskräfte noch entscheidender sein, als sie es schon heute ist beziehungsweise in der Vergangenheit war. Da qualifizierte Arbeitskräfte nicht so leicht und schnell beschafft werden können, müssen die Weichen möglichst frühzeitig gestellt werden, und zwar klarer und energischer als es in den letzten Jahren der Fall war beziehungsweise als es bei der neuen schwarz-gelben Regierung zu erkennen ist.

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Das vorhandene Potenzial, beispielsweise die fast 80.000 Schulabbrecher – nicht nur Migranten-Kinder – sollte effizienter genutzt werden, um mittelfristig bei der Globalisierung nicht ins Hintertreffen zu geraten und um langfristig für gesellschaftlich stabile Verhältnisse zu sorgen. Deshalb müssen mehr Erzieher/innen, Sozialarbeiter/innen und Lehrer/innen eingesetzt werden, denn nur so lassen sich mehr qualifizierte Facharbeiter/innen ausbilden. Aber auch bei der Hochschulausbildung liegt noch vieles im Argen, was sich laut OECD-Studie (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) unter anderem an einer der geringsten Studienanfängerquoten und der höchsten Studienabbrecherquoten ablesen lässt. Da Deutschland zu wenig in Bildung investiert, besteht die Gefahr, dass es im internationalen Vergleich hinter andere Länder weiter zurückfällt. Speziell beim sozialen Aufstieg, also bei der Durchlässigkeit von unten nach oben, hat Deutschland von der OECD-Studie schlechte Noten erhalten. Generell gilt immer noch: umso höher die Qualifikation, umso geringer das Risiko, längere Zeit arbeitslos zu sein. Aber im Berufsleben werden zunehmend allgemeine Kompetenzen wie Flexibilität und Kreativität wichtiger, während gleichzeitig die spezialisierte Ausbildung an ihre Grenzen stößt, auch deshalb, weil die technische Entwicklung immer schneller voranschreitet und sich die Anforderungen immer rasanter verändern.

Gut gerüstet sind infolgedessen Absolventen mit so genanntem Schnittstellenwissen, um die Zusammenarbeit in Teams mit Experten aus anderen Fachrichtungen zu erleichtern. Deshalb sollten die Hochschulen ihre bisherigen Aktivitäten in diesem Bereich möglichst schnell ausbauen, damit zum Beispiel ein Informatiker schon im Studium erfahren kann, wie Maschinenbauer, Mediziner, Betriebswirte, Psychologen oder Chemiker denken und handeln.

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