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EditorialDer ICE muss uns wieder faszinieren

„Begeisterung ist Voraussetzung“

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Dass sich – ansonsten physisch und psychisch – gesunde Menschen in unserer Zeit nur an einem Seil hängend von Brücken stürzen, wird gerne damit erklärt, dass das Leben in unserer modernen Welt zu sicher geworden sei, die Bedrohung fehle. Mag sein. Da wusste man noch nicht, dass man auch bei der Fahrt mit einem ICE nicht sicher sein kann, wohlbehalten anzukommen. Einem europäischen Land wie Deutschland, das als so genanntes Hochlohnland vor allem mit Innovationen und High-Tech punkten muss, scheint dies ein vernichtendes Zeugnis auszustellen. Bezogen auf die Technik allerdings nur auf den ersten Blick. Eine Frage ist etwa, warum die Klimaanlagen nicht schon im ebenfalls sehr heißen Sommer 2003 ausfielen, denn da fuhr der jetzt besonders betroffene ICE 2 bereits. Möglicherweise ist also die Technik gar nicht das Problem. Klar ist nur, dass überhitzte ICEs weder der Gesundheit noch dem Image oder der Technikbegeisterung dienen.
Gerade für uns Europäer wäre aber mehr Technikbegeisterung hilfreich, nur so entstehen auch Innovationen. Erfreulicherweise gibt es Lichtblicke, etwa bei der Fusionsforschung. In seinem Teilinstitut Greifswald ist etwa das Max-Planck-Institut für Plasmaphysik dabei, mit dem Experiment Wendelstein 7-X eine mögliche Bauform eines Fusionskraftwerks zu erforschen, den Stellarator. Der Trick dabei: Diese Bauart ist prinzipiell dafür geeignet, im Dauerbetrieb zu arbeiten. Die technische Umsetzung ist allerdings nicht simpel – ohne High-Tech geht das nicht, insbesondere auch auf Seiten des Maschinenbaus (siehe Bericht Seite 18). Die Bedeutung dieses Experiments für uns alle liegt auf der Hand: Fusionsenergie könnte uns zusammen mit dem so genannten Wüstenstrom aus dem Desertec-Konzept und der Nutzung von Wind- und Wasserenergie ausreichend mit Energie versorgen. Auf fossile Brennstoffe und Uran und die damit verbundenen Risiken könnte man dann verzichten.

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Neben der Technikbegeisterung ist für die Umsetzung solcher Projekte eines unverzichtbar: Bildung. Wir benötigen kluge Köpfe, und zwar möglichst viele – und die finden sich in allen Schichten der Gesellschaft. Entscheidungen, wie die zum Schulsystem in Hamburg, stimmen da eher skeptisch, denn die Trennung der Schulformen schon nach der vierten Klasse gibt es bei kaum einem unserer europäischen Nachbarn. Zumal die Ausgaben für Bildung wohl eher nicht steigen werden – angesichts der Rettung diverser Banken mit Unsummen von Euro. Umso wichtiger ist es, die Begeisterung für Technik wieder zu wecken. Stellarator oder Desertec können dies zusammen mit vielen anderen Ideen erreichen – und selbst eine Betreibergesellschaft wie die Bahn könnte ihren Teil beitragen. Dazu würde es genügen, dass uns der Anblick eines ICEs zumindest teilweise wieder so fasziniert wie früher der einer schweren Dampflok.

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