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EditorialPartnersuche mit Ansage

Gerne vergleicht man die Entscheidung für wichtige IT-Systeme wie ERP-Software, oder in der Produktentwicklung CAD- und PDM-Software, mit dem „Bund fürs Leben“. Die Parallelen zur Partnersuche mit nachfolgender Hochzeit und Treueschwur bis ans Lebensende sind hier schon bemerkenswert. Denn vor dem Schwur stehen das Werben (Ausschau nach Anbieter mit anschließendem „Beauty Contest“), die Ehe auf Probe (Vorprojekte mit gegenseitigem Beschnuppern), die Hochzeit mit Treueschwur (Vertragsabschluss) und der Alltag für das neue Paar (Systemeinführung mit allerlei Überraschungen). Kein Wunder, dass solche Schritte wohl überlegt sein wollen und viele Unternehmen vor einem Systemwechsel zurückschrecken.

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Als besondere Herausforderung mit entsprechenden Risiken gilt der Austausch beziehungsweise Umstieg auf ein anderes CAD-System. Neben dem Gewöhnungsfaktor der Anwender sind es hier handfeste Argumente, die Verantwortliche davor zurückschrecken lassen. Die Gründe hierfür liegen auf der Hand, denn CAD-Daten enthalten wertvolles Konstruktionswissen, zum Beispiel in Form von Parametrik und Geometrie, Features, Strukturdaten sowie Wissenselemente für das Knowledge Based Engineering. Und das Produktwissen stellt häufig die wertvollste Ressource eines Unternehmens dar. Je mehr Informationen im CAD-System beziehungsweise den CAD-Daten stecken, umso schwieriger wird ein Umstieg.

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Entsprechend groß war die Verwunderung, als die Daimler AG 2010 ankündigte ihr CAD-System zu wechseln. Es wurde viel spekuliert und viele stellten sich die Frage, welche Konsequenzen ein CAD-Wechsel in dieser Dimension mit sich bringt und ob nicht zu viele Fallstricke lauern. Schließlich kann eine Produktentwicklung bei einem Hersteller dieser Größenordnung nur reibungslos funktionieren, wenn alle Komponenten integriert arbeiten und alle Prozesse sorgfältig abgestimmt sind. Ein wichtiger Grund für den Wechsel war bei Daimler der Wunsch nach einer möglichst nahtlosen Integration zwischen CAD- und PDM/PLM-System. Eine bestehende CAD-/PDM-Lösung war nicht mehr zukunftssicher, da der CAD-Lieferant eine neue Software-Generation mit einer grundlegend neuen Technologie angekündigt hatte, bei der Konsequenzen für ein problemloses Zusammenspiel der PLM-Installation absehbar waren. Welche Dimension der Austausch der Software hatte, zeigte die Tatsache, dass die Entscheidung unter Einbeziehung der Konzernspitze (Vorstand) fiel. Daimler hat den CAD-Wechsel generalstabsmäßig vorbereitet und ist auf einem guten Weg zum erfolgreichen Abschluss des Projektes.

Interessant war in diesem Zusammenhang die Sichtweise der Verantwortlichen, denn diese bezeichnen das CAD-System als ein „Anfangssystem“ und weit weniger mit anderen Prozessen im Unternehmen verknüpft als das PDM-System. Bei einer PDM-Systemablösung hätte der Hersteller jeden Geschäftsprozess anfassen müssen, bei der CAD-Ablösung war „nur“ ein überschaubarer Personenkreis betroffen. Wie der Fahrzeughersteller diese Herausforderung gemeistert hat, lesen Sie auf Seite 16 in dieser Ausgabe.

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