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EditorialDie Kreativität entfesseln

„Chancen und Risiken müssen im Gleichgewicht sein“

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Wenn es um das Thema Innovationen und Innovationsfähigkeit geht, spielen die Rahmenbedingungen eine entscheidende Rolle. Es lohnt sich aber hin und wieder, auch einen Blick auf die eigenen Abläufe zu werfen – mithin das, was man selbst beeinflussen kann. Bei der Recherche zu dieser Ausgabe stieß die Redaktion in diesem Zusammenhang auf zwei besonders interessante Punkte: das, was einige bereits die ‚zweite industrielle Revolution‘ nennen und die Frage, ob die Rapid-Technologien durch das Product Lifecycle Management (PLM) ausgebremst werden.
Der Flaschenhals bei der Umsetzung neuer Produktideen sei die Fertigung, sagt Hod Lipson, Professor an der Cornell University in Amerika und Ko-Autor eines Berichts zur Bedeutung des 3D-Druckens für die US-Regierung. Abhilfe verspreche insbesondere die so genannte additive Fertigung, den meisten bekannt in Form des 3D-Druckens. Lipsons Argument: Dabei kostet Komplexität nichts – was Kreativität frei setzt. Das allerdings erfordert ein Umdenken bei den Konstrukteuren. Hannes Kuhn, Dienstleister für das Kunststoff-Lasersintern in Deutschland, hat die Erfahrung gemacht, dass nur wenige nach dem ersten Kontakt mit dieser Technologie eigene Anwendungsbeispiele finden. Denken Sie bei einer Neuentwicklung mal anders, fordert er. Der Lohn: Wer verstanden habe, welche Chancen in der additiven Fertigung steckten, werde im eigenen Unternehmen oft zu einem richtigen Star. Wer das nicht glaubt, sollte einen Blick auf die Innovationen der Handhabungsspezialisten von Festo riskieren – hier setzt man die aus dem Rapid Prototyping stammenden Verfahren längst produktiv ein. Das Interview mit Hod Lipson finden Sie ab S. 18, die Erfahrungen von Hannes Kuhn ab S. 22 in dieser Ausgabe.

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Wer die Chancen der Rapid-Technologien erkennt und zusammen mit Partnern nach neuen, innovativen Lösungen sucht, stößt allerdings zunehmend auf organisatorische Probleme. Bestand vor 15 Jahren ein Auftrag noch aus drei Blättern, müssten heute 100 Seiten lange Aufträge verwaltet werden, sagt Andreas Burger, ebenfalls ein deutscher Dienstleister. Das widerspreche dem Rapid-Prototyping-Gedanken, die Geschwindigkeit der Prozesse gehe im Papierkrieg unter (siehe Bericht ab S. 26). Geheimhaltungsfragen und Compliance – an dieser Stelle kommt das PLM ins Spiel – können hier Innovationen auch verhindern.
Die richtige Balance zu finden, dürfte der Schlüssel zum Erfolg sein. Denn wir Europäer können sicher sein: Nutzen wir die Chancen der additiven Fertigung nicht, werden es andere tun. Auch seitens der CAx-Anbieter ist hier noch einiges an Grundlagenarbeit zu leisten, bevor beispielsweise das 3D-Drucken in ähnlicher Weise unterstützt wird wie heute das Fräsen. Und sollte sich das Schlagwort von der zweiten industriellen Revolution bewahrheiten, sehen sowohl die Produktfindungs- als auch die Fertigungsprozesse der Zukunft ganz anders aus als die, die uns heute so vertraut sind.
Übrigens: Falls Sie sich noch näher mit dem Thema Product Lifecycle Management beschäftigen wollen, empfehle ich Ihnen das ‚PLM-Jahrbuch 2012‘. Grundlagenwissen, praktische Informationen und Marktübersichten – kompakt als Nachschlagewerk (siehe Rückseite dieser Ausgabe).

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