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EditorialCloud Computing und PLM als Widerspruch?

„PLM-Daten bilden das Know-how inzwischen ab!“

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Sollten Unternehmen die Chancen des Cloud Computings nutzen oder ist dann das insbesondere in Engineering-Daten steckende Know-how gefährdet? Diese aktuell auch auf der Cebit in Hannover aufgeworfene Frage zu beantworten, fällt nicht leicht. Ich erinnere mich dabei an eine Bemerkung eines Konstruktionsleiters, den ich vor rund zehn Jahren besuchte: „Wenn uns einer die Zeichnung entwendet, weiß er noch lange nicht, wie man das entscheidende Bauteil fertigen muss, um einen zuverlässigen und langlebigen Betrieb sicherzustellen.“ So gesehen könnte man ohne große Bedenken die Vorteile des Cloud Computings nutzen – etwa den Zugriff auf die eigenen Daten von beliebigen Orten aus oder die zuverlässige Datenhaltung dank ausgeklügelter Sicherungskonzepte.

Allerdings haben die Hersteller von Engineering-Software in den vergangenen Jahren einiges daran gesetzt, eben dieses – in den Zeichnungen zuvor nicht oder nur eingeschränkt enthaltene Know-how – im Rahmen von Konzepten für das Product Lifecycle Management zu erschließen und zu speichern. Eigentlich eine gute Idee, denn wenn sich das ‚geistige Eigentum‘ eines Unternehmens digital sichern lässt, kann es einfacher genutzt werden und selbst die Kündigung eines wichtigen Mitarbeiters bedroht nicht gleich die Existenz. Der Haken daran: Gerade das in modernen CAD- und PDM-Systemen abgelegte Wissen können nun auch Unbefugte eher nutzen. Stehen also moderne PLM-Konzepte und Cloud Computing im Widerspruch zueinander?
Journalisten sollten keine Fragen stellen, sondern Antworten geben, doch muss ich gestehen, dass ich die oben aufgeworfenen Fragen derzeit nicht beantworten kann. „Ohne Vertrauen gibt es keine Gesellschaft, keinen Handel und kein friedliches Miteinander“, sagte anlässlich der Cebit Prof. Michael Waidner, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Sichere Informationstechnologie (SIT) in Darmstadt. „Im digitalen Zeitalter fällt es aber schwer, Vertrauen zu entwickeln: Es mangelt an der direkten Erfahrung mit dem Kommunikationspartner“, betont Waidner. Vielleicht lohnt es sich gerade deshalb, mit ‚ungefährdeteren‘ Prozessen wie Marketing oder Vertrieb erste Erfahrungen in der Cloud zu sammeln – zumal die meisten von uns das wohl privat längst tun. Das eigentliche Know-how bleibt derweil noch zuhause. Wichtig sind Sicherungskonzepte aber auch hier: Eine mangelnde physische Datensicherung oder lasche Zugriffskontrollen können die eigenen Server schnell unsicherer machen als eine Cloud-Umgebung. Wie gehen Sie mit der Cloud-Thematik um? Die Redaktion freut sich über Ihr Feedback.

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Übrigens: In dieser Ausgabe starten wir unsere Serie zum Thema Systems Engineering (Seite 38). Wie sich die Disziplinen Mechanik, Elektrotechnik und Software zusammenführen lassen, dürfte eine der spannendsten Fragen der nächsten Jahre sein. Nach einem Blick auf die Leistungsfähigkeit der Systems Modeling Language SysML in Teil 1 beleuchten wir in kommenden Ausgaben, wie einzelne Hersteller mit dieser Thematik umgehen.

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