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EditorialAb in den Speicher

Es gibt in der Informationstechnologie immer wieder Entwicklungen, die erstaunen. An immer schnellere Prozessoren und Festplatten mit schwindelerregenden Kapazitäten haben wir uns mittlerweile ja gewöhnt. Eine neue Technologie aber, die das Datenmanagement auf den Kopf stellt, lässt aufhorchen. Ganz neu ist sie zwar nicht, aber inzwischen praxisreif: die In-Memory-Technologie. Sie erlaubt es, den Arbeitsspeicher eines Rechners mit Daten vollzupumpen und diese mit Zugriffszeiten zu verarbeiten, die bislang undenkbar waren. Möglich wird dies durch ein einfaches Prinzip: Der Arbeitsspeicher eines Rechners ermöglicht wesentlich kürzere Zugriffsgeschwindigkeiten auf Daten als Festplattenlaufwerke. Ein Thema war das schon vor Jahren. Ältere Semester, die schon zu Windows 3.X-Zeiten mit Rechnern hantierten, erinnern sich an Auslagerungsdateien, die es optimal zu bemessen galt. Arbeitsspeicher war vor rund 20 Jahren knapp bemessen und teuer. Deshalb „swappte“ man zwischen Arbeitsspeicher und Festplatte, was die Zugriffszeiten in den Keller drückte. Heute sind Arbeitsspeichermodule nicht nur schnell, günstig und von riesiger Kapazität, sie lassen sich auch bis in Terabytegröße adressieren. Dank der In-Memory-Technologie können nun beispielsweise Abfragen an ein ERP-System, die zuvor Sekunden oder Minuten dauerten, in Windeseile ablaufen. Datenabfragen in der Größenordnung von mehreren Milliarden Datensätzen sollen in Sekundenschnelle realisierbar sein.

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Hintergrund: Der Arbeitsspeicher eines Rechners bietet wesentlich höhere Zugriffsgeschwindigkeiten als Festplattenlaufwerke und die Algorithmen für den Zugriff sind schneller zu verarbeiten. Deshalb sind In-Memory-Datenbanken wesentlich schneller und ihre Zugriffszeiten sind besser vorhersagbar als die von auf Festplatten zugreifenden Datenbank-Management-Systeme. Sind für eine Datenbank sehr hohe Speicherkapazitäten vonnöten, lässt sich dies durch den Zusammenschluss von Speicherbänken (Grid-Computing) ausgleichen.

Die neue Technik ist inzwischen nicht nur verfügbar, sondern wird bereits in Größenordnungen und zu Preisen angeboten, die sie für mittelständische Unternehmen interessant macht. Bereits sehr früh ist SAP mit „Hana“ auf den Zug aufgesprungen. Wer auf diese Technik setzt, kann Entscheidungen in Echtzeit treffen, bestehende Prozesse beschleunigen und innerhalb kürzester Zeit auf größte Datenmengen zugreifen, verspricht der Walldorfer Anbieter. Eine Vielzahl von Anwendungen oder Einsatzbereiche (Datenverarbeitung im Finanzwesen, Produktionssteuerung in der Prozessindustrie) lässt sich so für den Anwender äußerst positiv beeinflussen.

Ein weiterer Einsatzbereich firmiert unter „Big Data“. Darunter wird nicht nur die reine Menge an Daten verstanden, die zu verarbeiten sind, sondern auch viele verschiedene komplexe Informationen. Zahlreiche Unternehmen arbeiten beispielsweise mit Audio-, Video- und Textinhalten sowie Dokumenten. Die Komplexität dieser zu verarbeitenden Daten ist ähnlich hoch wie bei Business Intelligence-Anwendungen. Und für alle gilt: Time is Money!

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