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Product Lifecycle ManagementDriving Innovation: F&E-Produktivität in der Automobilindustrie

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Product Lifecycle Management: Driving Innovation: F&E-Produktivität in der Automobilindustrie
ontact Software, das Fraunhofer IPK und die Managementberatung Unity laden zur „Driving Innovation“ vom 19.-20. November 2014 nach Ludwigsburg ein. Im Fokus der Automotive-Tagung stehen mehr Effektivität und Effizienz in der Forschung und Entwicklung. Wie die F&E-Abteilungen der OEMs und Zulieferer die Arbeit der eigenen Teams und die Zusammenarbeit mit Partnern, Kunden und Dienstleistern deutlich und nachhaltig verbessern können, ist das zentrale Thema der Driving Innovation. Der PLM IT Report befragte die Veranstalter Contact, Fraunhofer IPK und Unity zu den Anforderungen in der Produktentwicklung der Automobilindustrie. Informationen zur Veranstaltung sind unter http://www.drivinginnovation.de verfügbar.

PLM IT REPORT: Wie viel der PLM-Strategien ist in der Automobilindustrie angekommen und wurde umgesetzt (Theorie und Praxis)?

Prof. Stark: In der Automobilindustrie sind bereits viele PLM-Werkzeuge (CAD, CAE, CAM, TDM/EDM/PDM, DMU etc.) und die damit verbundenen unterschiedlichen digitalen Modellierungen angekommen, jedoch wurden die durchgängigen digitalen Prozesse bisher nur in Teilbereichen etabliert. Die gesamte Lebenszyklus-Denkweise und das Lernen aus schon abgelegten Modellen, Datenbeständen/-mustern und Informationen ist bisher jedoch kaum etabliert worden, zum Teil werden viele Datenfriedhöfe gepflegt. Die Rückführung der Informationsintelligenz in die Entscheidungsprozesse der nächsten Produkte steckt auch noch in den Kinderschuhen. PLM-Prozesse werden bisher nur bezüglich des Datenaustauschs, der Datenablage und für die Datenfreigabe in stringenter Form gelebt.

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PLM IT REPORT: Was muss im Engineering geändert werden, um die hochgesteckten Ziele von Innovation, Effizienz und technische Sicherheit bei gleichzeitiger Profitabilität in Einklang zu bringen?

Prof. Stark: Engineering muss mit und ohne Innovation funktionieren, und zwar in Mehrzahl Unternehmens- und Kontinent übergreifend. Leider versucht man bisher vergeblich die gleichen Engineering-Vorgehensweisen vorzusehen und in phasenorientierten Entwicklungsprozessen mit klassischen Meilensteinen zu sortieren, egal ob Innovation vorliegt oder nicht. Dies führt permanent zu Problemen, Frustrationen und zu fehleranfälligen Produkten, die in Form von nachgelagerten Reparaturen und damit verbundenen Rückrufen teuer und aufwändig korrigiert werden müssen. Die Unternehmen müssen verstärkt erkennen, wo welche Art der Innovation das „effizienzgetriebene Ausentwickeln“ in Form von Mini-Entwicklungszyklen verändern muss, mit dem dafür notwendigen, veränderten Entwurfs- und Absicherungsvorgehen. Profitabilität wird nicht primär durch möglichst hohe Entwicklungseffizienz, sondern vor allem durch robuste Entwicklungseffektivität und hoher Produktsystemkompatibilität erreicht! Hierfür Protagonisten im Management der Produktentwicklung zu finden ist noch sehr selten.

PLM IT REPORT: Wie kann dem Kostendruck von Automobilherstellern und Zulieferern mit PLM-Rezepten begegnet werden?

Dr. Drewinski: Die Produktentwicklung kann vor allem an zwei Stellen eingreifen: Bei der Frage der Entwicklungskosten selbst und bei den Produktkosten, die sich aus den Material-, Fertigungs- und Montagekosten zusammensetzen. Moderne Product Costing Verfahren machen diese Aspekte insgesamt transparent und helfen, die Kosten im Sinne des Target Costing optimal zu planen und während der Entwicklung zu kontrollieren. Dem Planungsprozess kommt dabei eine entscheidende Bedeutung zu, indem beispielsweise anhand des Variantenmanagements unterschiedliche Optionen dargestellt und verglichen werden können. Hinzu kommt die Zuverlässigkeit des Zulieferers, was die Termintreue als auch die Produktqualität angeht. Integrative PLM-Prozesse stehen für die Fähigkeit, den Zusammenhang zwischen Zeit, Kosten und Qualität umfassend betrachten und bewerten zu können und dies auch im Sinne der eigenen Kompetenz gegenüber den OEMs transparent zu machen.

PLM IT REPORT: Welche Methoden, Verfahren und Werkzeuge sind hierbei hilfreich?

Dr. Drewinski: Auf den Entwicklungsorganisationen lastet heute ungeheurer Druck: Time to Market, Compliance, Kosten, Varianz und die Innovationskategorien Software, alternative Antriebe, Connected Car und Geschäftsmodelle sind Herausforderungen, denen sie sich allen auf einmal stellen müssen. Das bedeutet unweigerlich höhere Risiken. Diese Komplexität lässt sich vereinfacht gesagt durch mehr und bessere Plandaten, robuste Prozesse - Prof. Stark hat es bereits erwähnt -, agile Kollaboration, mitlaufendes Controlling und kontinuierliche Verbesserungen beherrschen. Die Instrumente dafür stehen prinzipiell zur Verfügung. Notwendig sind eine höhere Bereitschaft für die Zusammenarbeit über Abteilungs-, Disziplin- und auch Unternehmensgrenzen hinweg sowie mehr Commitment des Top Managements für das Engineering als wichtigen, wenn nicht entscheidenden Gestaltungsbereich.

PLM IT REPORT: Welche Anforderungen an F&E bringt die Plattform-Strategie der Automobilhersteller mit sich?

Wibbing: Die Plattform-Strategie der Automobilhersteller stellt gerade im Bereich vernetzter Fahrzeugfunktionen sehr hohe Anforderungen an die Entwicklung: Alle möglichen Derivate und Ausstattungsvarianten müssen in der Entwicklung langfristig vorausgedacht und abgesichert werden. Diese Komplexität gilt es zu beherrschen – insbesondere im Zusammenspiel mit den beteiligten Zulieferern. Für eine weit reichende frühzeitige virtuelle Absicherung müssen dazu vor allem die Voraussetzungen für einen standardisierten Modelldatenaustausch und die kollaborative Entwicklung komplexer Funktionen geschaffen werden.

PLM IT REPORT: Wie sieht die Rolle des Systems Engineerings in der Automobilindustrie in Zukunft aus?

Wibbing: In der Automobilindustrie wird Systems Engineering als Befähiger für die Zukunft gesehen. Das heißt, die Relevanz des Themas wurde in der Branche längst erkannt und erste Schritte sind gemacht. Ein wesentliches Handlungsfeld der kommenden Jahre ist die modellbasierte Entwicklung – eine zunehmend virtuelle Verifikation und Validierung der Fahrzeugsysteme und des Gesamtfahrzeugs. Die Grundlage dafür bildet ein Systemmodell, das den Aufbau und die Funktionsweise des Fahrzeugs beschreibt und das die Modellstrukturen und die Schnittstellen ihrer Bestandteile definiert. Das Systems Engineering stellt die inhaltliche Konsistenz dieses Modells sicher und übernimmt die Rolle des Dirigenten in einem Orchester von Spezialisten.

Stefan Graf

Contact Software, Bremen, Tel. 0421/20153-0, http://www.contact-software.com Unity, Büren, Tel. 02955/743-0, http://www.unity.de Fraunhofer-Institut (IPK), Berlin, Tel. 030/39006-214, www.ipk.fraunhofer.de

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