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PLMDaimler stellt die PLM-Weichen neu

Es war ein Entschluss mit großer Reichweite, als Daimler sich im November 2010 für den Umstieg auf ein neues CAD-System mit gleichzeitiger Neuordnung seiner PLM-Installation entschied. In der Folge trennte sich der Fahrzeughersteller vom bisherigen Lieferanten Dassault Systèmes und dessen 3D-CAD Catia V5 und begann NX von Siemens PLM einzuführen.

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PLM: Daimler stellt die PLM-Weichen neu

Welche Dimension diese Entscheidung hatte, zeigt die Tatsache, dass sogar der Konzern-Vorstand einbezogen war. Bislang gab es von Daimler nur wenige Informationen hierzu; im April lud der Hersteller zur Pressekonferenz und informierte über den Stand des Migrationsprojektes. Ein wichtiger Grund für den Wechsel des CAD-Systems war der Wunsch nach einer möglichst nahtlosen Integration zwischen CAD- und PDM/PLM-System. Über die Jahre hinweg hatte der Fahrzeughersteller eine Catia V5-Integration mit dem PDM-System Smaragd mit einer speziellen Schnittstelle (Catia Metaphase Interface) im Einsatz. Smaragd basiert auf Teamcenter beziehungsweise Metaphase, der Vorgängerlösung von SDRC. Mit der Ankündigung der V6-Technologie von Dassault sowie einer neuen Catia-Version stellte sich für Daimler die Frage, welche PLM-Konstellation in Zukunft in der Produktentwicklung eingesetzt werden soll.

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Ein Team untersuchte daraufhin über einen Zeitraum von 18 Monaten die Vorteile, Nachteile, Chancen und Risiken von Catia V6 und Siemens NX in einem Vorprojekt. Hierbei wurden die Auswirkungen einer Umstellung auf die Geschäftsprozesse, die Integration mit dem PDM-System, die Zukunftsfähigkeit des Konzepts und der Technologie, Qualität sowie Kosten bestimmt und bewertet. Weitere denkbare Konstellationen - neben NX/Teamcenter - waren die Kombination Catia V6/Teamcenter, deren funktionierende Integration als nicht möglich angesehen wurde, was laut Daimler massive Prozessstörungen einhergehend mit signifikanten Kosten nach sich gezogen hätte. Oder die Kombination Catia V6/Enovia V6, was für Daimler die Implementierung einer nicht geeigneten PDM-Lösungen, einhergehend mit dem Austausch von Smaragd durch Enovia, bedeutet hätte.

Besser CAD als PDM ersetzen

"Bei dieser Bewertung stellte sich Siemens NX als die eindeutig bessere Lösung für uns dar", sagen die Projektverantwortlichen. Auch im Bezug auf die nachfolgenden Konsequenzen; denn das CAD-System sei ein 'Anfangssystem' und weit weniger mit anderen Prozessen im Unternehmen vernetzt als das PDM-System: "Bei einer PDM-Systemablösung hätten wir jeden Geschäftsprozess anfassen müssen, bei der CAD-Ablösung war nur ein relativ begrenzter Personenkreis betroffen", sagte Dr. Michael Gorriz, CIO bei Daimler.

Bereits 2011 startete das Projekt, das bis zum 2. Quartal 2015 abgeschlossen sein soll. Ein Projekt dieser Größenordnung muss gut vorbereitet sein, denn es galt rund 6.000 Anwender zu schulen, etwa 1.000 Lieferanten einzubinden und eben auch die entsprechenden Weichen in der Konstruktion und IT zu stellen. Für die interne Schulung wurden 33 Trainingsmodule definiert, 61 Trainer zertifiziert und die Schulungsunterlagen in sechs Sprachen übersetzt. Fünf externe Bildungsdienstleister wurden außerdem zertifiziert, die auch von Zulieferern für Schulungen genutzt werden konnten. Über 3.000 Anwender haben die NX-Schulungen bis dato schon durchlaufen. Inzwischen wurden 32.862 Teile, Zeichnungen und Baugruppen von Catia in NX übertragen. Fünf Mercedes-Benz-Baureihen sowie ein Powertrain-Projekt, zwei Van-Baureihen sowie ein großer Teil des Truck-Geschäfts sind nun auf NX verfügbar. Der Rollout im letzten Bereich Bus startet im Juni 2014.

Der Konvertieraufwand für CAD-Dateien konnte dadurch reduziert werden, dass nicht alle Daten im nativen NX-Format gebraucht werden. Daimler nutzt schon seit einigen Jahren für viele Zwecke das neutrale JT-Format, das mit NX bestens harmoniert. Positiv wirkte sich außerdem aus, dass viele der Zulieferer bereits Erfahrung mit NX in anderen Projekten gesammelt haben.

Stefan Graf

Daimler, Stuttgart, Tel. 0711/17-0, http://www.daimler.com

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