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WirtschaftsjournalErfolgreiche Jahrestagung des Berliner Kreises

Die Jahrestagung des Berliner Kreises – Wissenschaftliches Forum für Produktentwicklung e.V., die am 13. November 2009 im Forschungszentrum der Daimler AG in Ulm durchgeführt wurde, stand im Zeichen der »Zukunft der globalen Produktentwicklung«.
Wirtschaftsjournal: Erfolgreiche Jahrestagung des Berliner Kreises

Hierzu hatten Prof. Hansgeorg Binz, Leiter des Instituts für Konstruktionstechnik und Technisches Design an der Universität Stuttgart und Mitglied des Berliner Kreises, sowie die Industriekreismitglieder Prof. Alfred Katzenbach, Ralf Lamberti von der Daimler AG und Klaus Schäfer von IBM Deutschland eingeladen. Dieser Einladung waren rund 100 Führungspersönlichkeiten aus der Industrie, Berliner Kreis-Universitätsprofessoren und -Nachwuchswissenschaftler gefolgt.

Im Anschluss an die Eröffnung der Tagung durch Prof. Binz, gab der Vorsitzende des Berliner Kreises, Prof. Abramovici, einen Rückblick auf das vergangene Jahr, welches für den Berliner Kreis im Zeichen der Kooperationen stand. Im September 2009 wurde ein Schulterschluss des Berliner Kreises mit der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Maschinenelemente, Konstruktionstechnik und Produktentwicklung (WGMK), der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Produktionstechnik (WGP) und dem acatech-Themennetzwerk Produktentstehung verabschiedet. Ziel der Kooperationsvereinbarung ist es, insbesondere gegenüber der Politik und der Wirtschaft noch schlagkräftiger zu werden und die einzelnen Aktivitäten der wissenschaftlichen Gesellschaften optimal zu synchronisieren. Hierzu wurde ein gemeinsames initiales Arbeitsprogramm für eine projektorientiere Zusammenarbeit definiert.

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Weitere Beiträge zuProduktentwicklung

Parallel dazu will der Berliner Kreis auch den Wissenstransfer und die Zusammenarbeit zwischen den Berliner Kreis Instituten und Industrieunternehmen forcieren. Hierfür wurde ein neuer Leitfaden zur Auswahl und Gestaltung zielführender Kooperationen unter der Federführung von Prof. Herbert Birkhofer, Mitglied des Berliner Kreises, entwickelt. Der Leitfaden soll Licht in die Vielfalt der Kooperationsmöglichkeiten bringen und Unternehmen dazu einladen, die mit den Berliner Kreis Instituten verfügbaren Kooperationspotenziale stärker als bisher für den Ausbau ihrer eigenen Wettbewerbsposition zu nutzen.

Fahrzeugkonzepte der Zukunft vorgestellt

Im ersten Plenarvortrag der Tagung stellte Prof. Bharat Balasubramanian, Vice President Group Research & Advanced Engineering der Daimler AG, die Fahrzeugkonzepte der Zukunft vor. Neben dem anspruchsvollen Ziel einer drastischen CO2-Reduzierung rücken die Themen Leichtbau, Sicherheit, Komfort und Telematik in den Fokus der Innovationsbestrebungen. Im Rahmen des Vortrags ging Prof. Balasubramanian insbesondere auf die Philosophie der »Integralen Sicherheit« ein. Die Verbesserung der Fahrsicherheit, die frühzeitige Gefahrenerkennung und -vorbeugung, der optimale Schutz beim Unfall sowie die bestmögliche Versorgung nach einem Unfall sind einhergehende Zielsetzungen. Einen wichtigen Beitrag zur Erreichung dieser Ziele leisten innovative Assistenzsysteme, für die zum Beispiel Radarsensoren und Kameras Informationen über die Umgebung des Fahrzeugs bereitstellen.

Im zweiten Plenarvortrag stellte Prof. Gunter Dueck, Chief Technologist von IBM, den Wandel von der Dienstleistungsgesellschaft zur Informationsgesellschaft in den Mittelpunkt. Das Internet ist das wichtigste Leitmedium des angebrochenen Jahrhunderts, welches die Infrastruktur für eine Ökonomie des Wissens schafft. Ein Zusammenwachsen der virtuellen und der realen Welt ist in allen gesellschaftlichen Bereichen zu beobachten, unter anderem bei den Infrastrukturen der Energieversorgung, des Verkehrs und der Gesundheit. Dies hat wiederum große Herausforderungen für die Arbeitswelt zur Folge, da ein Großteil der Tätigkeiten künftig durch Informationstechnologien abgelöst werden kann. Daher muss sich Deutschland nun auf den Eintritt in den quartären Sektor – die Informationsgesellschaft – vorbereiten. Leuchtturmprojekte und Eliteuniversitäten reichen dazu jedoch nicht aus. Prof. Dueck betrachtet als Lösung eine breite Hochbildungskultur: »nicht nur mehr Leute mit Abitur, sondern das gesamte Bildungsniveau eine ganze Stufe höher heben«.

Bereits zum dritten Mal wurden im Rahmen der Berliner Kreis Jahrestagung parallele Workshops durchgeführt, um den Forschungs- und Handlungsbedarf führender Industrieunternehmen zu identifizieren und mit den Forschungsschwerpunkten der Universitäten abzustimmen.

Aufbruch in die quar- täre Wissensgesellschaft

Workshop 1 – Wissensmanagement und Wissensverarbeitung der Zukunft in der globalen Produktentwicklung: Prof. Rainer Stark vom Fraunhofer-Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik moderierte den Workshop zusammen mit Dr. Peter Schütt und Klaus Schäfer von IBM Deutschland. Im Rahmen des Workshops wurde über Informationssysteme, beispielsweise für das Technologie- und Innovationsmanagement diskutiert, die einen guten Einstieg in das Thema Wissensmanagement bieten und in der industriellen Praxis zunehmend Einsatz finden. Unter den Teilnehmern herrschte Einigkeit, dass für ein erfolgreiches Wissensmanagement neben der Methodik auch die Motivation der Mitarbeiter sowie eine Kultur der Wissensteilung (etwa Erfahrungsaustausch in Foren und Blogs) notwendig sind.
Workshop 2 – Sichere globale Kooperation in der Produktentstehung: Prof. Reiner Anderl vom Fachgebiet Datenverarbeitung in der Konstruktion der TU Darmstadt und Dr. Alexander Hilliger von Thile von der Daimler AG moderierten diesen Workshop. Aufgrund der global angespannten wirtschaftlichen Lage stand die Frage, inwieweit kreative Kooperationen eine Zukunftsperspektive bilden können, im Vordergrund des Workshops. Die Teilnehmer sahen starke Auswirkungen der Globalisierung auf die Mitarbeiter in Unternehmen. So sind Teams nicht mehr nur interdisziplinär, sondern in Zukunft möglicherweise sogar firmenübergreifend. Misstrauen aus Angst vor Datenmissbrauch schwächt dabei die Potentiale der Kooperation.
Workshop 3 – Konstruktionsmethodik 2.0 für durchgängige rechnerunterstützte Methoden und Prozesse: In dem von Prof. Alfred Katzenbach von der Daimler AG moderierten Workshop wurde die Frage diskutiert, ob ein Handlungsbedarf bei der Entwicklungsmethodik für technisch komplexe und domänenübergreifende Systeme besteht. Dabei zeigte sich, dass in der industriellen Praxis domänenübergreifende Entwicklungsmethoden fehlen, die die involvierten Fachdisziplinen frühzeitig und integrativ berücksichtigten. Die Entwicklung dieser Methoden muss daher forciert werden. Dabei soll nicht nur das Produktmodell in den Fokus gestellt werden, sondern auch das dazu gehörende Prozessmodell sowie die IT-Integration. Weiterhin wurde ein erhebliches Defizit hinsichtlich der Förderung des ganzheitlichen Systemdenkens in Rahmen der Ingenieurausbildung identifiziert.

Die drei Workshops lieferten zahlreiche wichtige Impulse für die Abstimmung der Forschungsvorhaben der Berliner Kreis Institute mit aktuellen strategischen Fragestellungen der Industrie im Bereich der Produktentstehung. Eine ausführliche Darstellung der Workshop-Ergebnisse erscheint in den Berliner Kreis News, Ausgabe 1/2010. Der Vorstandsvorsitzende des Berliner Kreises, Prof. Abramovici, zog basierend auf einem detaillierten Feedback der etwa 100 Teilnehmer eine außerordentlich positive Bilanz hinsichtlich der Jahrestagung. Der gesamte Tagungsband steht unter http://www.berliner-kreis.de zum Download bereit. -fr-

Berliner Kreis – Wissenschaftliches Forum für Produktentwicklung e.V. http://www.berliner-kreis.de.

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