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Wirtschaftsjournal, 03-04-2011

Heidelberger Innovationsforum lädt zum ‚Eintauchen‘ ein

Die Ausstellung im Foyer lädt auch zum ‚Anfassen‘ ein, wenn Hardware v...
Mit einem Schwerpunkt zum Thema ‚immersive Technologien‘ will das diesjährige Heidelberger Innovationsforum wieder IT-Pioniere und Investoren zusammenbringen. Mehr als 20 Geschäftsideen werden in achtminütigen Kurzvorträgen am 12. April im Studio der Villa Bosch in Heidelberg vorgestellt. Forscher und Entwickler finden so die richtigen Kontakte, um ihre IT- Lösungen fit für den Markt und die Anwender zu machen.

Servicepersonal, das Wartungsarbeiten vorab virtuell trainiert oder Schüler, die den Molekülaufbau dreidimensional erkunden – immersive Technologien bieten ein enormes Potenzial. Neben der so genannten ‚Virtuellen Realität‘ (VR) spielt dabei auch die ‚Augmented Reality‘ (AR) eine wichtige Rolle. Der Trick dabei: Dem Anwender werden in seinen Blick auf die reale Welt zusätzliche Informationen aus der digitalen Welt eingeblendet. Im Leitungsgewirr einer komplexen Anlage kann auf diese Weise der Servicetechniker schnell zu einem fehlerhaften Bauteil geführt werden. Hat er dieses erreicht, lassen sich beispielsweise die durchzuführenden Arbeiten visualisieren.

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Zahlreiche findige Tüftler arbeiten an entsprechenden Lösungen. „Trotz hervorragender Technologien und Forschungsergebnisse scheitern aber viele bei dem entscheidenden Schritt zur Kommerzialisierung ihrer Ideen – sei es durch eine Unternehmensgründung oder durch den Verkauf ihrer Technologien“, sagt Christof Lechner, Projektleiter Technologietransfer bei der Stuttgarter MFG Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg mbH. Mit dem Heidelberger Innovationsforum will die MFG als Innovationsagentur des Landes für IT und Medien deshalb eine Hilfestellung geben, das richtige Geschäftsmodell zu finden. „Das ist insbesondere in der IT oft ein steiniger Weg, auf dem viele gute Ideen auf der Strecke bleiben.“ Denn die Welt der Bits und Bytes habe zwar als Querschnittstechnologie nahezu alle Anwenderbranchen revolutioniert, sei aber für die Finanzwelt oft nur schwer greifbar.
Das Heidelberger Innovationsforum bildet eine Brücke zwischen Entwicklung und Forschung auf der einen sowie Wirtschaft und Kapital auf der anderen Seite. Es liefert eine Plattform, um innovative Geschäftsideen vorzustellen, zu prüfen und zu kaufen. Von dem Konzept profitieren alle Beteiligten. „Einerseits die teilnehmenden Forscher, Entwickler und Start-ups – denn sie präsentieren ihre Erkenntnisse schon frühzeitig vor Unternehmern und Investoren und bekommen direkt vor Ort eine Rückmeldung, ob ihre Idee marktreif ist oder nicht“, fährt Lechner fort. „Und andererseits die Industrievertreter und Investoren, die Kontakt zu Forschern, Innovationen und technischem Wissen erhalten.“

Technologien und Ideen im Schnelldurchlauf

In zwei parallelen Vortragsreihen werden die Geschäftsideen und Technologien den anwesenden Wirtschaftsvertretern und potenziellen Investoren vorgestellt, die so schnell abschätzen können, welche Forschungsbereiche und -ergebnisse ins eigene Entwicklungs- und Finanzierungsportfolio passen. Zeit und Raum für die individuelle Kontaktaufnahme bietet die begleitende Ausstellung im Foyer, in der alle präsentierten Ideen auch ausführlich demonstriert werden können.

Am 12. April wird das Heidelberger Innovationsforum bereits zum zehnten Mal durchgeführt, organisiert von der MFG gemeinsam mit dem durch den SAP-Gründer Klaus Tschira gegründeten European Media Laboratory (EML). Bei den vergangenen Veranstaltungen haben bereits über 325 Forscher, Entwickler und Unternehmensgründer aus zehn Ländern ihre Ideen vorgestellt. „Mehr als die Hälfte von ihnen konnte vielversprechende Kontakte zu Entscheidern aus der Industrie- und Investorenszene knüpfen“, betont Christof Lechner. „Etwa 20 Prozent dieser Kontakte mündeten inzwischen in erfolgreiche Gründungen, Entwicklungskooperationen oder Lizensierungen.“ Im Schnitt findet also jede zehnte Idee den Weg zum Markt. Übrigens: Die erfolgreiche Kommerzialisierung macht nicht an Ländergrenzen halt. Seit 2007 hat sich die Veranstaltung zu einem internationalen Format gewandelt: Eingeladen werden Forscher aus Europa und darüber hinaus. Die Vorträge finden in englischer Sprache statt, womit sich das Heidelberger Innovationsforum einem breiteren Interessentenkreis öffnet und länderübergreifende Kontaktanbahnungen ermöglicht. -co-

Heidelberger Innovationsforum 12. April 2011, Heidelberg Keynotes: Jason Della Rocca (Perimeter Partners) und Sarik Weber (Hanse Ventures) http://www.heidelberger-innovationsforum.de

MFG Baden-Württemberg mbH, Stuttgart Tel. 0711/90715-352, http://mfg-innovation.de

Ausgewählte Vorträge zum Thema immersive Technologien

National Research Council Canada, New Brunswick/Kanada (www.nrc-cnrc.gc.ca)

Trainings- umgebung

Entwicklung einer kostengünstigen Mixed-Reality-Plattform (IRET) für Trainingsaufgaben, unter anderem für den Bereich der Polizei oder des Militärs, die sich aber auch in anderen Industrien einsetzen lässt.

Tricat, Ulm (www.tricat.net)

Virtuelle Umgebung

Im Rahmen eines BMWI-F&E-Projektes wird eine kooperativ-adaptive, virtuelle 3D-Online Umgebung entwickelt, die über vielfältige Schnittstellen zur realen Arbeitswelt verfügt. Prozesse und Daten werden darüber in Echtzeit verknüpft.

Universität Pforzheim, Zentrum für Angewandte Forschung (ZAFH), Projekt Merses (www.hs-pforzheim.de, www.merses.de)

Signalverarbeitende eingebettete Systeme

Computer-Vision Aufgaben wie etwa die Gestenerkennung benötigen rechenintensive Vorverarbeitungsschritte. Diese können effizient mittels sogenannter ‚morphologischer Operationen‘ umgesetzt werden. Dazu wurde ein flexibler Architekturentwurfsansatz entwickelt, der zu effizienten und schnellen digitalen Hardwareumsetzungen führt.

Visenso, Stuttgart (www.visenso.de)

3D-Know-how-Vermittlung

Um Know-how – speziell im technischen Bereich – zu vermitteln, kombiniert die 3D-Umgebung Cyber-Classroom 3D-Visualisierung mit 3D-Interaktion, um die Effizienz des Lernprozesses zu verbessern.

Zesium Mobile, Novi Sad/Serbien (www.zesium.com)

Augmented Reality

Feuerwehrleute riskieren bei Ihren Einsätzen Leib und Leben. Wichtig ist es für sie, zu wissen, wo sich zu rettende Personen und Gefahrenherde befinden. Das FAR-Vision-System verarbeitet relevante Informationen und blendet sie im Schutzhelm ein – was die Navigation und Koordination erleichtert.

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