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ERP - 3D-Druck und ERP im Zusammenspiel

ERP/3D-Druck3D-Druck und ERP im Zusammenspiel

Produktionsunternehmen eröffnet der 3D-Druck viele neue Möglichkeiten, er stellt sie aber auch vor ganz neue Aufgaben. Im Zentrum steht dabei die Herausforderung, Authentizität und Qualität von 3D-Druck-Erzeugnissen sicher zu stellen. Das hat Folgen für die ERP-Systeme der Fertigungsbranche.

ERP/3D-Druck: 3D-Druck und ERP im Zusammenspiel

Der 3D-Druck hat das Potenzial, die Prozesse der Fertigungsindustrie grundlegend zu verändern. Die Fähigkeit, bestimmte Teile einfach zu drucken und so binnen weniger Stunden bereitzustellen, wird große Auswirkungen auf die Supply Chains von Produktionsunternehmen haben. Sie können künftig schnelle Lieferzeiten bieten, ohne dafür diese Teile vorzuproduzieren oder vorzubestellen, sie anschließend auf Vorrat zu lagern und damit die einhergehende hohe Kapitalbindung in Kauf nehmen zu müssen.

Langfristig wird sich daraus eine neue Anforderung an die IT-Systeme der Branche ergeben: Sie müssen die Integrität der neuen Fertigungsprozesse sicherstellen. Eine ganz wesentliche Aufgabe wird es dabei sein, die Authentizität und Qualität der via 3D-Druck hergestellten Erzeugnisse zu gewährleisten. Wettbewerber, die es darauf abgesehen haben, die Produkte eines Unternehmens nachzuahmen, können dies nämlich in Zukunft viel schneller und einfacher tun – weil sie dafür nicht mehr erst aufwändig die nötigen Werkzeuge, Pressformen oder Vorrichtungen entwickeln müssen. Der Marktforscher Gartner schätzt in seinem Bericht „Predicts 2014: 3D Printing at the Inflection Point”, dass die weltweiten Einbußen für Inhaber geistiger Eigentumsrechte durch den 3D-Druck zum Jahr 2018 bei mindestens 100 Milliarden US-Dollar (rund 89 Milliarden Euro) jährlich liegen werden.

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Produktionsunternehmen benötigen aber Sicherheit, dass es sich bei den Teilen, die sie bei ihren Zulieferern erwerben und die sie in ihre Maschinen oder Anlagen verbauen, um Originalteile handelt. Nur dann können sie gegenüber ihren Kunden Garantieversprechen für ihre Produkte abgeben. Die Verwendung von Seriennummern, wie sie in stark regulierten Segmenten bereits heute üblich ist, wird dadurch zum Thema für die gesamte Fertigungsbranche. Sie wird künftig vermutlich eine Art „DNA“ in die 3D-gedruckten Teile integrieren und Prozesse zum Abgleich dieser DNA entwickeln. Dieser Weg ermöglicht es, Gewährleistungen sicherzustellen und Qualitätsstandards einzuhalten.

ERP-Systeme benötigen eine integrierte Prozessfertigungslösung
Für die ERP-Systeme der Branche bringt das zahlreiche Anforderungen mit sich. Sie müssen eine integrierte Prozessfertigungslösung enthalten, die eine durchgängige Nachverfolgbarkeit bietet sowie schnellen Zugang zu den Blaupausen und der DNA ermöglicht, die von den verschiedenen Standorten eines Unternehmens genutzt werden. Dazu sollten sie die Blaupausen automatisch mit einer Serien-ID ausstatten, die mit der im ERP-System vorhandenen Serien-ID korrespondiert. Indem die Blaupausen im ERP und nicht etwa in einem PDM/PLM-System vorgehalten werden, lässt sich im Zusammenspiel mit anderen Informationen der komplette Lebenszyklus der 3D-Druck-Produkte integriert abbilden – von der Frage, wann welches Erzeugnis an wen verkauft wurde über die Zeitpunkte, an denen Wartungs- oder Instandhaltungsarbeiten nötig werden bis hin zu Anweisungen, wie ein bestimmtes Produkt zu entsorgen ist.

Darüber hinaus wird es für die ERP-Systeme wichtiger denn je, sämtliche chemische Bestandteile aufzuzeichnen, aus denen sich die Teile zusammensetzen. Außerdem sollten sie leistungsfähige Prognosewerkzeuge zur Ermittlung des Rohmaterialbedarfs mitbringen. Last but not least müssen die ERP-Lösungen regelmäßige Qualitätsprüfungen unterstützen, um sicherzustellen, dass die 3D-gedruckten Teile die geforderten Spezifikationen und Anforderungen erfüllen.

Der 3D-Druck wird häufig als revolutionär bezeichnet – und das ist er in der Tat. Er wird die Art und Weise, wie Unternehmen Dinge herstellen, fundamental verändern. Die ERP-Systeme können diesen Wandel maßgeblich begleiten. Ihre Aufgabe ist es, Authentizitätsprüfungen durchgängig zu unterstützen sowie Materialvorräte auf allen Ebenen zu kontrollieren. Wenn ihnen das gelingt, können sie der Fertigungsbranche den effizientesten Weg bieten, von den Vorteilen des 3D-Drucks zu profitieren. -sg-

Autor: Antony Bourne, Global Manufacturing Industry Director bei IFS

IFS, Erlangen, Tel. 09131/77340, www.ifsworld.de

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