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EditorialIm Zeichen der Community

»Blogs können für Unternehmen sehr nützlich sein«

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Was halten Sie von Web 2.0? Ich sehe schon, wie viele die Hände über dem Kopf zusammenschlagen und denken – nicht noch ein Artikel über diesen Internet-Hype. Stimmt. Dachte ich auch. Schließlich werden ja neue Trends immer sehr hoch gehängt. Wobei Web 2.0 und die ganzen Anhängsel wie Blogs oder Facebooks per se nichts Neues sind. Schließlich steht der Begriff Web 2.0 ja auch nur stellvertretend für interaktive und kollaborative Techniken des Internets. Bislang war ich eher der Meinung, dass mir dieses ganze »Mitmach-Web-Zeugs« gestohlen bleiben kann. Schließlich habe ich keine Zeit, um mehrmals täglich in irgendwelchen Twitters meinen Senf zu allen möglichen Themen zu geben. Wer liest so was überhaupt?

Aber dann – Sie ahnen es schon – begann ich umzudenken. Denn in den letzten Monaten hörte ich immer mehr von Web-Communities. Und ich begann mich umzuhören und umzuschauen. Und siehe da: Auch im professionellen Bereich greift Web 2.0 längst um sich. Ein paar Beispiele gefällig? Der IT-Konzern Dassault Systemès unterhält interne und externe Firmenblogs, genau wie IBM, Microsoft und viele andere auch. Und letzte Woche erzählt mir der CEO eines IT-Unternehmens, dass sie die Bedeutung von Communities vollkommen unterschätzt hatten. Dass dort viele gute Ideen diskutiert werden, Know-how ausgetauscht wird und sich Netzwerke bilden. Andere Geschäftsführer berichteten in Gesprächen, man müsse sich wohl darauf einstellen, dass sich nicht nur das Kommunikationsverhalten derzeit stark verändere, sondern auch die Art, wie Informationen beschafft und verarbeitet sowie Entscheidungen auf dieser Basis getroffen werden.
Und spätestens hier kommt der Begriff »Digital Natives« ins Spiel. Dieser wurde laut Wikipedia bereits 2001 von Marc Prensky geprägt, einem ausgebildeten Pädagogen und Manager. Es geht dabei um Menschen, die mit Computern, elektronischen Medien und Handys aufgewachsen sind. Diese – meistens nach 1980 geborenen – Personen haben eine andere Art zu kommunizieren und sich zu informieren. Sie sind es gewohnt, Informationen sehr schnell zu empfangen, sie versuchen parallel in Multitasking zu arbeiten. Sie bevorzugen den Direktzugriff auf Informationen, ziehen die Grafik dem Text vor und halten gerne Kontakt per SMS oder Netzwerk-Communities. Im beruflichen Umfeld teilen sie ihr Wissen und ihre Erfahrungen mit anderen in Blogs. Und genau an dieser Stelle wird es auch für Unternehmen interessant, denn bereits seit vielen Jahren versucht man das Wissen der Mitarbeiter anzuzapfen. Bislang wurden diese Bemühungen als »Wissensmanagement« tituliert. Viele Großunternehmen haben bereits begriffen, dass es sich lohnt, die Gewohnheiten der »Digital Natives« für sich zu nutzen. Sofern das Wissen im Unternehmen bleibt, kann es nur zum Vorteil sein. Wie das funktioniert, lesen Sie in dieser Ausgabe ab Seite 38 »Unternehmen entdecken das Mitmach-Web«.

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Eine Bemerkung noch zu den vor 1980 Geborenen: Diese werden in Wikipedia als »Digital Immigrants« bezeichnet. Die Charakterisierung ist für meinen Geschmack zwar nicht gerade schmeichelhaft, trifft aber schon auf einige zu: »Sie drucken eher eine E-Mail aus oder lassen sie sich von der Sekretärin ausdrucken. Sie bringen Leute physisch ins Büro, um ihnen eine Webseite zu zeigen, statt die URL zu versenden. Und: Sie können sich nicht vorstellen, dass man, während man Musik hört oder Fernsehen schaut, lernen kann, weil sie es in ihren Jugendjahren nicht gemacht haben.« Zwischen diesen beiden Gruppen besteht laut Autor Prensky eine Kluft und Unverständnis hinsichtlich der IT- und Computernutzung. Wo man sich hier gedanklich einordnet, bleibt jedem selbst überlassen.

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