  PDM-SystemeRückgrat der Produktentwicklung Foto: Stiebel Eltron Fast zwei Drittel der Unternehmen in der Fertigungsindustrie mit mehr als 200 Mitarbeitern verfügen heute über ein PDM-System (Produktdatenmanagement), so das Ergebnis der 2010 durchgeführten Studie von RAAD Research in Zusammenarbeit mit den Zeitschriften CADCAM REPORT und eDM-REPORT. Ohne PDM ließen sich wohl insbesondere technisch anspruchsvolle Produkte heute nicht mehr effizient entwickeln und zügig zur Marktreife bringen. Denn neben dem Verwalten produktbezogener Daten bieten solche Systeme vor allem eine Prozessunterstützung an – etwa für die Freigabe von Zeichnungen und die Versionierung. PDM-Systeme gehen im Funktionsumfang deutlich über die EDM-Systeme (Engineering Data Management) hinaus. Diese entwickelten sich parallel zum zunehmenden Einsatz der Autorensysteme, hier insbesondere dem CAD (Computer Aided Design). Denn je umfangreicher die Arbeit
am Computer wurde, desto mehr Dateien entstanden und umso schwieriger wurde es, hier den Überblick zu behalten. Arbeiten dann noch mehrere Personen an einer Entwicklung, ist eine einheitliche Datenablage eine zwingende Voraussetzung für erfolgreiches Arbeiten – das leisten EDM-Systeme.  Abteilungsübergreifende Nutzung von DatenDoch nicht nur Konstrukteure und Ingenieure erzeugen Daten, sondern auch konstruktionsnahe Abteilungen – etwa für Simulation und Berechnung (CAE, FEM) oder Fertigungsvorbereitung (CAM) – sowie Produktion und kaufmännische Mitarbeiter. Das muss auch so sein, da sich nur auf diesem Wege die Produktentwicklungszeit reduzieren lässt (das Stichwort heißt paralleles Arbeiten). Und nur wer in der Lage ist, eine gute
Idee schnell in ein marktfähiges Produkt umzusetzen, kann Erfolg haben. Hinzu kommen also unzählige weitere Dateien, unter anderem
auch Office-Dokumente mit Meldungen aus dem Service oder – ganz zu Beginn eines Projektes – erste Mitteilungen über die Anforderungen
des Kunden. Diese Informationsflut von technischen Dokumenten und so genannten Metadaten zu bewältigen, ist Aufgabe der PDM-Systeme. Mehr als DatenverwaltungGerade bei komplexen technischen
Produkten bildet also ein
PDM-System das Rückgrat der Produktentwicklung.
In ihm lassen
sich im Idealfall alle relevanten Informationen
rund um ein Produkt
finden, wozu solche Lösungen über
leistungsstarke Suchfunktionen
verfügen. Darüber hinaus müssen
sie sicherstellen, dass nur berechtigte
Mitarbeiter Zugriff auf die
jeweiligen Informationen haben.
Eine Rechteverwaltung dient also
vorrangig dem Schutz des geistigen
Eigentums, stellt aber gleichzeitig
sicher, dass auch konstruktionsferne
Abteilungen – etwa der
Einkauf – Zugriff auf Stücklisten
bekommen, die für ihre Arbeit erforderlich
sind und ein paralleles
Arbeiten (im Sinne einer kürzeren
Time-to-Market) ermöglichen.
Nachfolgend findet sich deshalb
eine Übersicht derzeit am
Markt verfügbarer relevanter
Softwarelösungen für das Produktdatenmanagement.
Sie liefert
erste Hinweise darauf, welche
Systeme gegebenenfalls
hinsichtlich der eigenen Anforderungen
in Frage kommen.
Eines ist an dieser Stelle aber
entscheidend: Weil PDM-Systeme
über die Prozessunterstützung direkt
die Abläufe im Unternehmen
beeinflussen, lassen sie sich nicht
so simpel wie beispielsweise ein
Office-Paket installieren. Einhergehen
sollte mit der Einführung
einer PDM-Lösung deswegen stets
eine detaillierte Analyse der eigenen
Arbeitsabläufe, die sich
gegebenenfalls dabei auch optimieren
lassen. Zudem ist das die
Voraussetzung für den Einstieg
in das Product Lifecycle Management
(PLM), das über das Thema
Produktdatenmanagement hinaus
alle Aspekte des Lebenszyklus von
Produkten einschließt. Die Einführung
solcher Systeme ist in der Regel
ein Projekt, das Unternehmen
nur selten auf der Agenda haben.
Deshalb fehlt es hier vielen an
Praxiserfahrung. Die Zuhilfenahme
erfahrener Dienstleister sollte deshalb
ernsthaft in Erwägung gezogen
werden.
Interessant dabei: In der eingangs
erwähnten Studie gaben
nur 56 Prozent der Unternehmen
an, dass bereits eine PLM-Strategie
existiert – bei 64 Prozent ist aber
schon ein PDM-System im Einsatz.
PLM ist also nicht gleich PDM. -co-  Wirtschaftlichkeitsberechnung von PDM/PLM-InvestitionenDr.-Ing. Michael Schabacker, Magdeburg Viele mittelständische Unternehmen tun sich sehr schwer bei der Bewertung von PDM/PLM-Investitionen in der Produktentwicklung, jedoch nicht mit Investitionen in der Fertigung, denn sie führten in den letzten Jahren bevorzugt ERP-Systeme zur Fertigungssteuerung trotz der damit verbundenen hohen Investitions- und Folgekosten und ohne Nutzennachweis ein.  In der Abbildung sind Beispiele von Nutzen für eine PLM-Investition in die Umgestaltung der Prozess-/Projektorganisation dargestellt (schwarze Kurve: durchschnittliches Unternehmen, grüne Kurve: „Best of Class“-Unternehmen). In den produktdefinierenden
Bereichen sah es im Bezug auf Investitionen
schon immer anders
aus: Obwohl sie bis zu 75 Prozent
der späteren Produktkosten mit
ihren Entscheidungen festlegen,
brauchten Produktentwickler stets
gute Argumente, um ihre Investitionen
zu begründen, angefangen
in den 80er Jahren mit der Einführung
von 2D-CAD-Systemen,
fortgesetzt einige Jahre später mit
3D-CAD-Systemen, ab 2000 in Zusammenhang
bei PLM-Investitionen
hinsichtlich Umgestaltung der Prozess-/
Projektorganisation sowie
neuer Methoden und Werkzeuge. Der Wirtschaftlichkeitsnachweis
von PDM/PLM-Investitionen
in der Produktentwicklung gestaltet
sich schwierig, da hier die Nutzen
weit gestreut sind. Die Investitionsrechnung
stellt keine geeignete
Bewertungsmethode und keine geeigneten
Bewertungsverfahren zur
Verfügung. Ein weiteres Problem
dieser Verfahren ist bei der Nutzenerfassung
die fehlende Prozessorientierung
sowie eine unzulässige
Mischung quantifizierbarer und
qualitativer Nutzengrößen (sofern
sie nicht völlig vernachlässigt wurden),
die die Nachvollziehbarkeit
der Ergebnisse stark einschränken. Die Nutzenerfassung einer
PDM/PLM-Investition in der Produktentwicklung
geht üblicherweise
von den klassischen Forderungen
Kosten senken, Qualität verbessern
und Zeiten verkürzen aus. Dabei
kommt es zu Überlappungen, da
beispielsweise Zeitverkürzung in
Kostensenkung überführt werden
kann, oder zu Interpretationsspielräumen,
da etwa mit Qualität die
Produkt-, Service- oder die Mitarbeiterqualität
(die durch Qualifikation
in die PLM-Investition
erreicht werden kann) gemeint
sein könnte. Daher müssen für die
klassischen Nutzenfelder Kostensenkung,
Qualitätsverbesserung
und Zeitverkürzung so genannte
Nutzenkategorien definiert werden.
Dies geschieht mit dem von Kaplan
und Norton konzipierten Ansatz der
Balanced Scorecard. Die Grundidee
der Balanced Scorecard beruht auf
vier Perspektiven:  - Die finanzielle Perspektive eines Unternehmens wird traditionell in Jahres- oder Quartalsabschlüssen dargestellt. Sie beinhaltet Informationen über die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage eines Unternehmens.
- Die Kundenperspektive liefert Informationen über die Positionierung des Unternehmens in bestimmten Marktsegmenten, über die Kundenzufriedenheit oder die Kundenbindung.
- In der internen Prozessperspektive erfolgt die Beschreibung des Unternehmens anhand der einzelnen im Unternehmen implementierten Prozesse und Aktivitäten.
- Die Lern- und Entwicklungsperspektive
beinhaltet so genannte weiche Erfolgsfaktoren. Dies sind die Motivation und der Ausbildungsstand der Mitarbeiter, der Zugang zu relevanten externen Informationsquellen und die Organisation des Unternehmens.
 Die Abbildung zeigt eine Stufenausprägung für eine PLM-Investition (in Anlehnung an VDMA PLM-Leitfaden, 2008) Auswahl der InvestitionsvorhabenDaraus ergeben sich aus der
Kundenperspektive die Nutzenkategorien
Servicequalität und Produktqualität.
Aus der internen Prozessperspektive
die Nutzenkategorien
Prozessperformance und Projektperformance.
Sowie aus der Lernund
Entwicklungsperspektive die
Nutzenkategorien Mitarbeiterumfeld
und Werkzeugeinsatz. Projektleiter und Unternehmensführung
müssen entscheiden,
welche PDM/PLM-Investitionen
für die Umgestaltung der
Prozess-/Projektorganisation sowie
den Einsatz neuer Methoden
und Werkzeuge bei gleichzeitiger
Sicherung der Liquidität des Unternehmens
getätigt werden, um
auch in Zukunft am Markt zu bestehen.
Wie können aber solche
Investitionen bereits im Vorfeld
beziehungsweise nach Ablauf
eines PLM-Projektes monetär bewertet
werden? Wie hoch ist die
zu erwartende Rendite? Antwort
darauf gibt die folgende Vorgehensweise
mit Hilfe des Benefit
Asset Pricing Model (BAPM): Zu-
erst werden in der Ist-Analyse die
Prozess-/Projektorganisation, eingesetzte
Methoden und Werkzeuge erfasst.
Danach werden die Ziele einer
PLM-Investition hinsichtlich Umgestaltung
der Prozess-/Projektorganisation
sowie Einsatz neuer Methoden
und Werkzeuge definiert.   Die Abbildung stellt Aufgabenstellungen mit dazu geeigneten Verfahren zur Wirtschaftlichkeitsbetrachtung dar. Anschließend werden anhand einer Stufenausprägung für Prozess-/ Projektorganisation, methodische Unterstützung und Grad der Werkzeugunterstützung die jeweiligen Stufen für die Ist-Analyse (Ausgangsstufen) und die definierten Ziele (Umsetzungsstufen) zugeordnet (siehe Tabelle in Anlehnung an den VDMA Leitfaden zur Erstellung eines unternehmensspezifischen PLM-Konzeptes; VDMA, 2008). Beispiel: Die Datenspeicherung ist auf lokaler Festplatte (Ausgangsstufe 0). Ziel ist die Beschaffung eines PDM-Systems für eine gemeinsame Datennutzung (Umsetzungsstufe 2). Umsetzungsstufen in Abhängigkeit der Ausgangsstufen der Ist-Analyse werden die potenziellen Nutzen der PLM-Investition mit dem von Kaplan und Norton konzipierten Ansatz der Balanced Scorecard ermittelt und im BAPMPortfolio zusammengestellt. Diese (sehr schwer quantifizierbaren) Nutzen im BAPM-Portfolio werden in Analogie zum Kapitalmarkt mit Hilfe der Portfoliotheorie von Markowitz sowie Methoden und Verfahren zur Rendite- und Risikoberechnung von Kapitalmarktanlagen monetär quantifiziert (siehe auch www.bapm.de). Die Ergebnisse dieser Nutzenbewertung und die anschließende Ermittlung der dazugehörigen Kosten fließen in dynamische Investitionsverfahren mit ein, um letztendlich Aussagen über die Wirtschaftlichkeit einer PLM-Investition treffen zu können. Mit dem BAPM-Verfahren können unterschiedliche Aufgabenstellungen (Bild 2) für Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen von PLM-Investitionen bearbeitet werden. BAPM liefert insbesondere bei ‚schwer quantifizierbaren Nutzen‘ verblüffend präzise Ergebnisse, wie die retrospektiven Untersuchungen zahlreicher Anwendungsfälle gezeigt haben. Aus den Projekterfahrungen ließen sich häufig Genauigkeiten in der Vorhersage von über 90 Prozent erzielen. -sg-  |  |  Video: Siemens PLM SoftwareRed Bull Formula Racing One Team  Themen in CAD-CAM REPORT Nov./Dez. 2011PLM IT Business NewsletterUnser Newsletter informiert Sie über die wichtigsten Neuigkeiten, Produktentwicklungen und Trends aus der Branche. Jetzt kostenlos registrieren!  PLM IT Business IN SOCIAL NETWORKSMultimediaSuche nach geometrisch ähnlichen oder identischen Teilen mit dem Klassifikationssystem BCT aClass & Geolus  Automatischer Vergleich verschiedener Zeichnungsrevisionen mit grafischer und tabellarischer Kennzeichnung der Änderungen  engine Magazin: Getting Bigger and BiggerSome people start a company and want to stay small. Skilled craftspeople may be happy making astrolabes for a specialist clientele, for example, or making custom-made furniture...  RSS Feed unseres Partners SCOPE ONLINE |  |